Erleidet man mit jeder Ideologie irgendwann Schiffbruch?

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Erleidet man mit jeder Ideologie irgendwann Schiffbruch?

Ungelesener Beitragvon Heinzz » 15. Jan 2018, 16:03

Hallo

Ideologien sind normalerweise schlüssig.
Erklärt ein Liberaler, daß jeder das bekommen soll, was er verdient, hört sich das vernünftig an.
Fordert der Sozialist, daß ein jeder das bekommen soll, was er benötigt, wird man das auch nachvollziehen können.

Ich denke das viele Menschen einfache Aussagen als Bais nutzen, um sich politisch einzuordnen.
Man kann dann aus dieser Position heraus Feindbilder entwickeln, um sich selbst zu definieren,
Ziele festlegen, das Handeln ausrichten, ......

Hört man Forderungen anderer Denkrichtungen, fühlt man sich schnell angegriffen,
sieht eine unzulässige/destruktive/... Absicht dahinter, .....

Ist man aber ehrlich zu sich selbst, oder versetzt sich in Positionen Anderer, so fängt die eigene Ideologie an zu bröckeln.

Gibt es Ideologien die man konsequent durchhalten kann?
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Re: Erleidet man mit jeder Ideologie irgendwann Schiffbruch?

Ungelesener Beitragvon Emma1951 » 15. Jan 2018, 16:33

Ideologien sind nicht schlecht wenn man trotzdem über den Tellerrand schaut. Wenn man anerkennt,dass es viele Ideologien gibt und diese akzeptiert.
Die absolute wahrheit hat keiner gepachtet.
Einer Ideologie blind zu folgen halte ich für gefährlich,jeder hat seine eigenen Werte,denen er sich zugehörig fühlt.Und das ist gut so!
Die Frage,ob man eine Ideologie konsequent durchhalten kann würde ich mit ja beantworten.Man kann aber hat dann Scheuklappen auf der Tomaten auf den Augen.
die Menschen bauen zu viele Mauern
und zu wenig Brücken
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Re: Erleidet man mit jeder Ideologie irgendwann Schiffbruch?

Ungelesener Beitragvon Joe12 » 15. Jan 2018, 19:58

Schlau wäre es natürlich aus jeder ideologie das beste zu nehmen und quasi in "handverkloppung" was ganz neues zu machen...
Ne diktatur mit kommunistisch-sozialistischen zügen Die volks- und wirtschaftsfreundlich gleichermaßen ist, und viele demokratische elemente enthält... mit dem ziel, dass das schwächste glied in der kette ein gutes leben führen kann und keine existenzängste haben muss sozusagen feindbild menschen mit schlechter stellung im sinne der verbesserung dieser stellung. quasi ne mischung aus allem guten... aber ich sehe schon samsas kommentar dazu "das geht nicht, weil statistik sowiso und so und so das sagt und schon 100 bazillionen studien gemacht wurden". Doch ich denke sowas ist schon möglich, aber nur wenn jeder mit macht, problematisch werden dann leute die n hals nicht voll kriegen, wo zuviel nicht genug war...
Solange es möglich ist sich zu bereichern oder sich in sonst einer Form besser zu machen als andere und solang der Mensch das Konkurrenzverhalten innerhalb seiner Art nicht ablegt, solange wird es Gier geben und solange es Gier gibt, solange wird es die heutigen krankhaften Auswüchse in Wirtschaft und Politik, sowie Krieg und Leid geben.

Wenn das Leben ein Geschenk ist, wüsste ich gern wo man es umtauschen kann.

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Das Leben wäre doch langweilig, wenn alles direkt funktionieren würde, nicht wahr?

Nein wäre es nicht, mich würde es freuen!

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Re: Erleidet man mit jeder Ideologie irgendwann Schiffbruch?

Ungelesener Beitragvon Troubardix » 15. Jan 2018, 22:11

Ich denke, völlig unabhängig davon, ob es um ernsthafte Themen oder auch nur völlig harmlose Meinungen zu den unterschiedlichsten Thematiken des Alltags oder des Berufs geht, sofern man sich zu sehr mit einer Idee identifiziert, verliert man häufig den Fokus. Wenn man hingegen immer genug Kontakt mit Menschen hat, die andere Ansichten und Einstellungen vertreten und dabei auch nie vergisst, dass man seinen Mitmenschen mit einem Mindestmaß an Respekt begegnen sollte - auch wenn die vielleicht erstmal selbst diesen Ansprüchen nicht genügen - dann wird man, meiner Ansicht nach, meistens relativ klarsichtig durchs Leben gehen.
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Re: Erleidet man mit jeder Ideologie irgendwann Schiffbruch?

Ungelesener Beitragvon Schreiberling » 17. Jan 2018, 23:38

Joe12 hat geschrieben:Schlau wäre es natürlich aus jeder ideologie das beste zu nehmen und quasi in "handverkloppung" was ganz neues zu machen...
Ne diktatur mit kommunistisch-sozialistischen zügen Die volks- und wirtschaftsfreundlich gleichermaßen ist, und viele demokratische elemente enthält... mit dem ziel, dass das schwächste glied in der kette ein gutes leben führen kann und keine existenzängste haben muss sozusagen feindbild menschen mit schlechter stellung im sinne der verbesserung dieser stellung. quasi ne mischung aus allem guten... aber ich sehe schon samsas kommentar dazu "das geht nicht, weil statistik sowiso und so und so das sagt und schon 100 bazillionen studien gemacht wurden". Doch ich denke sowas ist schon möglich, aber nur wenn jeder mit macht, problematisch werden dann leute die n hals nicht voll kriegen, wo zuviel nicht genug war...


Was Du beschreibst, nennt man, je nachdem, ob der betreffende Staat autoritär oder demokratisch geführt wird, autoritärer Korporatismus oder gelenkte Marktwirtschaft. Wobei der soziale Aspekt dabei fakultativ ist, in Österreich hat man gleich beides versucht, autoritären Korporatismus unter dem Ständestaat und nach dem Anschluß das Modell der Nazis und dann nach dem Krieg auf parlamentarisch-demokratischer Grundlage (Sozialpartnerschaft, verstaatlichte Industrien). In Japan und Frankreich gab es auch zeitweilig Versuche, den Markt stärker zu lenken. Autoritäre Varianten wären unter anderem noch Deutschland unter Hitler, Italien unter Mussolini, Portugal unter Salazar, Spanien unter Franco. Das moderne China ist auch in Teilen so ein Mischsystem.

Das Problem ist in der Regel, daß die Prosperität (nach oft vorhandenen Anfangserfolgen) in gewissem Maße hinter richtigen Marktwirtschaften zurückbleibt, weil sich Vetternwirtschaft und Korruption einstellen. Ein weiteres Problem ist, daß die Regierungen des jewiligen Staates in der Praxis ja nie unabhängig sind und als vermittelnde Autorität über dem ganzen stehen, sondern Wahlen gewinnen müssen oder sich ihre gesellschaftliche Machtbasis gewogen halten müssen. Die Konservativen Diktatoren Dollfuß und Salazar waren eigentlich sozial eingestellt, da sie aber von der Linken bekämpft wurden, denen die Arbeiterschaft ja zumindest traditionell zuneigt, war nicht viel Spielraum für Wohltaten für das Volk, denn dann hätte man natürlich für eine Weile alle Seiten gegen sich gehabt. Salazar zum Beispiel glaubte aber auch, daß er die Sache mit dem Wirtschaftswachstum äußerst gemächlich angehen lassen müsse, damit die Bauernschicht nicht zu schnell abschmilzt und durchein Industrieproletariat ersetzt wird, außerdem war er Katholik und daher grundsätzlich davon überzeugt, daß Armut keine ganz schlechte Sache sei. Das könnte man jetzt für alle praktizierten Modelle auseinanderdröseln, im Nationalsozialismus gab es starkes Wachstum und Vollbeschäftigung, es war aber unseriös finanziert usw. In Portugal gab es auch starkes Wachstum, aber erst nachdem die Kolonialkriege begannen und der Wirtschaftsprofessor Salazar denn zeigte, was er vorher mehr verhindert als gefördert hatte.

Ich sage mal, so, man könnte sicher einiges anders machen aber man wird die Vorteile, die man hat doch mit etwas anderem erkaufen. Alles gleichzeitig, geht halt nicht. Heutzutage sind wir nach meinem Dafürhalten zu sehr auf Globalismus und Freihandel usw. fixiert, aber das zu beenden wird es auch nicht zum Nulltarif geben. Und wenn jeder ein Recht auf einen Arbeitsplatz hat, dann werden das Viele auch ausnutzen, im Beruf nur das Allernötigste zu machen und dann wird man irgendwie gegensteuern müssen, um dem Schlendrian Herr zu werden und das könnte dann in der Praxis so aussehen, daß Arbeitsbummelei und Arbeitsscheu strafbar wird etc. pp. Für garantierte soziale Wohltaten und Besitzstände braucht es immer das autoritäre Korrektiv. Überläßt man einer Hand voll inländischer hersteller das Oligopol, dann braucht es auch Maßnahmen, die sicherstellen, daß nicht Gewinnmaximierung durch Qualitätsminimierung betrieben wird.
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Re: Erleidet man mit jeder Ideologie irgendwann Schiffbruch?

Ungelesener Beitragvon kissenschlacht » 31. Jan 2018, 19:07

Ideologien sind normalerweise schlüssig.

Jein, würde ich sagen! Weil jeder Mensch die Welt unterschiedlich wahrnimmt und empfindet. Und unterschiedliche Faktoren unterschiedlich gewichtet. Für den einen mag die persönliche Freiheit deutlich schwerer wiegen als Sicherheit, für einen anderen umgekehrt. Ich glaube nicht dass bei einer Ideologie wirklich alles für alle Menschen schlüssig sein kann. Dazu kommt dann noch, dass die Welt und unsere Gesellschaft sich ständig im Wandel befindet. Starre Ideologien sind meiner Meinung nach nicht für die Ewigkeit gemacht.
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