Bankenrettung

Hier dreht sich alles um das politische Weltgeschehen.

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Bankenrettung

Ungelesener Beitragvon Heinzz » 25. Apr 2017, 17:24

Hallo

Vor Kurzem habe ich mal die Bemerkung eines Journalisten gehört,
es ginge uns wesentlich schlechter, hätte unser Staat nicht die Bankenrettung betrieben.

So wie ich es noch in Erinnerung habe, hat die Lehman-Pleite dafür gesorgt das unser Bruttoinlandsprodukt damals von +3 auf -2% gesunken ist.

Es wird gelegentlich Kritik geäußert das für die Bankenrettung bei uns Geld da ist/war, für z.B. Soziales, Bildung, .... nicht.

Kann man die damalige Regierung dafür kritisieren das sie die Bankenrettung betrieben hat?
Ist diese Entscheidung für oder gegen das Volk getroffen worden?
Was hätten pleite gegangene Banken alles ausgelößt?
Wären die wirtschaftlichen Belastungen dadurch nicht größer gewesen, wie das Aufbringen der Milliarden aus Steuergeldern?
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Re: Bankenrettung

Ungelesener Beitragvon Jacko » 25. Apr 2017, 20:11

Ich glaube, wir hatten hierzu schon mal ein Thema.

Nehmen wir mal an, wir hätten damals die Banken in Irland, Spanien und Italien war es glaube ich bankrott gehen lassen. Dadurch wäre dann nicht nur die Banken weg gewesen, sondern sehr viele Bürger hätten alles verloren und auf lange Sicht wäre die komplette Wirtschaft zum Erliegen gekommen, weil ja auch die Firmen mit drin gehangen hätten.

Die Rettung der Banken war völlig in Ordnung und hat definitiv mehr positives als negatives gehabt. Der eigentliche Krux an der Sache war ja nur, dass den Banken keine engere Grenzen ihrer Spekulationen gemacht wurden. Die haben sich so zu sagen verspielt und dann neues Geld bekommen und wieder von vorne angefangen. Jedoch war ihnen schon klar, mit was sie letztendlich gespielt haben. Deswegen ist es auch nicht mehr ganz so schlimm ausgeufert.

Dadurch blieben den Banken die Geschäfte erhalten mit den Bürgern, die weiterhin Ihr Geld zur Bank bringen, selbst wenn es nur durchgereicht wird. Wenn die Bank pleite geht, ist alles weg, also auch die Gelder, die der Staat an die Bürger auszahlen will. Es gibt ja keine Staatsbank mit Schalter für Geldauszahlungen.

Im Nachhinein hatte ich durchaus begriffen, dass die Bankenrettung richtig war und auch, dass Griechenland nicht in den Konkurs gegangen ist. Das wäre letztendlich eine Kathastrophe geworden.
"Die Summe der Interligenz auf dem Planeten ist eine Konstante, aber die Bevölkerung wächst"
(Jean-Luc Picard)


Ich schlaf nicht gern auf weichen Daunen;
denn statt des Märchenwaldes Raunen
hör ich im Traume all die kleinen
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und klappern frierend mit den Zähnen,
und dieses Klappern klingt so schaurig...
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Re: Bankenrettung

Ungelesener Beitragvon Joe12 » 25. Apr 2017, 20:35

Heinzz hat geschrieben:Hallo

Vor Kurzem habe ich mal die Bemerkung eines Journalisten gehört,
es ginge uns wesentlich schlechter, hätte unser Staat nicht die Bankenrettung betrieben.

So wie ich es noch in Erinnerung habe, hat die Lehman-Pleite dafür gesorgt das unser Bruttoinlandsprodukt damals von +3 auf -2% gesunken ist.

Es wird gelegentlich Kritik geäußert das für die Bankenrettung bei uns Geld da ist/war, für z.B. Soziales, Bildung, .... nicht.

Kann man die damalige Regierung dafür kritisieren das sie die Bankenrettung betrieben hat?
Ist diese Entscheidung für oder gegen das Volk getroffen worden?
Was hätten pleite gegangene Banken alles ausgelößt?
Wären die wirtschaftlichen Belastungen dadurch nicht größer gewesen, wie das Aufbringen der Milliarden aus Steuergeldern?



Zum einen bezweifel ich das irgendwie, das es uns schlechter ginge (kann auch panikmache sein, sowas macht man ja gerne mal um das volk zu manipulieren).
Das Bip wäre vermutlich so oder so gesunken.

Und ja für sowas wie Bankenrettung und sinnfreie Kriegseinsätze usw usf ist Geld da, sowas wird in wenigen stunden entschieden, so wird das Volk schonmal am Hindukusch verteidigt."hust"
Aber wie lange wurde über den Mindestlohn debatiert, es hieß: arbeitsplatz abwanderung, massenpleiten von Unternehmen usw.
(Die Linke brachte den Mindestlohn mit 8 euro 2006 ins gespräch) (Quelle: https://www.die-linke.de/partei/organe/ ... bedeutung/ ) Rate mal wer sich immer gegen den Mindestlohn gesträubt hat, unsere Regierungspartei CDU.

Über Bildung wird seit... eigentlich schon immer gesprochen vermute ich, aber die aktuelle regierungspartei CDU ist seit 2005 in Regierungsposition, haben bildung in ihrem wahlprogramm gehabt aber es hat sich seit dem nichts getan, das bildungssystem ist seit 1991 also der wiedervereinigung von de immer noch genauso schlecht wie heute hat sich seit dem sogar drastisch verschlechtert (Ausfall, lehrermangel etc), vorallem aber nicht mal vereinheitlicht.
Abgaben bringt man aber immer schön und schnell ans Volk, siehe salamischeibentechnik mit der Maut, so hieß es "mit uns wird es die maut nicht geben" (Merkel CDU). Was haben wir mit der Merkel und der CDU? Die Maut.


Was es ausgelöst hätte, die Banken nicht zu retten weiß ich nicht, ich weiß aber, das es eigentlich nichts hätte auslösen dürfen.
Die Merkel Regierung hat hier in den 11 jahren die sie nun ca an der macht ist geschlampt und versaut es weiterhin, aufgrund ihrer käuflichkeit, gesetze zu ändern und den Finanzsektor so einzuschränken, das sowas ebend nicht mehr passieren kann. Wie auch in vielen anderen Bereichen und da ist es auch egal, ob sie 11 jahre dran sind 22 oder 44 Jahre, das ergebnis ist stets das gleiche. Deine letzte frage geht mit der vorgehenden einher darum, zu der ich schon schrieb das ich es nicht beantworten kann, darum mach ich das hier auch nicht.

Das zumindest ist, was ich dazu denke.
Solange es möglich ist sich zu bereichern oder sich in sonst einer Form besser zu machen als andere und solang der Mensch das Konkurrenzverhalten innerhalb seiner Art nicht ablegt, solange wird es Gier geben und solange es Gier gibt, solange wird es die heutigen krankhaften Auswüchse in Wirtschaft und Politik, sowie Krieg und Leid geben.

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Re: Bankenrettung

Ungelesener Beitragvon Chefstratege » 25. Apr 2017, 20:55

Ich erachte die Bankenrettung mittlerweile auch als notwendig. Ich möchte nicht erleben, dass das Geld- und Kreditsystem in sich zusammenbricht. Dann gucken wir nämlich ganz schnell in die Röhre oder sitzen wieder in der Steinzeit.

Allerdings muss man natürlich im Nachhinein passende Konsequenzen ziehen, dass sowas nicht wieder passiert. Das wiederum ist meiner Meinung nach noch nicht ausreichend passiert....
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Re: Bankenrettung

Ungelesener Beitragvon Schreiberling » 26. Apr 2017, 19:03

Ich möchte nicht erleben, dass das Geld- und Kreditsystem in sich zusammenbricht.


Da daran die globale Finanzwirtschaft auch kein Interesse haben dürfte, stellt sich allerdings die Frage, ob ein Systemkollaps nicht auch durch privatwirtschaftliche Initiative verhindert worden wäre. Die Folge eines solchen Kollapses wäre doch wohl die Renationalisierung der Volkswirtschaften mit zumindest partiellen Elementen von Kommandowirtschaft und Kompensationsgeschäften (Industriegüter gegen Rohstoffe usw.) Mit der Nebenfolge, daß die Hochfinanz durch die allgemeine Ablehnung des globalen Finanzkapitalismus zumindest für einige Zeit entmachtet wäre. Hätten die Herrschaften nicht so gute Lobbyisten, hätten sie sich vermutlich selbst den Allerwertesten retten müssen oder sie wären von den Staaten dazu gezwungen worden (autoritärer Korporatismus), es zu tun.
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Re: Bankenrettung

Ungelesener Beitragvon Chefstratege » 26. Apr 2017, 19:49

Nein. Die ersten Folgen eines zusammengebrochenen Finanzsystems sind chaotisch. Banken geben kein Geld mehr aus. Weder in Plastikform noch als Bargeld. Ansätze davon haben wir vor einigen Jahren gesehen, als alle Griechen ihr Geld retten wollten.

Die Folgen sind leicht auszumalen. Es wird nach kurzer Zeit sehr schwer Dinge zu bekommen. Das geht schon im Supermarkt ums Eck los. Eh die etwa organisiert und beschlossen haben, wie man dort ohne Geld ode rmit Notgeld bezahlen kann, gehen Wochen ins Land. Bis dahin sind bürgerkriegsähnliche Zustände ausgebrochen, weil keiner so lange auf Lebensmittel warten will und kann.
Globale Unternehmen und auch jeder mit Kunden im Ausland (was der absolute Großteil der deutschen Firmen sein dürfte) können den Laden sofort dicht machen. Kein Unternehmen größer 20 Mann hat heute noch Bargeld im Haus, um auch nur die Betriebskosten der nächsten Woche zu bezahlen. Von Lohn wollen wir gar nicht reden. Ohne Umlaufkredite funktioniert heute keine Firma mehr. Mit einem wirklich zusammengebrochenen Finanzsystem sind automatisch sämtliche Formen von Buchgeld verschwunden, sehr wahrscheinlich inklusive der dahinter stehenden Vermögen.

Zudem ist unsere Welt für Kompensationsgeschäfte im großen Stil viel zu komplex. Was bietest du einem Stromanbieter am Ende des Monats an? Weder kannst du ihm neue Mittelspannungskabel, Braunkohle für sein Kraftwerk, deine Arbeitskraft als elektrotechnischer Laie noch sonst etwas bieten, was er brauchen könnte. Er kann aber nicht umsonst das Kraftwerk laufen lassen. Wie wickelst du Kompensation im öffentlichen Personenverkehr ab? Wie bei der Post? Wie bei Telekommunikationsanbietern? Das ist völlig weltfremd. Noch dazu von einem Tag auf den anderen, wie es bei einem Zusammenbruch geschehen müsste.

Über internationalen Handel brauchst du nicht nachdenken. Du musst darüber nachdenken, wie du dein Brot für den nächsten Tag bezahlst. Wie viele von uns arbeiten in internationalen Unternehmen, die es nach einem Monat nicht mehr gäbe (inklusive mir im Moment)?

Auch ein Staat ist von einem funktionierendem Finanzsystem abhängig. Das Staatsvermögen exsistiert nur im Rechner von irgendwelchen Banken.

Ein völliger Kollaps des Finanzsystems würde uns direkt und innerhalb kürzester Zeit in die Steinzeit zurückwerfen. Und so ein Domino geht schneller als man denkt.
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Re: Bankenrettung

Ungelesener Beitragvon Joe12 » 26. Apr 2017, 20:26

Nun, ein Reset wäre aber vilt gar nicht so blöd, so kann man fehler ausräumen, die wir sonst Jahre lang durchschleifen würden (was wir ja schon tun, wenn man es genau nimmt, das Bildungssys hier ist dafür das beste bsp) ohne sie zu beheben, mit der Folge das sie folgenlos ausgenutzt würden, siehe Finanzsys.
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Re: Bankenrettung

Ungelesener Beitragvon Schreiberling » 26. Apr 2017, 20:43

Dazu müßte das Finanzsystem allerdings erst mal zusammenbrechen und da daran auch in der Finanz- und Realwirtschaft niemand Interesse hat, würde es wohl auch ohne staatliche Intervention verhindert. Bei der Herstatt-Pleite wurde die Sache ja seinerzeit auch mehr oder weniger glattgebügelt.

Die Folgen sind leicht auszumalen. Es wird nach kurzer Zeit sehr schwer Dinge zu bekommen. Das geht schon im Supermarkt ums Eck los. Eh die etwa organisiert und beschlossen haben, wie man dort ohne Geld ode rmit Notgeld bezahlen kann, gehen Wochen ins Land. Bis dahin sind bürgerkriegsähnliche Zustände ausgebrochen, weil keiner so lange auf Lebensmittel warten will und kann.


Das ist möglich, aber spekulativ, ich bin da eher optimistischer, was zumindest die Grundversorgung angeht. Aber ich bin jetzt auch nicht so risikofreudig, daß ich dieses Szenario unbedingt real austesten müßte und mir fehlen jetzt auch wirklich Zeit und Lust, mir administrative Maßnahmen für alle dabei tatsächlich oder möglicherweise auftretenden Probleme auszudenken, zumal die Volkswirtschaftslehre auch nicht mein Fachgebiet ist.
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Re: Bankenrettung

Ungelesener Beitragvon Schreiberling » 26. Apr 2017, 21:09

Joe12 hat geschrieben:Nun, ein Reset wäre aber vilt gar nicht so blöd, so kann man fehler ausräumen, die wir sonst Jahre lang durchschleifen würden (was wir ja schon tun, wenn man es genau nimmt, das Bildungssys hier ist dafür das beste bsp) ohne sie zu beheben, mit der Folge das sie folgenlos ausgenutzt würden, siehe Finanzsys.


Das von Chefstratege an die Wand gemalte Szenario zeigt jedenfalls schön, welche potentielle Gefahr das System des Globalismus für die Menschheit darstellt. Einen unkontrollierbaren Reset sollte es aber nicht geben, sondern einen gezielten und maßvollen Rückbau.
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Re: Bankenrettung

Ungelesener Beitragvon Chefstratege » 26. Apr 2017, 21:32

Schreiberling hat geschrieben:Dazu müßte das Finanzsystem allerdings erst mal zusammenbrechen und da daran auch in der Finanz- und Realwirtschaft niemand Interesse hat, würde es wohl auch ohne staatliche Intervention verhindert. Bei der Herstatt-Pleite wurde die Sache ja seinerzeit auch mehr oder weniger glattgebügelt.

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Das ist möglich, aber spekulativ, ich bin da eher optimistischer, was zumindest die Grundversorgung angeht. Aber ich bin jetzt auch nicht so risikofreudig, daß ich dieses Szenario unbedingt real austesten müßte und mir fehlen jetzt auch wirklich Zeit und Lust, mir administrative Maßnahmen für alle dabei tatsächlich oder möglicherweise auftretenden Probleme auszudenken, zumal die Volkswirtschaftslehre auch nicht mein Fachgebiet ist.


Die Privatwirtschaft kann keinen kompletten Systemkollaps verhindern. Wie sollte sie das tun, mit welchen finanztechnischen Mitteln? Herstatt war 1974 in einer Zeit, als Bretton-Woods gerade Geschichte war, die Welt aus Ost und West bestand und in jeder Bank tonnenweise Papier lag. Und die globale Vernetzung eine völlig andere war. Da gab es so spannende Antiquitäten wie Fernschreiber. Die Welt hat sich sehr viel weitergedreht in den letzten 43 Jahren. Und keiner wird die gute alte Zeit zurückholen. Kein großes Unternehmen dieser Welt hat ein Interesse daran, nach 1974 zurückversetzt zu werden.

Was gibt dir Anlass anzunehmen, dass eine Lebensmittelgrundversorgung ohne Geld gesichert werden kann? Was ist daran weniger Spekulation? Selbst wenn der Supermarkt gegen sowas wie Notgeld verkauft - keine landesweit organisierte Kette würde das durchstehen. Weil man so schnell kein neues Zahlungsmittel etabliert und anerkannt bekommt und auch diese Firmen von ausländischen Lieferungen und Umlaufkrediten von Banken abhängig sind. Dazu braucht es keine Fantasie.

Ob man Globalisierung mag oder nicht ist völlig egal. Sie ist da, und wir werden nicht die Macht haben sie wieder abzuschaffen. So wenig, wie man gezielt Computer oder Handys wieder abschaffen kann. Es gibt sie in jedem Land der Welt, abgesehen von absolut totalitären Staaten wie Nordkorea vielleicht. Ein Alleingang wäre völlig sinnlos und eine Einigung wird es nie geben. Es hat keinen Sinn gegen die Zeit zu arbeiten. Man kann nur mit ihr gehen und versuchen, sie in seinem eigenen Sinne zu beeinflussen. Aber auch das wird nihct mit alten Methoden funktionieren.
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