Über die Befindlichkeiten deutscher Proselyten
Was waren das noch für Zeiten, als wir Proselyten weinend neben dem Telefon saßen und auf unseren Gijurtermin warteten...Rabbiner nicht da, Rabbiner hat keine Zeit, Sie sind noch nicht so weit... Die Jahre vergingen, die Sitznachbarn in der Gemeinde fragten immer mitleidiger, ob es denn jetzt nicht langsam mal soweit sei und hielten für spontane Weinkrämpfe eine Familienpackung Taschentücher bereit. Man wurde mit guten Ratschlägen bedacht ("Werd' schwanger von einem Israeli, dann geht es am schnellsten" oder "Auf den Färöer-Inseln gibt es Übertritte schon für 10.000 Mark, DM versteht sich"). Gerüchteweise wurde erzählt, dass es X aus Frankfurt gelungen sei, nach 12 Jahren nun endlich vor das Bet Din zu kommen und sie dann kurz vor der Mikwe umgedreht sei, weil sie es sich schließlich anders überlegt hätte. Jeder kannte jemanden, der jemanden kannte, der dann schließlich doch noch an die begehrte Bescheinigung gekommen sei.
Ist köstlich und sehr amüsant zu lesen.
z.B.
Sie essen schon mindestens 12 Monate vor Tischa b'Aw kein Fleisch mehr und enthalten sich auch sonst aller Vergnügungen
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