Deshalb sagte Jesus: "Liebet eure Feinde" (Mt 5,44).
Leider ist das missverstanden worden. Er wollte damit nicht sagen, dass wir die Übergriffe unserer Feinde unterwürfig ertragen sollen.
Was er meinte, war, dass wir niemanden mit unserem Verstand und unseren Emotionen geistig töten dürfen.
Lasse zu, dass auch derjenige sich entwickelt und wächst, der dich verletzt hat. Verbanne ihn nicht, verstoße ihn nicht. In der göttlichen Kirche gibt es keine Exkommunikation. Es ist unmenschlich jemanden zu verstoßen. Wenn du aufhörst damit, wirst du Frieden daraus schöpfen.
Aus: "Das Kamel auf dem Dach"
von Bunhanuddin Herrmann
Normalerweise leben wir ja so, dass wir mit unseren Feinden nichts zu tun haben wollen. Wir brechen den Kontakt zu ihnen ab und versuchen sie zu vergessen, aus unserem Leben zu verbannen, so weit das möglich ist.
Das habe ich bisher auch so gehalten. Aber eigentlich sollten wir jedem Menschen verzeihen. Kommt auch drauf an, wie die Einstellung des Feindes ist. Will er uns weiterhin verletzen, schädigen oder denkt er auch um?