Politisch korrekt oder wie?

Hier dreht sich alles um das politische Weltgeschehen.

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Re: Politisch korrekt oder wie?

Ungelesener Beitragvon Lillith » 20. Jan 2018, 13:41

Daß es Zeiten gab in denen Neger anders beurteilt wurden als heute, kann daran überhaupt nichts ändern, ansonsten müßten auch Begriffe wie Frau, Homosexueller, Chinese, Franzose etc. pp. "diskriminierend" sein.

Dieser Vergleich hinkt jezt aber, weil das Wort Frau einen weiblichen erwachsenen Menschen bezeichnet, als Gegenstück zum Mann. "Frau" schließt somit ALLE Menschen ein, auch "Neger"-Frauen.

Homosexueller ist auch ein Überbegriff für ALLE gleichgeschlechtlich liebenden Menschen, auch Frauen, auch farbige Frauen und Männer, auch WEIßE, also ALLE Rassen !


Chinese/ Franzose sind keine Rassen sondern Nationen. Es gibt schwarze Franzosen und weiße.

Chinesen gibts zwar nur in hell, aber auch das sind eben die Einwohhner eines Landes, welches China heißt.



Diese ganze Argumentation ist absurd, das wäre ja so, als würde man mit der These aufwarten, der Begriff "Jude" sei durch die Geschichte und die historisch schwankedne aber doch verbreitete Ablehnung der Juden diskreditiert und jetzt dürfe man die Juden nicht mehr Juden nennen und jeder, der es dennoch tut, sei ein Antisemit.


Schauen wir mal auf diesen Artikel, denn tatsächlich wird sich ein wenig schwer getan

http://www.deutschlandfunkkultur.de/jue ... _id=339562


Was ich ganz klar bedeutend finde und was auch im Artikel erwänt wird: "Jude" ist wie wenn ich sage "Christ".
Es handelt sich um ein Volk, oder besser es handelt sich um ein Glaubensvolk, vollkommen unabhängig von einer RASSE.
Jude kann jeder sein, egal welche Hautfarbe, ich muss nur einen jüdischen Mann heiraten, dann sind die Kinder automatisch Juden, bei den Juden.
Ich kann jetzt natürlich zurück zu den Wurzeln, dann sind die Juden nicht mehr die Juden sondern die Hebräer.


Aber mal was anderes, wie stehst du denn zu dem Begriff "Kanacke" ?
Ich finde das ist sogar noch schlimmer als "Neger", vor allem wenn man es quasi "ausspuckt".
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Re: Politisch korrekt oder wie?

Ungelesener Beitragvon Joe12 » 20. Jan 2018, 13:44

Verwaltungsrecht at?

Wie auch immer, es gibt ja auch noch anderes was zum Politisch korrekten gehört... z.b. Berufsbezeichner*in oder GesprächspartnerInnen
So sache wie das Binnen I und so...


@Lilli: der begriff ist auch als direkte beleidigung zu verstehen, grundsätzlich.
Solange es möglich ist sich zu bereichern oder sich in sonst einer Form besser zu machen als andere und solang der Mensch das Konkurrenzverhalten innerhalb seiner Art nicht ablegt, solange wird es Gier geben und solange es Gier gibt, solange wird es die heutigen krankhaften Auswüchse in Wirtschaft und Politik, sowie Krieg und Leid geben.

Wenn das Leben ein Geschenk ist, wüsste ich gern wo man es umtauschen kann.

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Das Leben wäre doch langweilig, wenn alles direkt funktionieren würde, nicht wahr?

Nein wäre es nicht, mich würde es freuen!

Für Inkompetenz haben wir Zeit!
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Re: Politisch korrekt oder wie?

Ungelesener Beitragvon Lillith » 20. Jan 2018, 13:49

Joe12 hat geschrieben:
@Lilli: der begriff ist auch als direkte beleidigung zu verstehen, grundsätzlich.


Sowohl as direkte Beleidigung, als auch bezogen auf ALLE Türken bzw. Menschen arabischer Herkunft.
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Re: Politisch korrekt oder wie?

Ungelesener Beitragvon Jacko » 20. Jan 2018, 14:11

Ich habe seit ca. einem Jahr einen direkten Kollegen aus Ghana, der vor ca. 15 Jahren nach Deutschland gekommen ist, hier zur Schule ging, studierte und jetzt in der Arbeitswelt steht. Ihn habe ich in einem Gespräch gefragt, wie er nun zur Debatte steht, wie man nun einen Menschen aus Afrika mit deutlich dunklerer Hautfarbe nennen soll?

Er empfindet "stark pigmentierter Mensch" als Diskriminierung. Auch Neger findet er nicht wirklich angenehm, würde es aber bei entsprechendem Tonfall und Situation nicht bemängeln. Schwarzer oder Schwarzafrikaner oder Dunkelhäutiger sei alles okay, weil es bei den Worten immer auf den Tonfall ankommt.

Neulich saßen wir in der Abteilungsrunde und unser Chef erzählte etwas aus einer anderen Besprechung, bei der genau eine uns allen bekannte Person wieder die A-Karte gezogen hatte. Chef dazu. Irgendwo findet man immer ein schwarzes Schaf.... und Kollege Yanik lachte lauthals los... alle lachten mit und Chef hatte einen roten Kopf... [42

Vor einem Jahr war auch Michael (Maikel) in der Runde dabei, ein Mensch, wenn der die Augen aufmacht und grinst biste geblendet... [1 Er bestätigte im Prinzip meine Aussage.

Und daher lebe ich so, wie ich es jetzt für richtig finde. Die Diskussion darüber, wer wann was gesagt hat wie gemeint und woher das kommt, mag durchaus interessant sein, aber eigentlich spielt es kaum eine Rolle.

Im Zusammenleben mit diesen Menschen ist es wie mit jedem anderen auch, der Ton macht die Musik!
"Die Summe der Interligenz auf dem Planeten ist eine Konstante, aber die Bevölkerung wächst"
(Jean-Luc Picard)


Ich schlaf nicht gern auf weichen Daunen;
denn statt des Märchenwaldes Raunen
hör ich im Traume all die kleinen
gerupften Gänslein bitter weinen.
Sie kommen an mein Bett und stöhnen
und klappern frierend mit den Zähnen,
und dieses Klappern klingt so schaurig...
Wenn ich erwache, bin ich traurig.

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Re: Politisch korrekt oder wie?

Ungelesener Beitragvon Chefstratege » 20. Jan 2018, 19:06

Schreiberling hat geschrieben:Solche Artikel in der Wikipedia sind in vielfach von linksradikalen Kulturmarxisten und Scharfmachern zusammengeschrieben. Die Haupseite wird zwar scheinbar sachlich gestaltet, aber schon in den diskussionen kann man sich nicht mehr zurückhalten. Man sehe mal auf die Diskussionsseiten, insbesondere auch bei der AfD, wie sie da offen geifern und teilweise regelrecht üble Machenschaften betreiben, etwa einen "Genossen" an einer Hochschule damit beauftragen, ihre Propaganda mit auf Grund dessen akademischer Würden zitierfähigen Artikeln zu untersetzen. Ich habe dort mal eine Diskussion verfolgt, die ungefähr so ablief: "A: Wir müssen den X und seine faschistische Gesinnung unbedingt "entlarven", hat da einer von Euch was Zitierfähiges? B: Nee, aber ich kann da was publizieren." Wenn das akademische Redlichkeit ist, dann weiß ich auch nicht mehr...


Das klingt alles ziemlich unwahrscheinlich. Diese Diskussion müsstest du schon verlinken, damit ich es glaube. Nebenbei gesagt wirken an der deutschsprachigen Ausgabe der Wikipedia jeden Monat knapp 20.000 unterschiedliche Autoren mit. Das ist ein ziemlich breiter Schnitt durch die Gesellschaft, mit allen Fasetten ihrer politischen Ansichten. Von ganz rechts bis ganz links außen.
Der Artikel zum Begriff Neger ist durchweg mit relativ repuabler Literatur belegt. Darunter große Lexika, bekannte Wörterbücher und bekannte Rassismusforscher. Nachzuweisen, dass diese Quellen tendenziös sind wäre dir überlassen.

Interessant ist übrigens auch mal nachzulesen, wo der Begriff Kulturmarxismus ursprünglich herkommt und welche Bedeutung er haben soll. Und wer damit schon so alles um sich geworfen hat. Auch das steht übrigens in der Wikipedia. [aa
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Re: Politisch korrekt oder wie?

Ungelesener Beitragvon samsa » 20. Jan 2018, 22:06

Das Problem ist nicht primär die Wikipedia. Das Problem ist die linksliberale Dominanz in den Geisteswissenschaften. Entsprechend ist nicht nur die Fachliteratur linksliberal geprägt, sondern auch die Studentenschaft - und das sind zu einem großen Teil auch diejenigen, die die Artikel über geisteswissenschaftliche Themen schreiben. Rassismusforschung ist geradezu ein Paradebeispiel - Rassismusforscher werden eben fast nur Linke, da braucht man sich nicht wundern, dass man irgendwann in einer Filterblase landet, wenn man sich mit dem Thema beschäftigt.
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Re: Politisch korrekt oder wie?

Ungelesener Beitragvon kissenschlacht » 20. Jan 2018, 22:27

Ich halte wenig von Sprech- und Denkverboten. Aber ich selbst versuche schon mich so auszudrücken, dass ich dadurch niemanden mutwillig verletze oder auf den Schlips steige. Nicht, weil ich großer Fan von political correctness wäre, sondern weil ich glaube, dass das Zusammenleben generell sehr viel angenehmer ist, wenn man andere Leute wahr- und ernstnimmt und sich gegenseitig um Rücksicht bemüht. Und das geht auch ganz gut, ohne dass man sich jetzt daran orientiert, wie man sich "richtig" oder "falsch" ausdrückt.
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Re: Politisch korrekt oder wie?

Ungelesener Beitragvon Schreiberling » 20. Jan 2018, 22:40

Antworten auf Lillith:

Dieser Vergleich hinkt jezt aber, weil das Wort Frau einen weiblichen erwachsenen Menschen bezeichnet, als Gegenstück zum Mann. "Frau" schließt somit ALLE Menschen ein, auch "Neger"-Frauen.


Frauen sind genauso wie Neger eine biologisch-genetisch definierte Teilmenge der Menschheit, die eine Teilmenge wird über das Geschlecht, die andere über den Phänotyp und damit verbundene Eigenheiten definiert.

Wobei da ja auch schon die kulturmarxistische Wühltätigkeit in Form des Gender-Mainstreaming begonnen hat, die in Abrede stellen will, daß es typisch männliche und typisch weibliche Eigenschaften gibt. Vielmehr wird da behauptet, das seien lediglich durch Sozialisierung geschaffene Rollenbilder.

Chinese/ Franzose sind keine Rassen sondern Nationen. Es gibt schwarze Franzosen und weiße.

Chinesen gibts zwar nur in hell, aber auch das sind eben die Einwohhner eines Landes, welches China heißt.


Es gibt sicher auch ein paar schwarze Chinesen, es gibt sogar in homöopathischen Dosen andersrassige Nordkoreaner, aber dennoch ist ein Volk in der Regel auch eine Vererbungsgemeinschaft bzw. ein Genpool. Aber es ist meines Erachtens auch nicht so relevant, ob sich das negative Bild und damit die "Sagbarkeit" eines Wortes nun kulturell oder genetisch ergibt.

Schauen wir mal auf diesen Artikel, denn tatsächlich wird sich ein wenig schwer getan


Man kann es auch kurz zusammenfassen, daß die ideologischen Vertreter des Kulturmarxismus versuchen wollen, das Benennen von Abteilungen der Menschheit, seien sie nun genetisch, kulturell oder wie auch immer definiert, zu diskreditieren, um ihre One-World-Ideologie durchzusetzen. (Die Unterscheidung in Anhänger und Gegner ihrer "politisch korrekten" Ideologie und deren Diskreditierung natürlich ausgenommen.)

Aber mal was anderes, wie stehst du denn zu dem Begriff "Kanacke" ?
Ich finde das ist sogar noch schlimmer als "Neger", vor allem wenn man es quasi "ausspuckt".


"Kanacke" soll wohl in einer afrikanischen Sprache Mensch heißen, ich bin gerade zu faul, das zu verifizieren, aber hier ist die abwertende Intention natürlich offensichtlich, ebenso wie "kleiner Halbneger" auch kaum etwas anderes sein kann als die Kundgabe der Geringachtung - wobei dann aber auch "Köterrasse", "Scheißdeutscher" oder "du armes Weißbrot" in einem Rechtsstaat mit der gleichen Schärfe geahndet werden müssen.

Antworten auf Joe:

Verwaltungsrecht at?


AT meint "Allgemeiner Teil" und der Alllgemeine Teil des Verwaltungsrechts gilt (meines Erachtens mit Recht) als eines der drögesten und uninteressantesten Rechtsgebiete überhaupt - jedenfalls, solange man sich rein akademisch damit befaßt. Da alles stark geregelt und formalisiert ist, verbleiben dem Juristen für seine Argumentation nur noch kleinkarierte Detailfragen.

Jacko:

Ihn habe ich in einem Gespräch gefragt, wie er nun zur Debatte steht, wie man nun einen Menschen aus Afrika mit deutlich dunklerer Hautfarbe nennen soll?

Er empfindet "stark pigmentierter Mensch" als Diskriminierung. Auch Neger findet er nicht wirklich angenehm, würde es aber bei entsprechendem Tonfall und Situation nicht bemängeln. Schwarzer oder Schwarzafrikaner oder Dunkelhäutiger sei alles okay, weil es bei den Worten immer auf den Tonfall ankommt.


Wenn man "Mensch" nur abfällig genug ausspricht, kann es auch eine Herabsetzung sein. Aber es geht den Ideologen meines Erachtens nicht um Diskriminierung, die wollen verhindern, daß Unterschiede überhaupt angesprochen werden. Wie die alten Marxisten die wirtschaftlichen Verhältnisse (Eigentumsverteilung) zertrümmern wollten, wollen die Kulturmarxisten die überkommenen kulturellen Traditionen und den Zuweisungsgehalt von Begriffen zersetzen. Es geht ihnen darum, das Denken zu bestimmen.

Chefstratege:

Das klingt alles ziemlich unwahrscheinlich. Diese Diskussion müsstest du schon verlinken, damit ich es glaube.


Ich werde mal versuchen, einiges Herauszusuchen, aber das kann etwas dauern, da das schon zeitaufwendig ist. Wobei ich aber vorschlage, einfach mal diverse Diskussionsseiten zu öffnen, der tendenziöse bis aggressive und wissenschaftlichem Arbeiten nicht gemäße Ton wird da schnell auffallen. Und es sind fast immer die Linken, daß Mittige oder Rechte in ähnlich penetranter Weise versuchen würden, die Artikel über Linke zu beeinflussen, wäre mir nicht aufgefallen.


"Rassismusforscher"

Das soll eine Wissenschaft sein? Da fängt es doch im Grunde schon an, anders als "Anthropologie" ist "Rassismusforschung" oder "Gender-Forschung" ganz offensichtlich eine tendenziöse Geschichte. Es wird vermutlich kaum einen "Rassismusforscher" geben, der politisch eher rechts steht.

Interessant ist übrigens auch mal nachzulesen, wo der Begriff Kulturmarxismus ursprünglich herkommt und welche Bedeutung er haben soll. Und wer damit schon so alles um sich geworfen hat. Auch das steht übrigens in der Wikipedia. [aa


Daß es den Vertretern der Frankfurter Schule gerade darauf ankam, die abendländische (die natürlich auch in die USA übernommen worden war) kulturelle Kontinuität zu brechen und zu relativieren, trifft ja auch den Kern. Die Protagonisten der Frankfurter Schule waren meines Erachtens entwurzelte Menschen, die durch Infragestellung aller Kontinuitäten und Diskreditierung das Gewachsene zerbrechen (überwinden) wollten.

Da der Artikel herausstellt, daß die Frankfurter Schule von Juden dominiert war: Es gab im Europa des 19. und frühend 20. Jahrhunderts unter den Juden gegenläufige Strömungen, die eine war diejenige, sich in die umgebenden Gesellschaften zu assimilieren (Aufgabe von Glauben und eigenenr Identität) und die andere, wieder das Jüdische zu betonen und nach Palestina zurückkehren zu wollen, die Zionistische. Dann gab es noch andere, die weder das eine noch das andere wollten und da sind wir dann bei internationalistischen Ideen, Marxismus oder nicht nationaler Liberalismus seien genannt. Wenn man sich dann die politische Gemengelage dieser Zeit klar macht, wird man nachvollziehen können, wie sich da die Konflikte hochschaukelten. Die nationalen völkischen Bewegungen in Europa lehnten sowohl die Assimilation ab, weil sie den Eingang des Erbguts der Juden ablehnten (Stichpunkte: Rassenhygiene, Blutsvergiftung (mit s), wenn jemand recherchieren will) und natürlich lehnten sie genauso und noch stärker internationalistiche Bewegungen ab, sei es nun der Marxismus oder auch solche Ideen wie die des Erfinders des Esperanto (Universalsprache). Mit der Zeit kamen dann die Verschwörungstherorien auf, alle (maßgeblichen) Juden gleich welchen Standpunkt sie auch verträten und selbst wenn sie konfessionslos seien, würden zur Durchsetzung ihrer Ziele (Weltherrschaft) zusammenarbeiten. Diese Theorie, in die man sich mehr und mehr hineingesteigert hat, hat dann letztlich, in die Katastrophe mit den Konzentrationslagern geführt.
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Re: Politisch korrekt oder wie?

Ungelesener Beitragvon samsa » 20. Jan 2018, 23:13

Viele der Ideen der Frankfurter Schule waren eine logische Konsequenz der Philosophie- und Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts. Diese irgendwie mit dem Judentum in Verbindung zu bringen ist ebenso abwegig wie die Behauptung einer "jüdischen Physik" in den 30er-Jahren. Ja, es gab eine Überproportionalität von Juden, aber das hat eher etwas mit dem jüdischen Bildungsideal und dem beschleunigten gesellschaftlichen Aufstieg zu tun. Entsprechend hatte viele der Protagonisten kein engeres Verhältnis zum Judentum. Adorno z.B. entdeckte seine Familienwurzeln erst unter den Diskriminierungserfahrungen durch die Nazis wieder.
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Re: Politisch korrekt oder wie?

Ungelesener Beitragvon Schreiberling » 20. Jan 2018, 23:53

Nicht mit dem Judentum als solches, sondern mit dem Sein der Juden, das nach Marx ja das Bewußtsein bestimmen soll. Die Protagonisten der Frankfurter Schule sind ja keine gläubigen Juden - für einen gläubigen Juden sind die Vorstellungend er Frankfurter Schule ganz gewiß abwegig. Man muß sich klarmachen, daß sich die Juden über Jahrhunderte Versuchen der zwangsweisen Missionierung und Assimilitation einerseits aber auch der Ausgrenzung bis Progromen andererseits ausgesetzt sahen, eben weil sie sich nicht assimilieren wollten. Später als dann mit den aufkommenden und vom Volke getragenen Nationalbewegungen viele Juden sich dem nicht mehr entziehen wollten, wuchs gleichzeitig auch der Widerstand diese in die "Volksgemeinschaft" aufzunehmen. So etwas hinterläßt natürlich Spuren.
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