Ein Märchen aus unsrer Zeit von edlen Helfern aus der Fremde

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Re: Ein Märchen aus unsrer Zeit von edlen Helfern aus der Fremde

Ungelesener Beitragvon Schreiberling » 4. Jun 2016, 23:34

Rassismus ist ja ursprünglich die Bezeichnung für Rassenkunde bzw. mehr noch Rassentheorie aus der Perspektive ihrer Widersacher, der Begriff wurde maßgeblich von Magnus Hirschfeld eingeführt und ist eine Replik auf die zeitgenössischen Rassentheorien.

https://de.wikipedia.org/wiki/Magnus_Hirschfeld

Der Begriff zielt allerdings weniger auf feindliche Haltungen als Solches, sondern eher auf deren vermeintliche oder tatsächliche Unwissenschaftlichkeit und mangelnde Validität.

Wie verbreitet die Haltung ist, daß man einen Schwarzen auf Grund dessen Hautfarbe ablehnt, ist eine interessante Frage, da muß man dann wohl auch unterscheiden, ob bewußt oder unbewußt, ob rein aus optischen Gründen oder damit verbundenen Eigenschaften. Aber so gering verbreitet sind solche Vorbehalte dann doch nicht, ich las jüngst von einer Umfrage unter Kölner (?) Universitätsstudenten, bei der immerhin 10% solche Vorbehalte bzw. Stereotypen in der einen oder anderen Form zum Ausdruck brachten - vermutlich wird das in anderen Bevölkerungsgruppen eher noch ausgeprägter sein, denn Fremde abzulehnen ist ja quasi der genetisch bedingte Naturzustand des Menschen.

Da ich mich als Dorfmensch und Jurist sowohl beruflich wie privat ebenso mit Akademikern wie Arbeitern und allem dazwischen unterhalte, auch da die Sozialstruktur des ländlichen Raums ja wesentlich weniger segregiert ist, würde ich sagen, daß es durchaus einen signifikanten Anteil an der Bevölkerung gibt, der so denkt. Persönlich stehe ich auf dem Standpunkt, daß ich Menschen individuell betrachte, die Hautfarbe ist also für mich kein Kriterium, um einen Menschen anzunehmen oder abzulehnen, allenfalls vielleicht ein Indiz für zu erwartende Eigenschaften.

Von eher persönlichen Vorbehalten ist wohl abzugrenzen, wie man zu einer generellen "Umvolkung" steht, also die mehr oder weniger rasche Ersetzung der Bevölkerung eines Landes ggf. bis hin zum Untergang der ursprünglichen Bevölkerung durch Verdrängung/Vermischung. Da habe ich jedenfalls meine Vorbehalte, nicht zuletzt schon deshalb, da die entsprechenden Rassen/Genome ideal an den jeweiligen Lebensraum angepaßt sind und ich auch eine vollständige Verdrängung durch Vermischung aus Gründen der Vielfalt nicht für wünschenswert halte. Daß ein blonder oder rothaariger hellhäutiger Mensch genetisch besser an Skandinavien angepaßt ist als ein Schwarzer ist nun mal eine Tatsache.
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Re: Ein Märchen aus unsrer Zeit von edlen Helfern aus der Fremde

Ungelesener Beitragvon Jacko » 5. Jun 2016, 07:55

Lilly, hier bin ich ganz auf deiner Meinung. Samsa, die meisten Menschen, die die Zeitungen lesen und die Nachrichten schauen nehmen das gehörte und gelesene genauso auf, wie es geschrieben ist. Die Wenigsten machen sich tiefgehendere Gedanken darüber, was zwischen den Zeilen steht und was der Schreiber damit bezwecken könnte.

Wie ich schon oft sagte: Die Presse braucht eine Schlagzeile, die sich verkaufen lässt. Und wenn da stehen würde: "Gauland hat sich ungeschickt geäussert!" lockt das keinen Hund hinter dem Ofen vor. Erst recht ist doch eine Schlagzeile noch ein gutes Zugpferd, wenn es in eine politische Richtung geht, bei der sich eh die Kontrahenden halb in der Luft zerfetzen.
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(Jean-Luc Picard)


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Wenn ich erwache, bin ich traurig.

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Re: Ein Märchen aus unsrer Zeit von edlen Helfern aus der Fremde

Ungelesener Beitragvon Chefstratege » 5. Jun 2016, 14:50

Schreiberling hat geschrieben:Rassismus ist ja ursprünglich die Bezeichnung für Rassenkunde bzw. mehr noch Rassentheorie aus der Perspektive ihrer Widersacher, der Begriff wurde maßgeblich von Magnus Hirschfeld eingeführt und ist eine Replik auf die zeitgenössischen Rassentheorien.

https://de.wikipedia.org/wiki/Magnus_Hirschfeld

Der Begriff zielt allerdings weniger auf feindliche Haltungen als Solches, sondern eher auf deren vermeintliche oder tatsächliche Unwissenschaftlichkeit und mangelnde Validität.


Fragen wir doch mal eine gute deutsche Errungenschaft, den Duden:

Rassismus, der: (meist ideologischen Charakter tragende, zur Rechtfertigung von Rassendiskriminierung, Kolonialismus o. Ä. entwickelte) Lehre, Theorie, nach der Menschen bzw. Bevölkerungsgruppen mit bestimmten biologischen Merkmalen hinsichtlich ihrer kulturellen Leistungsfähigkeit anderen von Natur aus über- bzw. unterlegen sein sollen

Das zielt nicht auf eine feindliche Haltung? So? Lese ich anders. Und eine 100 Jahre alte Begriffsdefinition heranzuziehen ist wenig hilfreich um das zu rechtfertigen, was man heute unter dem Wort Rassismus versteht.

Schreiberling hat geschrieben:...Stereotypen in der einen oder anderen Form zum Ausdruck brachten - vermutlich wird das in anderen Bevölkerungsgruppen eher noch ausgeprägter sein, denn Fremde abzulehnen ist ja quasi der genetisch bedingte Naturzustand des Menschen.


Eine (eigentlich 2) zunächst mal aus der Luft gegriffene Spekulation deinerseits, die doch bitte zu untermauern wäre.
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Re: Ein Märchen aus unsrer Zeit von edlen Helfern aus der Fremde

Ungelesener Beitragvon Schreiberling » 5. Jun 2016, 16:08

Hirschfelds Begriff ist nicht über 100 Jahre alt, sondern stammt aus dem Jahren 1933 bis 1934 und ist quasi eine Streitschrift vor allem gegen die Postualitionen der NS-Rassentheoretiker. Da Hirschfeld jüdischer Abstammung war, liegt es nahe, daß er damit auch legitime soziale Zwecke verfolgt hat, aber sein argumentativer Kritikpunkt ist eben hauptsächlich, daß dergleichen nicht stichhaltig sei. Etwas anderes könnte ja auch wissenschaftlich gar nicht überzeugen.

In der Wikipedia heißt es dann auch:

Hirschfeld verfasste zwischen 1933 und 1934 eine Analyse und Widerlegung der nationalsozialistischen Rassendoktrin, die postum 1938 in englischer Übersetzung, unter dem Titel Racism veröffentlicht wurde. Diese Arbeit ist eine der ersten, die den Begriff Rassismus nutzt. Rassismus diene als Sicherheitsventil gegen ein nationales Katastrophengefühl und scheine für die Wiederherstellung der Selbstachtung zu sorgen, zumal er sich gegen einen leicht erreichbaren und wenig gefährlichen Feind im eigenen Land richte und nicht gegen einen achtenswerten Feind jenseits der nationalen Grenzen.[14] Dem Konzept der „Rasse“ konnte Hirschfeld nichts abgewinnen, was von wissenschaftlichem Wert wäre; stattdessen empfahl er die Streichung des Ausdrucks, „soweit damit Unterteilungen der menschlichen Spezies gemeint sind“.


Was heißt denn feindliche Haltung? Zunächst einmal würde ein Anhänger der Rassentheorie (lassen wir mal die mörderische NS-Wahnvorstellung außen vor) sicher argumentieren, daß sie nicht zur Rechtfertigung von irgendetwas entwickelt wurden, sondern das Resultat wissenschaftlicher Forschung sind und bestenfalls gewisse intuitiv gewählte Vorgehensweisen dann wisseschaftlich plausibilisieren.

Es mag zutreffen, daß der allgemeine Sprachgebrauch unter Rassismus eine vorsätzlich und vor allem ungerechtfertigte Diskriminierung von Bevölkerungsgruppen versteht, die entsprechenden linken Teile der Politik und Wissenschaft, die bei jeder Gelegenheit von Rassismus sprechen, greifen aber nicht bloß eine vermeintliche oder tatsächliche Diskriminierung an, sondern erachten bereits das nicht zweckgerichtete Annehmen bzw. Fürmöglichhalten rassenspezifischer Unterschiede für "rassistisch" - zumindest soweit sie sich auf den kulturell-kognitiven Bereich beziehen. Daß ein Schwarzer mehr Sonne verträgt als ein Weißer, das können wohl selbst die nicht bestreiten . -;)

Man muß aber bedenken, daß Linke gut darin sind, Begriffe zu besetzen, so daß letztlich die Allgemeinbevölkerung an vorsätzliche ungerechtfertigte Diskriminierung denkt, aber in Wirklichkeit längst unter das Verständnis dieser "Aktivisten" subsumiert wird, das nicht nur Diskriminierung, sondern jede Form von Klasifizierung bekämpfen will. So kommt etwa bei IQ-Untersuchungen immer wieder heraus, daß es rassenspezifische Unterschiede gibt, teils wohl sogar bei Adoptivkindern und bei gleichem sozialem Status. Für einen Linken ist das, da unerwünscht, rassistische Hetze und er würde vermutlich am liebsten diese Untersuchunen ganz verbieten oder sie so gestalten, daß bei allen das Gleiche herauskommt.

Nach solchen linken Definitionen fällt jedenfalls wesentlich mehr unter Rassismus als nach einem eher Allgemeinen Verständnis. Daher kommt es durchaus darauf an, wer den Begriff gebraucht.

PS: Nur mal so am Rande, es gibt vom "Stellvertreter des Führers" Rudolf Heß einen Erlaß, daß man doch die Neger, die im ersten Weltkrieg für Deutschland gekämpft haben und mit ihren Familien im Reich leben, anständig behandeln und ihnen Arbeit geben solle, statt sie zu schikanieren. Ob der Mann sich wohl tatsächlich einbildete einer gerechten Sache zu dienen? Auch Hitler verhalf dem jüdischen Arzt seiner Mutter meines Wissens zur Ausreise, weil er ihn schätzte. An solchen Extrembeispielen merkt man doch, daß man mit Diskriminierung allein nicht weiterkommt.
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Re: Ein Märchen aus unsrer Zeit von edlen Helfern aus der Fremde

Ungelesener Beitragvon Schreiberling » 5. Jun 2016, 16:17

Eine (eigentlich 2) zunächst mal aus der Luft gegriffene Spekulation deinerseits, die doch bitte zu untermauern wäre.


Haben sich die Menschen nicht schon immer in Konkurrenz um den Lebensraum (Jagdgründe etc. pp) gegenseitig bekämpft und verdrängt? Zuerst auf Sippenbassis und schließlich in größeren Körperschaften wie Staaten und Bündnissen. In den Völkerwanderungen waren Fremde auch nie gerne gesehen und auch vor ein paar Dekaden wollte die Vertriebenen Landsleute aus den Ostgebieten kaum einer haben.

Nun ja, daß sich die geistige Elite bei uns damit brüstet, besonders tolerant und weltoffen zu sein ist doch bekannt, setzte spätestens so in den gesellschaftlichen Umbrüchen ab den 1960ern ein, quasi als Antwort auf die Katastrophen des 20. Jahrhunderts.
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Re: Ein Märchen aus unsrer Zeit von edlen Helfern aus der Fremde

Ungelesener Beitragvon Knuddelbär-balu » 5. Jun 2016, 19:26

Schade, gute Hilfsaktionen werden durch eine saublöde Aktion österreichischer Journalisten diskreditiert.



Und trotzdem. Man könnte jetzt natürlich über österreichische Journalisten herziehen, Ausländer halt, - aber es zeigt doch nur: Gut gemeint und saublöd gemacht - Shit happens ..

weitere Quellen:
mopo24
br24
Die Welt
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