Brief eines Mannes an seine Frau

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Brief eines Mannes an seine Frau

Ungelesener Beitragvon Leonie » 23. Feb 2012, 14:18

Brief eines Mannes an seine Frau, die in
der Kur ist.

Liebe Gerda,

herzlichen Dank für Deinen lieben Brief.
Du brauchst Dir wirklich keine Sorgen zu
machen.
Es ist alles in Ordnung. Das Essen koche ich
selbst und ich staune täglich mehr, wie
gut es doch klappt. Mittlerweile kann ich essen
ohne dass mir anschließend im Krankenhaus
der Magen ausgepumpt werden muss! Da es oft
schnell gehen muss, habe ich mir gestern
Bratkartoffeln gemacht. Müssen die
eigentlich geschält werden?

Zwischendurch war ich Brötchen holen.
Nach meiner Rückkehr war die Emaille in der
Pfanne geschmolzen. Ich habe nie geglaubt,
dass sie so wenig widerstandsfähig ist!
Der Rauch in der Küche ist schon wieder abgezogen,
aber die Katze ist schwarz wie ein Rabe und hustet.
Seither ergreift sie panikartig die Flucht, wenn ich
nur den Herd anschalte oder mit der Pfanne
klappere. Da ich etwa einmal am Tag etwas
Warmes zu Essen brauche, wie Du ja weißt,
lässt sich die Katze mittlerweile gar nicht
mehr blicken!

Sag mal, wie lange muss man eigentlich Eier
kochen? Ich habe sie zwei Stunden gekocht,
aber sie waren nicht weich zu kriegen!
Schreib mal, ob man angebrannte Milch noch
verwenden kann.
Soll ich sie aufheben, bis Du wiederkommst?
Hatte leichte Probleme mit dem Gulasch, habe
mir eine Dose warm gemacht. Doch leider ist
sie in der Mikrowelle explodiert. Die Tür
der Mikrowelle wurde durchs Fenster geschleudert
und unser schönes Gewächshaus ist leider
kaputt, das Fenster auch! Da es geschlossen
war wurde es mit dem Rahmen komplett raus
gerissen, die Druckwelle war gewaltig!

Die Dose ging ab wie ein Zäpfchen, senkrecht
nach oben, durchschlug die Decke und traf die
kleine 13 jährige Tochter von Herrn Bauer,
der über uns wohnt, genau zwischen die Beine.
Sie war gerade beim Klavierspielen. Ihr ist
nichts passiert, aber dem Klavierlehrer hat`s
4 Finger abgerissen.

Hast Du es auch schon mal gehabt, dass Dir
schmutziges Geschirr verschimmelt ist? Wie
ist das nur in so kurzer Zeit möglich? Du
bist doch kaum vier Wochen fort! Hinter dem
Spülstein lebt alles, da kannste BREHMS
TIERLEBEN drehen.
Wo kommt dieses ganze Krabbelgetier her?
Hast Du das dort etwa deponiert?

Habe mich dann doch endlich dazu hinreißen
lassen und das Geschirr gespült. Bitte
schimpf nicht mein Schatz, aber das gute
Porzellan von Oma ist hin. Hätte ich nicht
gedacht, sah doch so stabil aus, war wohl
doch ein bisschen viel, 1000 Umdrehungen in
der Waschmaschine. Die ist übrigens auch
hinüber, das große Schlachtmesser hat beim
Schleudern leider die Trommel ein wenig
beschädigt und steckt jetzt in der Wand, das
Messer, nicht die Trommel. Denn die hat die
300er Ziegelwand durchschlagen und liegt
irgendwo draußen sinnlos herum!

Beim Essen habe ich leider den
Wohnzimmerteppich eingesaut, mit
Tomatensoße. Du sagtest immer, dass
Tomatensoße nicht rausgeht. Da hast Du Dich
geirrt, mein Liebling, die ging wunderbar raus,
die Haare des Teppichs auch. Ich hätte wohl doch
keine Nitroverdünnung nehmen dürfen! Den
Kühlschrank habe ich auch abtauen müssen.
Du bist da immer so ungeschickt, das Eis geht
wunderbar ab mit einer Maurerkelle. Nur
seltsamerweise heizt er jetzt, komisch. Auf
jeden Fall ist das Fleisch gut durch.
Joghurt, Sekt und Mineralwasser auch, alles
explodiert!
Am Donnerstag habe ich vergessen, die
Wohnung abzuschließen. Es muss jemand da
gewesen sein, denn es fehlen einige Wertgegenstände.
Aber Geld allein macht ja auch nicht glücklich, wie Du
immer sagst. Der Kleiderschrank ist auch leer, aber
es kann ja nicht viel drin gewesen sein, denn Du hast
Dich ja immer beklagt, dass Du nichts zum
Anziehen hast!
Als ich gestern Abend die Kaninchen füttern
wollte, ist mir die Kerze umgefallen, im Nu
stand alles in Flammen!
Damit will ich schließen, morgen mehr. Ich
hoffe, dass Du Deine Kur in sorgloser Ruhe
und Freude genießt.

Viele herzliche Grüße
Dein Erwin


PS: Deine Mutter hat, als sie von dem Unglück
erfuhr, der Schlag getroffen. Die Beerdigung
war gestern. Ich habe es Dir nicht gesagt,
um Dich nicht unnötig zu beunruhigen. Du bist
ja auf Kur und sollst Dich ja erholen.
ƸӜƷ..Ich stehe auf grosse
/(°;°)..Männer....Fruchtzwerge,
.<█>..hole ich aus dem
._I.I_..Kühlregal...
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» Der Iran und seine Regierung

Re: Brief eines Mannes an seine Frau

Ungelesener Beitragvon cherrycurry » 23. Feb 2012, 22:05

Ich habe sehr gelacht. [lach] [lacher] [lach]

Da fahr ich lieber nicht auf Kur, denn meine Männer daheim (Mann und Söhne) würden sich genauso verhalten.
Geduld ist der halbe Weg. Bild
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Re: Brief eines Mannes an seine Frau

Ungelesener Beitragvon Knuddelbär-balu » 25. Feb 2012, 11:57

[lacher] [lacher]

Der war super ..

Dafür, dass ich allein lebe - und das sehr gern - ist meine Wohnung dann wohl noch gut in Schuss ...

Und mein Essen ist lecker ..

[lach] [lach] [lach] [lach] [lach]
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Re: Brief eines Mannes an seine Frau

Ungelesener Beitragvon Jacko » 22. Aug 2014, 14:18

Irgendwie erinnert mich das an meinen Vater, der versucht hat, seinen zwei Mädels damals was zu esse zu machen, während meine Mutter mit mir im Krankenhaus lag. Der Pfannkuchenteig mit Wasser angerührt schien nicht geschmeckt zu haben, manches Essen hat seine eingebrannten Spuren im Topf hinterlassen, die mit Bohrmaschine und Drahtbürste wieder entfernt wurden und die Definition "Mundgerechte Stücke" war eindeutig auf "Großmaul" ausgerichtet....

Diese Geschichten wurde noch viele Jahre immer wieder auf den Tisch gebracht und meinem Vater waren die sehr peinlich...
"Die Summe der Interligenz auf dem Planeten ist eine Konstante, aber die Bevölkerung wächst"
(Jean-Luc Picard)


Ich schlaf nicht gern auf weichen Daunen;
denn statt des Märchenwaldes Raunen
hör ich im Traume all die kleinen
gerupften Gänslein bitter weinen.
Sie kommen an mein Bett und stöhnen
und klappern frierend mit den Zähnen,
und dieses Klappern klingt so schaurig...
Wenn ich erwache, bin ich traurig.

Heinz Erhardt
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