Die Staatskrise Deutschlands

Hier dreht sich alles um das politische Weltgeschehen.

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Die Staatskrise Deutschlands

Ungelesener Beitragvon Lillith » 7. Dez 2016, 22:50

Ein großartiger Artikel, wie ich finde

http://www.tichyseinblick.de/meinungen/ ... r-extreme/
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Re: Die Staatskrise Deutschlands

Ungelesener Beitragvon Knuddelbär-balu » 7. Dez 2016, 23:23

Eine interessante, sehr chinesische Sicht von außen auf unsere Kultur und unseren Staat.

Ich sehe diesen Artikel jedoch als erstes als ein spannendes Beispiel einer chinesischen Weltsicht - und sagt dabei mehr über China und einen Chinesen - als über Deutschland.
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„Ist das Kunst – oder kann das weg ?“
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Re: Die Staatskrise Deutschlands

Ungelesener Beitragvon Lillith » 8. Dez 2016, 00:13

Ach ja ?

Dann erzähl mal, deine Erkenntnis würde mich brennend interessieren. [aa
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Re: Die Staatskrise Deutschlands

Ungelesener Beitragvon Jacko » 8. Dez 2016, 08:43

So, jetzt habe ich den Text noch mal gelesen und kann darauf antworten.
Ich gehe mal nur auf das Fazit ein.
Genau das, was dort aufgeführt wurde, ist das, was ich schon immer wieder probiert habe, aber selber deswegen als Nazi bezeichnet wurde, abgeschwächt als "rechte Socke". Wir haben es geschafft, uns im Laufe der Zeit selber derart duckmäuseriisch darzustellen, dass jeglicher Versuch, den finger zu heben, sofort mit Totschlagargumenten niedergemacht wird. Ich erinere auch an Diskussionen, die hier im forum liefen und auch im alten Alround stattgefunden haben. Da musste ich teils schwere Vorwüfe einstecken, wenn ich alleine nur das Wort "Stolz" in Diskussion brachte.

Der Artikel zeigt recht deutlich, dass Deutschland sich derart unter die Knute der Großmächte gestellt hat, dass wir uns kaum mehr trauen, aber auch nur ansatzmäßig zu zeigen, dass wir selber in der Lage sind, auf beiden Beinen zu stehen. Es heisst doch immer, wir müssen mit der Nato, mit den USA. Müssen wir das? Was hindert uns Deutschland im Rahmen von Europa, unsere Kontakte richtung Osten auszubauen? Nur weil 7000km über dem Teich eine Staatenvereinigung ist, die aufgrund militärischer Übermacht meint, Weltpolizei spielen zu können?

Oh ja, ich weiß, jetzt werden manche Leute mir wieder die USA-Feindlichkeit vorwerfen. Kenn ich auch schon... [ahm] Ich bin nicht USA-Feindlich, aber ich bin dafür, denen durchaus mal zu zeigen, dass wir auch wer sind! Wir können selber Entscheidungen treffen! Was in den Medien kaum gezeigt wird ist, dass Deutschland in der ganzen Welt hohe Anerkennung erntet, dass wir uns so für die Flüchhtlinge einsetzen. Selbst die USA zeigt höchsten Respekt vor uns! Nur, das darf ja nicht gezeigt werden.... denn schließlich sollen wir ja Respekt vor den USA haben....

Danke Lilly für den Text, ich finde ihn sehr gut und zeigt durchaus, wie wir duch die wenigen "ganz großen der Welt" in Schach gehalten werden sollen, um maximalen Profit für die zu realisieren, denen der Rotz eh schon zweispurig die Wangen hochläuft, während die Armen mit Almosen bei Laune gehalten werden.

Nur mal so als Beispiel: Würden die wirklich reichen von Deutschland auf einen Teil Ihres Geldes verzichten, verteilt über 10 Jahre, würden sie dieses kaum spüren, aber es würde in ganz Deutschland keine wirklich armen Menschen mehr geben. Aber ratet mal, warum man dieses nicht macht...
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Re: Die Staatskrise Deutschlands

Ungelesener Beitragvon Lillith » 8. Dez 2016, 10:27

Gerne [aa

Ich lese aus dem Text nun wieder heraus, dass Deutschland es bis heute nicht geschafft hat sich in einer normalen Mitte zu positionieren sondern von einem Extrem ins andere gefallen ist, obwohl diese Nation alle Chancen dazu hatte ein gesundes und normales Maß an Nationalität zu entwickeln, dies aber in erster Hinsicht politisch -aus hier im Text grob umschriebenen Gründen- versäumte, was zu der aktuellen Lage sowohl gesellschaftlich, als auch politisch führte.

Und das ist keine "chinesische" Sicht und auch sonst keine speziell einer Nation zuzuordnende sondern das ist nun mal Fakt.

Es geht darum eine Ausgewogenheit ( Dafür verwendet der CHINESE die Begriffe YIN - YANG ) herzustellen und Extreme dauerhaft an die jeweiligen Ränder zu verorten.

Ich weiß nicht was daran speziell chinesisch sein soll.
Zuletzt geändert von Lillith am 8. Dez 2016, 10:41, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die Staatskrise Deutschlands

Ungelesener Beitragvon Jacko » 8. Dez 2016, 10:40

Genau das ist aber die Extreme! Man probiert dezent, einen gewissen nationalen Gedankengang aufzubauen und wird niedergebügelt. Und das probiert man immer mehr, bis es dann überschwappt. Oder es sind die langsamen Schwankungen, die man braucht, bis man eingependelt ist...
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Re: Die Staatskrise Deutschlands

Ungelesener Beitragvon Lillith » 8. Dez 2016, 10:43

Oder es sind die langsamen Schwankungen, die man braucht, bis man eingependelt ist...

Kam mir auch schon in den Sinn.
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Re: Die Staatskrise Deutschlands

Ungelesener Beitragvon Jacko » 8. Dez 2016, 12:34

Ich glaube auch an folgendes:

Nachdem Deutschland am Boden lag, wurde es von den Besatzern klein gehalten. Selbst Informationen, die eine erleichterung oder ein Richtigstellung betrafen, wurden stillschweigend unter den Tisch fallen gelassen, sodass sich jeder absolut "schuldig" fühlte. Und dadurch, dass ja alles aus der NS-Zeit in Verruf gestellt wurde, erstickte schon im kleinsten Keim jeden Gedanken, hatte man ja aus dem ersten Weltkrieg gelernt. Und wie Linientreu die deutschen Soldaten waren, überraschte ja selbst die Invasoren noch, als sie Kriegsgefangene befragten und diese nach wie vor für ihren Führer in den Tod gegangen wären.

Jetzt sterben langsam die Generationen aus, die mittelbar und unmittelbar mit dem Krieg in Kontakt waren. So langsam sind es jetzt schon "die Alten", die gerade noch die letzten Spuren vom Krieg irgendwo gesehen haben, selber sich aber kaum an die Wiederaufbauzeit erinnern können. Wenn ich bedenke, ich bin Jahrgang 62, hab durchaus als Kind noch viele kaputte und verlassene Häuser gesehen und auch noch so manchen Kriegsversehrten mit Krücken laufen sehen oder mit den damals schwarzen Armprothesen, aber heute kann sich eine junge Familie oder unsere Kinder das gar nicht mehr vorstellen. Dieses bedeutet, dass den Kindern dieses Eintrichtern der Unterjochung langsam fehlt und dadurch mehr Offenheit für soclhe Gedanken aufkommt. Erkennen wir ja schon an der Entwicklung von AfD, Pegida und auch der Linken.
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Re: Die Staatskrise Deutschlands

Ungelesener Beitragvon samsa » 8. Dez 2016, 12:55

Die Frage nach der Entwicklung der deutschen Identität ist eingebunden in eine Vielzahl von Prozessen (Diskursen), die z.T. länderspezifisch sind, z.T. aber auch im ganzen Westen beobachtet werden können. Das Stichwort lautet "Postmoderne". Auf eine gewisse Weise war die westliche Zivilisation (militärisch, wirtschaftlich, kulturell) zu erfolgreich, weshalb sich bereits im 19., vor allem aber im 20. Jahrhundert Gegenbewegungen formierten, die genau diese Errungenschaften in Frage stellten. Das fing schon früh an mit Gegenwartspessimisten wie Nietzsche und Marx, die Ereignisse des 20. Jahrhunderts haben diesen Prozess lediglich katalysiert. Und die wichtigsten dieser Ereignisse neben dem 2. Weltkrieg waren die Entkolonialisierung und der Siegeszug des Kapitalismus.

Daher ist es viel zu verkürzt, den Grund der Misere in der Selbstbezogenheit Deutschlands zur NS-Zeit zu sehen. Besonders Frankreich hat in den 60er-Jahren einflussreiche postmoderne Denker hervorgebracht (Lyotard, Lacan, die ganzen Poststrukturalisten um Foucault und Derrida usw.). Auch in den USA war und ist die Bewegung sehr stark (Susan Sontag, Judith Butler und - ganz wichtig - Edward Said). Deutschland hatte zwar die Frankfurter Schule, aber die ist auch nur ein Teil dieser Entwicklung.

Die Unsicherheit bezüglich der eigenen Identität, der Multikulturalismus, die Verkürzung der nationalen Geschichte auf das 20. Jahrhundert, die Betonung von Minderheitenkulturen, der Feminismus, ... all das entstand in der westlichen Welt parallel in einem komplizierten, internationalen Diskurs, der bis heute andauert.

Man darf auch nicht vergessen, dass es keine "richtige" Identität gibt. Identität ist immer konstruiert. Die liberale, multikulturelle Gesellschaft ist als Identitätskonstrukt ebenso legitim wie die nationale Leitkultur. Es geht daher nicht primär um die Frage, was "korrekt" wäre, sondern was wir wollen.
Glück ist nur echt, wenn es geteilt wird (Christopher McCandless)
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Re: Die Staatskrise Deutschlands

Ungelesener Beitragvon Manu-Nanu » 8. Dez 2016, 14:58

Interessant dazu ist auch dieser neue Artikel von Tichys Einblick ...übrigens ein Magazin welches ich insgesamt nur empfehlen kann

http://www.tichyseinblick.de/meinungen/ ... utschland/

Zitat daraus:

Was wir hier gerade miterleben müssen, ist nicht etwa ein Ergebnis der wirtschaftlichen Globalisierung, wie man uns gerne glauben machen möchte, sondern die Entstehung einer Neuen Grünsozialistischen Internationale.
In unserem Land ist eine politisch korrekte Abschaffung von identitätsstiftenden Begrifflichkeiten unübersehbar, angefangen mit der Fußball-Nationalmannschaft, die als „Die Mannschaft“ anonymisiert wurde, bis hin zur Umwidmung der Bundesrepublik Deutschland in ein internationales Einwandererlager mit offenen Grenzen. Schauen Sie noch ein letztes Mal in Ihren Pass, noch sind Sie „deutsch“, realpolitisch sind Sie aber längst heruntergestuft zu einem derjenigen, „die schon länger hier leben“.


Merkel hat auf dem Parteitag am Montag auch von "denen die hier schon immer hier leben" und "denen die neu dazu gekommen sind" gesprochen und ich habe gedacht ich falle vom Stuhl.
Dies ist eigentlich eine Rhetorik, die man bei den links-grünen vermuten würde, aber nicht bei einer Partei die sich eigentlich als "konservativ" bezeichnet.

Wie kann man sich selbst und seine Identität so verleugnen, in dem man vermeiden möchte, das Wort "Deutscher" in den Mund zu nehmen und Immigranten und Ausländer nicht mehr "Immigranten" und "Ausländer" nennen will???
Mich erinnert es wieder einmal an Politiker der Grünen und Linken, die hinter Transparenten mit Sprüchen wie "Nie wieder Deutschland" und "Deutschland, du mieses Stück sch*****" her gelaufen sind.
Aber das unsere einzige konservative Volkspartei diese Ablehnung der eigenen Identität nun auch mit voran treibt, setzt dem allem die Krone auf.
Und dann wundern sie sich wenn die AfD ständig an Boden gewinnt. Die betreiben doch reinste Wahlhilfe mit ihrem Verhalten und mich kotzt das nur noch an, denn ich möchte nicht, dass sich die miesen Charaktere der Afd im Bundestag breit machen und ihre chaotischen wirtschaftlichen Verhältnisse sanieren.
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