Mein Brief an die Bundeskanzlerin

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Re: Mein Brief an die Bundeskanzlerin

Ungelesener Beitragvon Jacko » 2. Jan 2016, 09:47

Hallo Schreiberling,
ich kann deine Gedanken gut nachvollziehen, habe aber gerade wegen der Finanzierungsmöglichkeit meine Bedenken. Denn wie du schreibst, müssten deutlich mehr Steuereinnahmen generiert werden. Die, die nur das Bürgergeld bekommen, können nicht so sehr damit belastet werden. Also müssen die Mehrverdiener zu Kasse gebeten werden. Wer ist denn das im Staat? Das sind ungefähr 10% aller Erwerbstätigen, die deutlich über dem Durchschnitt verdienen. Von denen sind es aber auch wieder nur ein paar, die so viel verdienen, dass sie es nicht merken würden, wenn ihnen 10 oder 15% weniger Geld in die Kassen fließt.

Wie sieht es der Unternehmer? Der trägt das komplette Risiko seiner Firma, hat den kompletten Aufwand, das Unternehmen am Laufen zu halten und muss auch noch die einfachen Tätigkeiten so gut bezahlen, dass er Leute für die Arbeit bekommt. Wir haben heute schon Lohndumping für sehr einfache Tätigkeiten, von daher wüsste ich nicht, wie sich eine Firma das auf Dauer leisten könnte.

Ich gebe dem Bürgergeld in den Formen, wie es teilweise schon zu lesen war, nicht wirklich viel nahrhaften Boden. Wäre ich Staat, würde ich in erster Linie dafür sorgen, dass junge Menschen und gesunde Menschen arbeiten müssen! Egal was, und das Arbeitsamt (Jobcenter hört sich irgendwie nach Ramschladen an) muss intensiv und Regional übergreifend nach geeigenten Jobs schauen. Diese jungen Menschen müssen dann von Gärtnern über Strasse fegen bis von mir aus Hilfsjobs auf dem Bau annehmen, bis der passende Job da ist. Sie dürfen ja auch selber noch suchen. Dadurch hätte aber jeder automatisch "Praktikum" und kann auch mal sehen, ob nicht was völlig anderes für ihn passen würde.

Auch muss die in weiten Teilen bevorteilte Arbeitnehmer und Arbeitgeber etwas den Gürtel enger schnallen. Das heisst, die Steuerprogression muss besser greifen, aber so, dass trotzdem noch der Anreiz bleibt, mehr verdienen zu wollen, weil mehr im Säckel bleibt. Dass das geht, wissen wir.

Die Million - 17 Ausnahmen im Steuergesetzt gehören gründlich überdacht und getrichen. Allein der Punkt, Steuern müssen da gezahlt werden, wo die Gewinne anfallen, würde eine große Verbesserung der Einnahmen bringen.
"Die Summe der Interligenz auf dem Planeten ist eine Konstante, aber die Bevölkerung wächst"
(Jean-Luc Picard)


Ich schlaf nicht gern auf weichen Daunen;
denn statt des Märchenwaldes Raunen
hör ich im Traume all die kleinen
gerupften Gänslein bitter weinen.
Sie kommen an mein Bett und stöhnen
und klappern frierend mit den Zähnen,
und dieses Klappern klingt so schaurig...
Wenn ich erwache, bin ich traurig.

Heinz Erhardt
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Re: Mein Brief an die Bundeskanzlerin

Ungelesener Beitragvon Geheimnisvolle » 2. Jan 2016, 12:13

Jacko hat geschrieben:Aber eigentlich wollte ich mit meinem ersten Beitrag einen nicht ganz erst zu nehmenden Beitrag schreiben und nicht eine politische Diskussion auslösen...


Das war mir klar, aber wie so alles im Leben bekommt manches eine gewisse Eigendynamik. Nimms nicht zu schwer. [hehe]
Eventuelle Rechtschreibfehler bitte ich zu entschuldigen. Ich hab ein Eipet. Das macht was es will.
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Re: Mein Brief an die Bundeskanzlerin

Ungelesener Beitragvon Schreiberling » 2. Jan 2016, 13:53

Was die Finanzierbarkeit angeht, müßte man eben sehen, wie viel man umverteilen will und wie viel vom Einkommen marktwirtschaftlich erzielt werden soll und dementsprechend das Bürgergeld gestalten. Verteilen kann man natürlich dauerhaft nur, was auch erwirtschaftet wird. Meine Lust, das jetzt anhand der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung zu überschlagen hält sich - offen gestanden - in Grenzen, ich will es ja auch nicht einführen. Auf gar keinen Fall ohne irgendeinen überzeugenden Testlauf.

Man sollte aber prinzipiell auch nicht unterschätzen, was der Staat jetzt schon zur Subventionierung der Kranken- und Rentenkasse, für Wohngeld, Zuschüsse zu diesem und jenem, usw. usf. umverteilt. Daher sehe ich - wie gesagt - nicht primär das Finanzierungsproblem, dafür könnte man ja ggf. das Bürgergeld nach unten korrigieren, sondern das Problem, daß dann nach und nach, einerseits ständiger Arbeitsplatzwechsel, Bummelei und Schlendrian einzieht und andererseits Abwanderung von Spitzenkräften stattfindet, wodurch es letztlich anfängt, bergab zu gehen. Dann könnte natürlich auch die Finanzierung problematisch werden bzw. das Geld seinen Wert verlieren und dann wird es der (Schwarz)markt wieder regeln.

Liberale Modelle bei denen dann das Bürgergeld quasi gerade so ausreicht, nicht zu verhungern und sich eine feuchte Kammer im Keller zu mieten, wären sicher problemlos umsetzbar. Wenn man aber sozialistische Experimente starten will, vermute ich, wird es von Anfang an ins Fiasko führen, zumindest bei offenen Grenzen und ohne einen gewissen Druck auf den einzelnen.
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Re: Mein Brief an die Bundeskanzlerin

Ungelesener Beitragvon Schreiberling » 2. Jan 2016, 14:21

Naja... Rente könnt man dann einstampfen, h4, was gibts da den noch so... vilt diverse fördermaßnahmen, sowas wie bafög... denn rentner bekämen ja sowiso nen höhren anteil an bürgergeld und h4 sind 400 euro rum aber mehr nicht... ein student oder azubi bräuchte kein bafög mehr da er ja bürgergeld bekäme und ich schätze das liegt auch unter 500 (bafög)...
also wie man es dreht und wendet, wenn man n paar töpfe zusammen legt wäre es weniger kostenintensiv weil einiges wegfiele...

nur sone idee, klar bin ich gegen sozialabbau aber das wäre doch dann sogar sinnvoll und wer mal nen h4 bogen inner hand hatte würde sowas zu schätzen wissen vom bürokratieabbau ganz zu schweigen, richtig umgesetzt hätte es verdammt viele vorteile auch für den bürger, aber genau deshalb würde sowas nie gemacht werden, zudem wäre es gut für die Psyche, mit dem wissen "gut, ich hab zwar keine arbeit aber deshalb gehts mir trotzdem relativ gut" zudem würden sich die verhältnisse am arbeitsmarkt ändern, chefs die ihre arbeiter schlecht behandeln oder behandelt haben säßen auf der straße weil die arbeiter sich sagen "warum soll ich da hin gehen und mich fürn n tritt kaputt ackern"


Die Frage ist letztlich, ob in so einer "Wohlfühlwirtschaft" noch richtig gearbeitet wird, daß noch genug zu verteilen ist. Man darf das auch nicht nur von der Arbeitnehmerseite sehen. Warum sollte der Arbeitgeber unter diesen Umständen nicht die Produktion ins Ausland verlagern, wenn - vielleicht etwas übertrieben - seine Sekretärin ihn mit "Ausbeuterschwein, von Dir laß ich mir gar nichts sagen!" begrüßt, der Vorarbeiter jeden Morgen eine Alkoholfahne hat, der Geselle jeden zweiten Tag krankfeiert und der Lehrling alles macht, bloß nichts zu lernen und die Putzfrau immer wieder etwas mitgehen läßt und der Buchhalter aus heiterem Himmel sich entscheidet, ein halbes Jahr nichts zu arbeiten, während die Vertriebschefin gerade einem wichtigen Kunden klar macht, daß sie ihn nicht ausstehen kann und er doch bitte bei der Konkurrenz kaufen möge.
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Re: Mein Brief an die Bundeskanzlerin

Ungelesener Beitragvon Joe12 » 2. Jan 2016, 18:08

Ja, da müste dann aufklärung stattfinden die dem bürger beibringt das sie es bekommen, aber das sie auch etwas dafür tun müssen. Du must aber auch bedenken das durch die automatisierung, roboter und KI's vieles wegfällt und fallen wird und es können nicht alle menschen reinigungskräfte it- spezis ingenieure und so weiter werden also höhre berufe wo das nicht stattfinden kann, also das man den arbeitsplatz mit ner maschine ersetzt. Genauso Juristen und Richter, wer heute mit 45 am fließband sitzt wird kaum zu nem höhren beruf umschulen, wenn Berufe mit einer niedrigeren qualifizierung wegfallen. Ich meine mal irgendwo gehört zu haben, das letztenendes ja das ziel dieser entwicklung ist, das maschienen und roboter alles erledigen... wie viel da dran ist (am ziel) weiß ich nicht, aber letztenendes passiert ja genau das nur das dadurch die arbeitslosenzahlen steigen (und noch mehr steigen werden) und wie wird es kompensiert? mit maßnahmen, scheinarbeit (also arbeit ohne irgendeinen wert zu schaffen oder etwas zu erzeugen/zu produzieren), bewerbungstraining... Du hast zwar recht mit der indirekten behauptung das unsere gesellschaft zz nutzlos ist weil sie nur an sich denkt (bezug auf die von dir genannten bsps) aber wenn du dir die aktuellen zahlen anschaust und vergleiche ziehst wie die Psyschichen erkrankungen und allgemein krankschreibungen in den letzten jahren zugenommen haben, und wenn du dir das derzeitige arbeitsklima in den meisten betrieben anschaust (mitarbeiter werden von ihren vorgesetzten und kollegen gemobt, arbeitsplätze sollen auf teufel komm raus weg rationalisiert werden, abteilungen sollen "verjüngt" werden (das heißt durch mitarbeiter ersetzt die jünger sind und nur die hälfte an lohn bekommen und nur 4h wenn überhaupt arbeiten) löhne werden nicht gezahlt oder verspätet) noch schlimmer in krankenhäusern: für 20 - 45 kranke sind 2
(nur zwei) Krankenschwestern da, die sich um alles kümmern müssen, Pflege, das gleiche bild. Das ist der IST-zustand.
Was also wäre am bürgergeld also verkehrt, wenn es richtig umgesetzt würde?
Du schreibst öfter man soll sich aus mehreren quellen informieren, richtig, und ich sage dir, man sollte nicht nur einen blickwinkel nutzen und alle anderen ignorieren die aber letztenendes dazu gehören.

Weißt du noch was die AG wegen dem mindestlohn für ein theater gemacht haben, arbeitsplätze brechen weg und blah, wie sich die cxu und spd/fdp erst gegen den mindestlohn gestellt haben
Heut hör ich "der mindestlohn war gut, keine arbeitsplatzverluste, mehr kaufkraft" komisch, hatte die linke ja so vorher gesagt, die sind übrigens auch für ein bedingungsloses grundeinkommen was ja hier angesprochen wurde wenn auch mit nem anderen namen.
Solange es möglich ist sich zu bereichern oder sich in sonst einer Form besser zu machen als andere und solang der Mensch das Konkurrenzverhalten innerhalb seiner Art nicht ablegt, solange wird es Gier geben und solange es Gier gibt, solange wird es die heutigen krankhaften Auswüchse in Wirtschaft und Politik, sowie Krieg und Leid geben.

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Re: Mein Brief an die Bundeskanzlerin

Ungelesener Beitragvon Knuddelbär-balu » 2. Jan 2016, 18:50

Den Vorschlag des bedingungslosen Grundeinkommens gibt es ja schon seit vielen Jahren.
Mal abgesehen davon, dass ich dieses Modell für nicht finanzierbar halte; es ist meines Wissens inzwischen auch nicht mehr umsetzbar, denn es müsste EU-weit eingeführt werden. Und das ist kaum möglich.
Auch widerspricht das bedingungslose Grundeinkommen völlig unserer Neid- und Missgunst-Gesellschaft. Wir regen uns doch schon auf über vermeintliche und reale HartzIV-Betrüger und über die Flüchtlinge, die angeblich alles bekommen, auf. Warum sollten diese unchristlichen Mitmenschen jedem hier plötzlich 1500 € im Monat gönnen.
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Re: Mein Brief an die Bundeskanzlerin

Ungelesener Beitragvon Joe12 » 2. Jan 2016, 23:38

Stimmt schon balu, deswegen habe ich sie ja als nutzlos bezeichnet (gut, mir fallen da noch genug andere begriffe ein die hervorragend passen würden, aber ich belasse es jetzt mal dabei), letztenendes schießt sie sich ja mit ihrem neid und mißgunstverhalten selbst ins knie, und das vielfach...
Solange es möglich ist sich zu bereichern oder sich in sonst einer Form besser zu machen als andere und solang der Mensch das Konkurrenzverhalten innerhalb seiner Art nicht ablegt, solange wird es Gier geben und solange es Gier gibt, solange wird es die heutigen krankhaften Auswüchse in Wirtschaft und Politik, sowie Krieg und Leid geben.

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