"Auf jeden Fall Wählen gehen"?

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"Auf jeden Fall Wählen gehen"?

Ungelesener Beitragvon Heinzz » 1. Okt 2017, 15:20

Hallo

Zum Ende des Bundes-Wahlkampfes wurde die Bevölkerung von verschiedenster Seite aufgefordert
"Auf jeden Fall zur Wahl gehen und dort seine Stimme abgeben".

Ist so eine Empfehlung o.k.?

Wer bewußt nicht wählen will, wird wissen warum.
Wer einfach nicht will, wird auch seine Gründe haben.

Hat solch eine Stimmabgabe , bei der man überredet wird abzustimmen, eigentlich einen Wert?
Wer zu wenig weiß, oder zu faul ist, ....., bei dem ist es doch gar nicht wichtig was er wählt/wählen würde.

Es wäre ja schön wenn möglichst viele Leute wählen gehen, aber so kurz vor der Wahl noch ein Wähler-Potential zu aktivieren,
welches dann einfach seine Stimme abgibt, hat das Qualität, führt das zu mehr Demokratie?
_____________________________________

Vor ein paar Jahren ging ich zu einer Landtags-Wahl.
Mit dem Wahlunterlagen überreichte man mir auch Unterlagen zu einem kommunalen Volksentscheid.
Ich nahm die Landtags-Wahlunterlagen an, verweigerte aber die Annahme der Unterlagen zum Volksentscheid.

Vorab, daheim habe ich über Wochen versucht, mich über den kommunalen Volksentscheid zu informieren.
Das gelang mir nur in einem geringen Maß, meine Informationen reichten nicht aus, um bei dem Volksentscheid etwas beizutragen,
ich überließ es den anderen Interessierten zu entscheiden.

Hätte ich da einfach so, aus dem Bauch heraus o.ä., bei diesem Volksentscheid mitmachen sollen?

Was Nutzen Empfehlungen "Zur Abstimmung zu gehen", wenn sie kurz vor der Abstimmung heraus gegeben werden?
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Re: "Auf jeden Fall Wählen gehen"?

Ungelesener Beitragvon Jacko » 1. Okt 2017, 17:15

Also ich sehe das so, dass die "Wertigkeit der einzelnen Stimme steigt, wenn weniger wählen gehen. Beispiel: Wenn 10 Leute abstimmen, hat jede Stimme 10% "Wert". Gehen dann aber nur 5 Wählen, wächst der Wert auf 20% je Stimme.

Auf die Bundestatgsawahl umgemünzt bedeutet das, dass sogemannte Protestwähler mit hoher Sicherheit wählen gehen, angestammte Wähler aber vielleicht auch mal sagen: "Gertrude, wir gehen wandern, lass mal die anderen Wählen, die kommen auch ohne unsere Stimme aus...!" [lach]

Deswegen der Aufruf, es sollen so viele wie möglich wählen gehen, weil die Parteien sich dadurch erhoffen, anteilig mehr Stimmen zu bekommen.

Zum Volksentscheid kann ich selber jetzt nichts sagen, das hatte ich noch nicht. Vielleicht hätte ich mir die Unterlagen angeschaut und abgewogen, ob ich da meine Stimme abgeben will oder nicht.
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(Jean-Luc Picard)


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denn statt des Märchenwaldes Raunen
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und dieses Klappern klingt so schaurig...
Wenn ich erwache, bin ich traurig.

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Re: "Auf jeden Fall Wählen gehen"?

Ungelesener Beitragvon Schreiberling » 1. Okt 2017, 17:35

Also wenn man Demokratie und demokratische Legitimation des Parlaments ernst nimmt und nicht nur seine eigene Partei/Weltanschauung gerne am Ruder sähe, dann muß man eine möglichst hohe Wahlbeteiligung anstreben, selbst wenn dann einige nur ihren Wahlzettel ungültig machen, weil keine Liste ihren Ansprüchen genügt.

Daß angeblich "Protestwähler" immer zur Wahl gehen halte ich für eine unbewiesene Behauptung, im März 1933 konnte Hitler noch mal ordentlich zulegen und zwar bei einer auf 88,74 % gestiegenen Wahlbeteiligung.

Ich würde sagen, daß ein großer Teil der Stammwähler aus Gewohnheit zur Wahl geht und die gewohnte Partei wählt. Dahingegen dürften politisch unbedarfte Gelegenheitswähler ihre Entscheidung schon mal spontan treffen. Vermutlich gibt es sogar Leute, bei denen ein paar Worte einer von ihnen als politisch kompetent angesehenen Person aus dem Bekanntenkreis genügen, um die Wahlentscheidung umzustoßen.
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Re: "Auf jeden Fall Wählen gehen"?

Ungelesener Beitragvon Schreiberling » 1. Okt 2017, 17:39

Bei Deinem kommunalen Volksentscheid hättest Du ja auf den Stimmzettel schreiben können, daß Du nicht genügend informiert wurdest, Heinz. Dann wäre er zwar ungltig, aber wenn das ausreichend Leute gemacht hätten, wäre es womöglich beim nächsten Anlauf zu einem solchen Volksentscheid nicht verkannt worden.
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Re: "Auf jeden Fall Wählen gehen"?

Ungelesener Beitragvon Heinzz » 1. Okt 2017, 19:51

Schreiberling hat geschrieben:Bei Deinem kommunalen Volksentscheid hättest Du ja auf den Stimmzettel schreiben können, daß Du nicht genügend informiert wurdest, Heinz. Dann wäre er zwar ungltig, aber wenn das ausreichend Leute gemacht hätten, wäre es womöglich beim nächsten Anlauf zu einem solchen Volksentscheid nicht verkannt worden.

Wen interessiert, was ich für Anmerkungen auf Stimmzettel hinterlassen.
Wahrscheinlich nicht einmal die Leute bei der Auszählung.
Die interessiert Gültig/Ungültig, ein Kommentar sicher nicht.

Es wäre eine andere Sache. wenn man auf einem Stimmzettel ankreuzen könnte das man unentschieden/unwissend, .... ist.
So was gibt es bisher nicht.
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Re: "Auf jeden Fall Wählen gehen"?

Ungelesener Beitragvon Schreiberling » 1. Okt 2017, 19:59

Nun ja, also die Leute, die den Volksentscheid initiert haben, hätte das vielleicht schon interessiert, die ungültigen Stimmen werden ja statistisch erfaßt und einige von den Unterstützern werden vielleicht auch mit ausgezählt haben. In dem Fall liegt es schon etwas anders als bei der Parteienwahl.
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