Islamisierung Europas (diepresse.com)

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Re: Islamisierung Europas (diepresse.com)

Ungelesener Beitragvon samsa » 31. Jul 2016, 16:54

In dem Wort Fremder steckt doch eigentlich schon drin, daß er nicht so ohne weiteres dazugehört

Diese Aussage finde ich ziemlich problematisch. Das klingt so, als solle durch einen Begriff eine Vorstellung legitimiert werden, auf der dieser Begriff basiert - ein Zirkelschluss. Wer oder was "fremd" ist, ist immer kontextabhängig. Muslime haben zum Beispiel häufig ein gering ausgeprägtes Nationalbewusstsein und verstehen sich eher als Teil einer weltumspannenden Ummah, einer Gemeinschaft der Gläubigen. Unser Nationalbegriff entstand sukzessive über Jahrhunderte und wurde vor allem im 19. Jahrhundert ausgeprägt, im Mittelalter war - ähnlich wie im Islam - die Christianitas, die Christenheit, die Trägerin der kollektiven Identität. Noch im letzten Jahrhundert galten Ehen zwischen Katholiken und Protestanten als "Mischehen". Identifikative Bezugspunkte sind letztlich frei wähl- bzw. konstruierbar.

Wir müssen auf einer individuell-zwischenmenschlichen Ebene tolerant sein gegenüber dem vermeintlich "Fremden", weil jede angeblich noch so homogene Gesellschaft in sich selbst schon unendlich komplex ist: jeder ist jedem auf irgendeiner Ebene fremd. Vorstellungen vom Eigenen und Fremden auf die individuelle Ebene herunterzubrechen ist unsinnig und gefährlich. Kollektive Identität entsteht immer aus Schnittmengen und lässt über den Einzelnen keine Aussage zu. Wer das "Eigene" so präzise zu definieren versucht, dass er sich über die "Zugehörigkeit" einer Einzelperson zu urteilen erlaubt, verstrickt sich immer in Widersprüche. Warum soll z.B. Cherno Jobatey "fremder" sein als Wolfgang Wendland? Warum soll Cem Özdemir fremder sein als Götz Aly, der Nachfahre des Kammertürken Friedrich Aly?
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Re: Islamisierung Europas (diepresse.com)

Ungelesener Beitragvon Schreiberling » 31. Jul 2016, 17:42

Nun, daß sich Menschen in Familien, Sippen, Stämmen, Völkern, Nationen usw. voneinander abgrenzen ist so alt wie die Menschheit selbst und ich will unsee Kultur, unsere Nation, unsere Lebensweise usw. so unscharf und vage sie auch sein möge, dagegen verteidigt sehen, ich möchte mich nicht mit Massen an Zuwanderern und deren Nachkommen auf einen neuen Konsens einigen müssen, sondern, daß sich die jeweiligen Völker organisch weiterentwickeln auf ihren kulturellen, genetischen und geographischen Grundlagen und ohne einen geradezu revolutionären Umsiedlungsprozeß.

Daß das natürlich umgekehrt nicht heißen kann, da man eine Hatz auf alles Fremde veranstaltet und Leuten, die sich vielleicht durch langdauernden Aufenthalt und Einfindung in die Gemeinschaft schon ein Recht hier zu bleiben erworben haben, dann einfach deportiert oder Ähnliches.

Wenn jährlich ein paar tausend Menschen ab- und zuwandern, dann geht das auch in Ordnung, aber nicht die derzeitige Massenentwicklung, bei der quasi ales ausgetauscht und umgestaltet wird. Der Nationalstaat des 19. Jahrhunderts ist meines Erachtens das Idealbild, soweit sich die Nationen allerdings freundschaftlich verbunden sind - dieser Unterschied muß freilich schon gemacht werden.

Meinetwegen könnte man auch die Entwicklungshilfe stark erhöhen (ich persönlich war da schon immer kritisch, ob diese 0,X % ausreichend sind), ums Geld geht es mir nicht, ich will nur unser Land erhalten sehen. Eine individuelle Ausgrenzung ist von mir auch nicht angestrebt, aber wenn man jedem einzelnen Migranen ein freundliches Gesicht zeigt, dann kommen sie am Ende weiter in Massen.
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Re: Islamisierung Europas (diepresse.com)

Ungelesener Beitragvon samsa » 31. Jul 2016, 17:57

Ich bin auch an einer Wahrung der kulturellen Identität der europäischen Nationen - sowie aller regionalen Subkulturen - interessiert, aber Wörter wie "Fremder" sind da eben fehl am Platz. Das Problem sind ja gerade die großen Zahlen an schlecht integrierbaren Zuwanderern. Käme auf 1000 Einwohner 1 Moslem, dann fiele er gar nicht groß auf, weil sich die 1000 Nichtmigranten untereinander schon in zahllosen Punkten unterscheiden. Was sollte dann das "Fremde" an diesem Einen sein? Was würde ihn fremder machen als, sagen wir, den Punk aus Sachsenroda, der Deutschland sch***** findet, indische Musik hört und gerne vietnamesisch kocht? Wie gesagt: auf einer individuellen Ebene macht die Definition von "eigen" und "fremd" keinen Sinn. Sie macht nur Sinn in einem weit größeren Maßstab. Wer Menschen pauschal als Fremde deklassifiziert, ist nicht mehr so fern vom völkischen Nationalismus. Diesen Homogenisierungswahn hatten wir bereits. Wir brauchen keine Arierpässe, um Deutschlands Identität zu bewahren.
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Re: Islamisierung Europas (diepresse.com)

Ungelesener Beitragvon Schreiberling » 31. Jul 2016, 18:10

Mein einer Großvater war nach 1945 nie so ganz in der Bundesrepublik angekommen und wenn ich dort war, vertrat er entsprechende Standpunkte. (So ein richtiger Nazi war er allerdings nicht, die Morde hat er immer abgelehnt und verurteilt.)

Ich habe es das damals jedenfalls für ewig gestrige Spinnereien gehalten, auch wenn er ein gebildeter Mann war. Nur leider bewahrheitet sich gefühltermaßen von seinen Prophezeiungen immer mehr.

Es kann auch nicht um einen völkischen Homogenitätswahn gehen, aber die Erde sollte auch nicht nur noch von gleichförmig braunäugigen, schwarzhaarigen und braunhäutigen Menschen besiedelt sein. Momentan sieht es nach Vernichtung der Rassenvielfalt aus, weil die ganz hellen, aber auch die ganz dunklen Rassen langsam untergehen werden.
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Re: Islamisierung Europas (diepresse.com)

Ungelesener Beitragvon Nahema » 2. Aug 2016, 22:32

Ich pauschaliere Menschen nicht generell als Fremde, diese islamistischen Zuwanderer jedoch sehr wohl...und Nationalismus ist in Zeiten wie diesen nicht so verkehrt, da es die EU nicht schafft die Außengrenzen zu schützen - sollte das ein Homogeniesierungswahn sein, auch gut.
Hätte Ö die Balkanroute nicht geschlossen, wofür uns Bayern durchaus dankbar war, wäre die Situation in unseren Ländern schlimmer als es jetzt ist...ok, ich weiß was jetzt kommt, Flüchtlinge lassen sich durch nichts aufhalten.
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