Merkel zu Würzburg und Ansbach

Hier dreht sich alles um das politische Weltgeschehen.

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Re: Merkel zu Würzburg und Ansbach

Ungelesener Beitragvon Lillith » 30. Jul 2016, 22:07

Ich fand diese Pressekonferenz sehr schwer zu ertragen.
Hab sie mir aber natürlich trotzdem angesehen.

Merkel ist nicht mal in der Lage Worte der Bestürzung und Betroffenheit selbständig zu formulieren und ohne abzulesen glaubhaft vorzutragen. [hmmm]

Ich kann mich den vielen, vielen kritischen Stimmen nur anschließen und bedaure zutiefst das Fehlen einer vernünftigen Opposition.
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Re: Merkel zu Würzburg und Ansbach

Ungelesener Beitragvon Schreiberling » 30. Jul 2016, 22:49

Da ein Engagement in einer solchen Opposition karrieregefährdend ist, gibt es eine natürliche Hemmung sich daran zu beteiligen. Eine Partei wie die AfD wird zunächst eben nur die Zweite Reihe, Leute, die sich ins Aus manövriert haben und eben Überzeugungstäter, denen das egal ist, anziehen. Da bleibt nichts als einfach sie trotzdem zu wählen, sobald sich die Erfolge dauerhaft einstellen, kommen dann auch die richtig guten Leute in Massen.

Ansonsten ist die Propaganda der AfD meines Erachtens deshalb so flach, weil sie gerade im Bereich der eher Ungebildeten fischt. Solche Leute sind halt schneller für diese oder jene Sache zu bewegen. Ich habe da in der etwas weiteren Nachbarschaft einen Hilfsarbeiter, der hat von der Linken über SPD und CDU bis zur NPD wohl schon alles mal gewählt.
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Re: Merkel zu Würzburg und Ansbach

Ungelesener Beitragvon Lillith » 30. Jul 2016, 23:45

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Re: Merkel zu Würzburg und Ansbach

Ungelesener Beitragvon Lillith » 30. Jul 2016, 23:53

Ansonsten ist die Propaganda der AfD meines Erachtens deshalb so flach, weil sie gerade im Bereich der eher Ungebildeten fischt. Solche Leute sind halt schneller für diese oder jene Sache zu bewegen. Ich habe da in der etwas weiteren Nachbarschaft einen Hilfsarbeiter, der hat von der Linken über SPD und CDU bis zur NPD wohl schon alles mal gewählt.

Du, inzwischen interessiert es viele gar nicht mehr wie die AFD ihre Wahlplakate kreiert oder wer sie zum hunderttausendsten Mal mit Dings und Bums basht.
Zumindest der aktuellen Stimmung kann man entnehmen, insbesondere wenn man die Leserkommentare der verschiedenen Online-Zeitschriften verfolgt ( sogar die Kommentare in "die Zeit" haben sich gedreht), dass die AFD als einzige oppositionelle Variante betrachtet wird, ob sie nun tauglich ist oder nicht.
Sie wird ja nicht als regierungsfähig gesehen, aber als Druckmittel.

Katastrophal sehe ich eher was nächstes Jahr dann tatsächlich passieren könnnte/ wird ?
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Re: Merkel zu Würzburg und Ansbach

Ungelesener Beitragvon Jacko » 31. Jul 2016, 08:54

Genau das ist dann der Nährboden der Splitterparteien, weil die Wenigen, die dann noch wählen gehen, diejenigen sind, die sich in diese Richtung orientieren! Die Weimarer Republik ist das beste Beispiel dazu, wie viele kleine Parteien das System derart schwächten, dass der Zusammenbruch gar nicht mehr abzuwenden war.

Merkel hat bei der Pressekonferenz sowas von herumgeeiert, dass man sich fragen musste, ob sie wirklich der Meinung war, wegen dieser Luftpumpe tatsächlich den Urlaub unterbrechen zu müssen. Dass sie an der Aussage "Wir schaffen das" derart blind festhält, zeigt mir eigentlich, dass man ihr bis heute noch nicht die ganze Wahrheit sagt bzw. sie rein aus Protest gegen die CSU an ihrer Aussage festhält. Keiner hätte eine Kertwende erwartet, aber jeder ein klein weniger Realismus und Eingeständnis, dass es bei Weitem nicht so einfach lief, wie sie es wollte.

Sie ist ein Ziehkind von Kohl. Kohl schaffte die Wende, sie will die Flüchtlingskrise schaffen, um Meilensteine zu setzen. Andere hat sie ja nicht...
"Die Summe der Interligenz auf dem Planeten ist eine Konstante, aber die Bevölkerung wächst"
(Jean-Luc Picard)


Ich schlaf nicht gern auf weichen Daunen;
denn statt des Märchenwaldes Raunen
hör ich im Traume all die kleinen
gerupften Gänslein bitter weinen.
Sie kommen an mein Bett und stöhnen
und klappern frierend mit den Zähnen,
und dieses Klappern klingt so schaurig...
Wenn ich erwache, bin ich traurig.

Heinz Erhardt
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Re: Merkel zu Würzburg und Ansbach

Ungelesener Beitragvon Schreiberling » 31. Jul 2016, 12:20

Die vielen kleinen Parteien in Weimar werden überschätzt. Deutsche Schüler werden seit Jahrzehnten mit der Lüge, nun sagen wir Halbwahrheit, versorgt, die 5%-Klausel sei "als Reaktion" auf Weimar quasi unmittelbar nach dem Krieg eingeführt worden.

Das stimmt aber nicht wirklich, Grundgesetz und Landesverfassungen kannten vor 1953 überhaupt keine 5%-Hürden, ich meine, das zog sich so bis 1959 hin, bis sie im letzten Land eingeführt worden war. Das waren eher Ideen von SPD und CDU, um es bequemer zu haben, nachdem feststand, welche Parteien stark sind und nicht. Folglch trickste dann die CDU durch gezieltes Nichtantreten in bestimmten Wahlkreisen, ihren Koalitionspartner Deutsche Partei über die Grundmandatsklausel in den Bundestag, bis man sie 1960 nicht mehr brauchte.

Heute würde die CDU die DP wohl rechtsextrem nennen, aber damals wurde ja auch noch Hans Globke, der die Nürnberger Rassegesetze mitverfaßt und kommentiert hatte Kanzleramtschef und erhielt später das Bundesverdienstkreuz.

Weimars Problem war, daß weder die Parteien noch die Bevölkerung diesen Staat wirklich haben wollten. Die einen wollten die Monarchie wieder (DNVP), die anderen einen Sowjetstaat (KPD) und die Nationalsozialisten eben einen Führerstaat. Das Vertrauen in die parlamentarische Demokratie und den Parteienstaat war zudem gering, weil der eben nicht die Probleme löste. Und genau diese fehlende Problemlösungskompetenz haben wir bei Merkel und Konsorten wieder.

Einen ziemlich zersplitterten Reichstag gab es auch schon im Kaiserrreich. Es gibt eine zeitgenössische Graphik über den Reichstag 1912.

http://www.pictokon.net/bilder/06-bilde ... ahlen.html
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Re: Merkel zu Würzburg und Ansbach

Ungelesener Beitragvon Schreiberling » 31. Jul 2016, 13:03

Lillith hat geschrieben:Du, inzwischen interessiert es viele gar nicht mehr wie die AFD ihre Wahlplakate kreiert oder wer sie zum hunderttausendsten Mal mit Dings und Bums basht.
Zumindest der aktuellen Stimmung kann man entnehmen, insbesondere wenn man die Leserkommentare der verschiedenen Online-Zeitschriften verfolgt ( sogar die Kommentare in "die Zeit" haben sich gedreht), dass die AFD als einzige oppositionelle Variante betrachtet wird, ob sie nun tauglich ist oder nicht.
Sie wird ja nicht als regierungsfähig gesehen, aber als Druckmittel.

Katastrophal sehe ich eher was nächstes Jahr dann tatsächlich passieren könnnte/ wird ?
Ein Zusammenschluss von CDU/CSU+SPD+Grüne+Linke.
Also ein Wirrwar von nicht allein regierungsfähigen Parteien, die in sich nicht meinungskonform sind.


Leserkommentare sind ja nicht so wirklich repräsentativ, das merkst Du ja auch hier im Forum, anfangs regte sich der linke Teil des Forums ständig und intensiv über meine Meinungsäußerungen auf, jetzt nur noch gelegentlich. Für die Linksliberalen und Linken läuft ja im Grudne alles prima, bloß mit dem kleinen Dämpfer, daß jetzt alles tatsächlich eintritt, wovor wir Altkonservativen gewarnt haben. Es tritt halt so eine Art Gewöhnungseffekt ein. (Ob sich in Weimar wohl der Nazi und der KPDler, die Tür an Tür wohnten, auch grüßten, wenn sie sich dort zufällig begegneten, während sie dann, wennn sie Versammlung hatten, gewaltsam aufeinander losgingen?)

Ich sehe ja zwischen CDU, SPD und Grünen kaum noch Unterschiede, der Münchner Löwe brüllt, trägt es dann aber auch mit. Nun ja, die Linke hat sich auch den Etablierten angenähert oder eher die der Linken? Aber ob die AfD bis dahin so stark ist, daß das überhaupt eintritt? Dazu müßte man an einem Strang ziehen, tut man aber nicht, wie man leicht sehen kann. Außerdem findet sich unter den AfD-Wählern vom Neoliberalen der Steuersenkungen und Privatisierungen will, den enttäuschten Christdemokraten, über den klassischen Nationalkonservatien bis hin zu kleinen Leuten die für Lohnerhöhungen,bedingungsloses Grundeinkommen und solche Sachen sind, allles Mögliche. Es hat da dann auch enttäuschte Tierschützer, weil die Grünen dem Schächten entgegnkommen wollen.

Die AfD ist einfach nur ein Sammelbecken verschiedenster Leute, die mit Teilaspekten der gegenwärtigen Politik nicht zufrieden sind und die AfD kann deshalb vermutlich nur schwer ein Konzept präsentieren, weil dann wieder viele abspringen würden. Ein wirkliches in sich geschlossenes Konzept für die Zukunft unseres Landes zeigt sie jedenfalls nicht auf. Wobei das ja vielleicht auch gar nicht nötig ist, denn solche totalen Konzepte für den neuen Staat sind ja doch irgendwie immer so ein Indiz für eine Partei, die die nicht mehr so ganz demokratisch ist.

Ob das aber eine Katastrophe wäre, wenn die anderen eine Allparteienkoalition bilden müssen? Dann zerfällt das ganze vielleicht schneller, die CDU sägt Merkel ab und es gibt dann eine Koalition mit der AfD. (Träumen darf man ja noch...)
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Re: Merkel zu Würzburg und Ansbach

Ungelesener Beitragvon Lillith » 31. Jul 2016, 13:44

Leserkommentare sind ja nicht so wirklich repräsentativ, das merkst Du ja auch hier im Forum, anfangs regte sich der linke Teil des Forums ständig und intensiv über meine Meinungsäußerungen auf, jetzt nur noch gelegentlich.

Was heißt Leserkommentare sind nicht repräsentativ ? Repräsentativ für WAS ausserdem ? Dafür wie letztendlich gewählt wird ? Nee, DAS ganz sicher nicht, aber sie repräsentieren doch einen Teil der Grundstimmung und die ist, nicht nur in den Medien, auch überall wo ich hinhöre und mich unterhalte, ganz klar gegen Merkel und ihren Kurs.

Das Forum hier ist für mich allerdings wirklich nicht repräsentativ, weil die paar Männekins hier.....also bitte [hmmm] is doch lächerlich.




Die AfD ist einfach nur ein Sammelbecken verschiedenster Leute, die mit Teilaspekten der gegenwärtigen Politik nicht zufrieden sind und die AfD kann deshalb vermutlich nur schwer ein Konzept präsentieren, weil dann wieder viele abspringen würden. Ein wirkliches in sich geschlossenes Konzept für die Zukunft unseres Landes zeigt sie jedenfalls nicht auf. Wobei das ja vielleicht auch gar nicht nötig ist, denn solche totalen Konzepte für den neuen Staat sind ja doch irgendwie immer so ein Indiz für eine Partei, die nicht mehr so ganz demokratisch ist.

Also ist sie, wie ich sagte, keine vernünftige Opposition. Dennoch wird sie ganz sicher ihre Prozente bei der Wahl nächstes Jahr abgreifen und ggf. wird sie koalitionsfähig sein (zumindest eben prozentual ).

Es wird ganz, ganz sicher so sein, dass die AFD einen extremen Sprung nach oben machen wird, die CDU wird stark abfallen, SPD und noch linkser sowieso.

Aber natürlich wird niemand mit der AFD koalieren wollen, also schließen sich die anderen zusammen und das ist desaströs............ [O.o]
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Re: Merkel zu Würzburg und Ansbach

Ungelesener Beitragvon Lillith » 31. Jul 2016, 14:05

Aber mal ab davon, du wirst sicher schon längst gemerkt haben, dass es keinen Spaß und Sinn macht hier politisch zu diskutieren, zumindest erschließt sich MIR der Sinn nicht, wieso ich hier in diesem Forum noch meine Meinung kundtun sollte, was auch der Grund dafür ist, mich hier sehr zurückzuhalten, es interessiert zudem keine Sau und meine Gesprächspartner habe ich zudem im RL zur Genüge, was sehr viel befriedigender ist, als hier anonym auf die Kacke zu hauen.
Und deswegen ist für mich hier alles weitere auch gesagt.
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Re: Merkel zu Würzburg und Ansbach

Ungelesener Beitragvon Schreiberling » 31. Jul 2016, 15:20

Das Forum ist natürlich nicht repräsentativ, aber die political-Correctness-Fraktion hat sich jetzt m.E. eben aller Orten damit abgefunden, daß sie nicht mehr die absolute Lufthoheit hat.

Ich denke auch, daß die Mehrheit der Bevölkerung gegen diesen Kurs ist (wie weit, das ist aber die Frage und wenn man es von der Masse der Migranten auf den Einzelfall (den einzelnen Fall) runterbricht, kann es wieder anders aussehen). Aber vermutlich denken viele so: Eigentlich hat die AfD ja Recht, was die Asylpolitik angeht, aber bevor ich den nächsten Hitler wähle, wähle ich doch lieber CDU, SPD und so schlimm wird es ja schon nicht kommen.. Außerdem sind die inkompetent und Wirtschaft ist bestimmt viel wichtiger als ein paar (oder auch ein paar mehr) Asylanten. Denn die Dynamik dieser Entwicklungen ist dem Gros der Deutschen schlicht unbekannt.

Auch die AfD (ja selbst nicht mal die NPD) malt keine Szenarien eines islamisierten oder sich im Bürgerkrieg befindlichen Deutschland in zwanzig oder 100 Jahren an die Wand. Nicht mal die hohe Fertilität wird thematisiert oder das sich verändernde Gleichgewicht der Geschlechter. Der Grund dürfte in § 130 StGB (Volksverhetzung) und der Gefahr der Beobachtung durch den Verfassungsschutz bzw. eventuell Parteienverbotsverfahren liegen. (Das Wort Grundgesetz und Verfassung hat einen magischen Klang obwohl die meisten Deutschen weder wissen, was da drinsteht, noch wie es zustandegekommen ist. Viele schimpfen sogar auf Gerichte, obwohl deren Urteile Resultat eben jener immer umfassender berücksichtigten Grundrechtsordnung sind. Scheint so das einzige zu ein, auf das man als Deutscher abseits der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit stolz sein kann.)

Man kann hinsichtlich oben genannter Entwicklungen zwar argumentativ untermauerte Vermutungen äußern, aber nicht eindeutige politische Propaganda damit betreiben, die diese Entwicklungen quasi als Faktum annimmt und darauf aufbaut. Eine Partei muß sich da dann auch mehr zurückhalten als ein Privatmann.

In diesem eindeutigen Stil z.B. darf man heute wohl nicht nicht mehr Wahlwerbung betreiben: http://userpage.fu-berlin.de/roehrigw/l ... cs/b61.jpg

Also als Abwandlung vielleicht einen Imam und dann darunter "Soll Deutschland bald ihm gehören?" Oder gar einen Herrn mit einer Axt und einer Zeile wie, "Wenn jetzt nicht bald gehandelt wird, werden unsere Köpfe rollen." Damit würde eine Gruppe eben einer pauschalen Verdächtigung ausgesetzt und das Zusammeleben in der Bevölkerung gestört. In solch plastischer oder platter Form würde da nicht genügend deutlich, daß es auch Gegenmeinungen gibt und daß es letztlich nur eine (mehr oder weniger fundierte) Vermutung künftiger Entwicklungen darstellt.

Wobei es natürlich erlaubt ist, etwa auf Entwicklungen im Libanon oder in Nigeria oder sonst wo zu verweisen, aber natürlich auch nur, wenn es sachlich bleibt. So viel Text bekommt man aber kaum auf ein Wahlplakat.

Der Volksverhetzungsparagraph hatte ursprünglich (vor 1960) den Sinn, den Klassenkampf zu unterbinden, also für Ruhe und Ordnung zu sorgen, genau das soll er vom Grundgedanken heute auch noch, nur sind es eben nicht mehr vorwiegend Arbeiter und besitzende Klasse, sondern v.a. kulturell, rassisch, religiös verschiedene Gruppen.

Auch klassische Propagandafilme mit klaren Aussagen und starker musikalischer emotionaler bzw. suggestiver Untermalung dürften heute nicht mehr unbeschränkt zulässig sein. (Sonst gäbe es sie sicher noch.)

Eine starke Aufrüttelung bzw. Aufhetzung (nun das ist eben Ansichtssache) der Bevölkerung soll auf Kosten der Meinungsäußerungsfreiheit durch die Rechtsordnung unterbunden werden. Mit zunehmender Multikulturalität wurde dann die entsprechende Gesetzgebung immer weiter ausgedehnt, um Zusammenstöße einzudämmen.

Feilich ist das aber wieder mit dem Grundrecht auf Meinungsfreiheit abzuwiegen, weshalb bis jetzt etwa Höckes Reden als nicht justiziabel angesehen wurden. Aber Höcke hat ja auch wohl nie reine Tatsachenbehauptungen aufgestelllt.

...

Was die Vernünftigkeit angeht, scheint mirdie AfD derzeit genauso ein Gemischtwarenladen wie die CDU zu sein, nur mit anderem Tenor. Ob es in einer pluralistischen Demokratie überhaupt Parteien geben kann, wo nur die Klügsten zu Wort kommen und die weniger begabten Mitglieder hinter diesen zurckstehen? Das wäre ja dann fast mehr Aristokratie als Demokratie.

Was mir bei der AfD aber (noch) fehlt, ist die Poliik aus einem Guß (das setzt aber voraus nicht nur Stimmungen aufzugreifen, sondern meinungsbildend zu wirken, also Menschen für den eigenen Kurs zu gewinnen und nicht ur durch vage Aussagen vorzuspiegeln, seine Interessen würden schon irgendwie berücksichtigt) und zum Teil auch die Fachkompetenz. Vielleicht sollte man sie in einen liberalkonservateiven Block, der wieder mit der ALFA sich vereinigt und einen nationalkonservativen aufspalten. Es gibt im Grunde einen Antagonismus zwischen Liberalen und Konservativen, der nur durch Kompromiß zu überbrücken ist.

Wenn die AfD dahingegen Volkspartei rechts der CDU werden will, dann müssen eben einerseits die fähigsten Leute in die richtigen Positionen und andererseits müssen sich dann eben die Flügel gegenseitig tolerieren.

Nehmen wir nur mal das Gezanke um Gedeon in Baden-Württemberg: Da hätte man sich eben erst mal intern absprechen müssen, welche Linie man fährt. Meuthen hätte sich ja persönlich scharf davon distanzieren können, aber gleich die Fraktion zu zerlegen, das war völlig unprofessionell.

Hätte es nicht gereicht, sien Fraktionskollegen etwa eine gemeinsame Erklärung gegen Antisemitismus unterzeichenn zu lassen und gegenüber Gedeon eine Mißbilligung zu erklären!? Ich meine wenn Adenauer einen Globke zum Kanzleramtschef machen konnte und dem das Bundesverdienstkreuz verleihen ließ, dann wird ja wohl ein Abgeordneter Gedeon (ich frage mich bei dem amen übrigens immer ob der selbst vielleicht jüdische Wurzeln hat, das ist nämlich hebräisch) zu verschmerzen sein.

Wenn dann die CDU in Baden-Württemberg großkotzig polemisiert, dann sollte man vielleicht bei der AfD den Mumm haben, mal dezent an einen NS-Marinerichter Filbinger zu erinnern, der ohne Not Todesurteile gesprochen hat und bei dem die CDU ja noch bis ganz jüngst keinerlei Probleme hatte, wie es ein Herr Öttinger (ebenfalls Jurist) auf den Punkt brachte mit dem Satz "Filbinger war kein Nationalsozialist, im Gegenteil ..." (oder so ähnlich jedenfalls). Besagter Filbinger hatte übrigens vor Gericht zu seiner Verteidigung vorgebracht "was damals Recht war, kann heute ja nicht Unrecht sein". War schon irgendwann Ende der 70er wohlgemerkt, nicht 1946 oder so.

...

Ach ich diskutiere ganz gerne in Foren, da bekommt man wenigstens ehrliche Meinungen zu hören, RL trauen sich die Leute das weniger.
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