Wahrheitsliebe der Medien

Hier dreht sich alles um das politische Weltgeschehen.

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Re: Wahrheitsliebe der Medien

Ungelesener Beitragvon Schreiberling » 9. Okt 2016, 15:39

Die öffentlich-rechtlichen Sender verkommen leider immer mehr zu einem parteilichen Propagandamedium wie das SED-Fernsehen. Diesr Zusammenschnitt verdeutlicht das jedenfalls am Beispiel der Feierlichkeiten zum 40. Jahrestag der DDR und dem 25. Jahrestag der Wiederverinigung recht schön.

https://www.youtube.com/watch?v=IWGhJWckISU

Angesichts Gebührenpflicht und Neutralitätsgebot eine Zumutung. Nicht, daß man nicht geteilter Meinung über das Verhalten der Demonstranten sein könnte, aber wenn ich mir die Tagesschau ansehe, erwarte ich eine ausgewogene Berichterstattung und keinen Meinungsjournalismus.
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Re: Wahrheitsliebe der Medien

Ungelesener Beitragvon samsa » 9. Okt 2016, 18:26

Jaenerik Brzoska, mein Held des Tages.

Guter Zusammenschnitt. Man kann die Parallelen nicht leugnen. Ja, der Mob von Dresden bestand wenigstens zum Teil aus niveaulosen Pöblern. Aber die Grenze des politisch Erlaubten ist nicht der gute Geschmack, sondern das Grundgesetz. Und für innerhalb dieser Grenzen Geschehenes sollte man eine möglichst wenig wertende Berichterstattung erwarten können. Aber die Linken haben es eben geschafft, in die Köpfe einzupflanzen, dass man immer und überall seine politische Meinung kundtun müsse - das bedeute ja schließlich "Zivilcourage", "Farbe bekennen" und "Gesicht zeigen". Neutralität kann es in einem derart politisch aufgeladenen Klima nicht mehr geben. Insofern sind die Medien auch nicht in dem Maße staatlich gelenkt wie es die "Aktuelle Kamera" war - sie brauchen es gar nicht mehr zu sein -, sondern "nur" ideologisch beseelt und moralisch übermotiviert. Auf eine gewisse Weise ist das Selbstzensur.

Bei uns im Museum wird zur Zeit eine hundserbärmliche Schülerausstellung gezeigt. Ein ästhetischer und intellektueller Müllhaufen. Ich war im Urlaub und konnte nicht intervenieren. Nähere Infos mache ich aus Datenschutzgründen nicht, aber es ist die reinste Ausgeburt von Alt-68er-Fantasien. Ist aber ganz wichtig, dass wir unser Haus auf diese Weise abwerten und entwürdigen, denn man muss ja "Farbe bekennen".
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Re: Wahrheitsliebe der Medien

Ungelesener Beitragvon Joe12 » 9. Okt 2016, 19:34

Warum, was stellt ihr den aus? Gibts ne seite oder so? (gern via pn)
Solange es möglich ist sich zu bereichern oder sich in sonst einer Form besser zu machen als andere und solang der Mensch das Konkurrenzverhalten innerhalb seiner Art nicht ablegt, solange wird es Gier geben und solange es Gier gibt, solange wird es die heutigen krankhaften Auswüchse in Wirtschaft und Politik, sowie Krieg und Leid geben.

Wenn das Leben ein Geschenk ist, wüsste ich gern wo man es umtauschen kann.

Captain Obvious

Das Leben wäre doch langweilig, wenn alles direkt funktionieren würde, nicht wahr?

Nein wäre es nicht, mich würde es freuen!

Für Inkompetenz haben wir Zeit!
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Re: Wahrheitsliebe der Medien

Ungelesener Beitragvon darkhexlein » 10. Okt 2016, 13:56

samsa hat geschrieben:... der Mob von Dresden bestand wenigstens zum Teil aus niveaulosen Pöblern ...


DAS ist der Unterschied und genau sowas vermisse auch ich täglich neu in den Medien.
Hatte gestern zufällig im TV den Presseclub erwischt und bis zum Ende gelauscht (hab den Anfang aber nicht gesehen!) und mich hat laufend dieses einseitige Gerede genervt. Wobei mir die eine Frau wegen ihrer Art gleich noch mehr auf den Docht ging - weil die jedem ins Wort fiel und zugleich jeden blockierte, der ihr vorsichtig antworten wollte.
Es war natürlich bis zum Schluss wieder einvernehmlich verkündet worden "jeder, der Merkel krisitiert, ist nur gering gebildet und hat obendrein als Ossi nie gelernt, mit einer Demokratie überfordert". Alle doof, die nicht "dafür" sind und zur Wiederwahl aufrufen - bzw "Zivilcourage" zeigen. Brechreiz!
Schlägt man eine Zeitung auf - kommt automatisch "Merkel mehr und mehr Zuspruch in der Bevölkerung".
Als ob die klare Linie bis Herbst 2017 jetzt per everyone-Rundschreiben verkündet und verordnet ist. Steigerung nach oben offen sozusagen. Und wer damit nicht klar kommt, der ist eben ungebildet, Proll, Ossi und braucht eine starke Hand statt Demokratie. Das kann noch was werden ... [buh]
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Re: Wahrheitsliebe der Medien

Ungelesener Beitragvon tuschy » 10. Okt 2016, 14:18

Glaube nicht, dass die Medien sich generell auf eine Seite schlagen, für mich ist da eher der Drang nach Sensationslust der Auslöser.
Heutzutage geht nichts ohne handfesten Skandal, daher wird auch vieles Übertrieben. Wenn man nicht vor Ort war muss man den Medien glauben, wenn man aber dann selbst eine Geschichte erlebt hat und dann liest wie die Medien darüber schreiben wird es deutlich.
Finde leider alles künstlich aufgebauscht, wenn man schreibt ein paar 100 Demonstranten..., dann interessiert das niemanden, also macht man daraus den pöbelnden ungebildeten Mob usw.
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Re: Wahrheitsliebe der Medien

Ungelesener Beitragvon Schreiberling » 14. Okt 2016, 21:46

"Jaenerik Brzoska" heißt wohl in Wirklichkeit Jean-Erik, denn den gibt es in Arnstadt tatsächlich und ist offenbar der Inhaber eines Geschäft für Bürobedarf. Da ich den Namen "Jaenerik" noch nie gehört hatte und mich ohnehin fragte, ob die von mir in den 90er Jahren häufiger mal angesehenen Wiederholungen der Aktuellen Kamera mit frei erfundenen Namen operierten, habe ich etwas nachgeforscht. Da ist er sich wohl treu geblieben, denn als Selbständiger ist er für sein Glück in der Tat selbst verantwortlich, kann nicht entlassen werden und in der Marktwirtschaft eingerichtet hat er sich damit auch. ;-)

Was die "Pöbelei" angeht, ist das für mich ein zweischneidiges Schwert, am wirksamsten macht man als Demosntrant eben auf sich aufmerksam, indem man lautstark "Parolen skandiert" und Transparente hochhält. Ob das nun besonders geschmackvoll ist, das gerade und teils derart deftig bei der "zentralen Feier" (diese Bezeichnung erinnert mich irgendwie auch an den Sprachgebrauch in der DDR) der Deutschen Einheit zu tun, ist die andere Frage. Aber natürlich hat eine öffentlich-rechtliche Nachrichtensendung hier das grundgesetzlich verbriefte Recht auf Demonstrationsfreiheit zu achen. Man hätte da neutraler von Protestkundgebungen o.ä. sprechen müssen. Man hätte dann ja beifügen können, daß diese teilweise als Pöbeleien aufgefaßt wurden.

Die Frage, ob Einfluß genommen wird, kann ich nicht beurteilen, würde das aber auch nicht ganz ausschließen wolen, daß man da in den Redaktionen so seine Leute hat, die dafür sorgen, daß es auf Linie bleibt. Aber Umfragen haben auch gezeigt, wie sich die politischen Auffassungen der Journalisten gestalten, insbesondere deren Präferenz für die Partei der Grünen.

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Das kann ich mir gut vorstellen, da Kinder und Jugendliche leicht beeinflußbar sind und wohl viele Lehrer ein Interesse daran haben, diese Beeinflussung vorzunehmen. Dazu kommt, daß in dem Alter tatsächlich oft gerne "einfache Wahrheiten" geglaubt werden und da hat es die politische Linke eben leicht. Sie kann ihr Gedankengut leicht in platter und intensiver Form verbreiten, ohne sich irgendwelche Gedanken machen zu müssen und damit den jugendlichen Sturm und Drang bedienen. Wenn man bedenkt, daß etwa das "Deutschland verrecke!" der Linken im Original "Deutschland erwache, Juda verrecke!" hieß und meines wissens aus Julius Streichers "Stürmer" stammt, dann zeigt sich doch welche unmißverständliche geistige Aggressivität unter dem Gesichtspunkt der Meinungsäußerungsfreiheit hier weitestgehend toleriert wird.

Es war natürlich bis zum Schluss wieder einvernehmlich verkündet worden "jeder, der Merkel krisitiert, ist nur gering gebildet und hat obendrein als Ossi nie gelernt, mit einer Demokratie überfordert".


Ich komme gerade nicht auf auf den genauen Wortlaut, aber das erinnert an den preußischen Staatsmann der gesagt hat, daß es dem Untertanen doch auf Grund seiner begrenzten Einsichtsfähigkeit daran mangele sich über die Angelegenheiten des Staates oder den Monarchen zu äußern. Merkwürdig, das nun mit ganz ähnlichem Tenor aus dem Mund von "Demokraten" zu hören. Das Kernproblem der Linken dürfte wohl sein, daß sie sich einbilden, die Wahrheit für sich allein beanspruchen zu können, folglich wird jeder zum Antidemokraten, Pöbler usw. der nicht ihrer Meinung ist.

Glaube nicht, dass die Medien sich generell auf eine Seite schlagen, für mich ist da eher der Drang nach Sensationslust der Auslöser.


"Die Medien" gibt es ja nun nicht, aber wenn man sich bestimmte Presseorgane ansieht, dann haben die schon so etwas wie eine "Generallinie"und dadurch findet durchaus eine Beeinflussung der Öffentlichkeit statt. Besonders bedenklich ist das natürlich, wenn es sich um öffentlich-rechtliche Medien handelt, die eigentlich einen Informationsauftrag haben. Aber wenn man sich die Medien in der Summe und Auflage ansieht, so sind sie auch eher gefärbt als neutral. In den meisten Medien wird die Gefahr der Massenmigration systematisch heruntergespielt.

Finde leider alles künstlich aufgebauscht, wenn man schreibt ein paar 100 Demonstranten..., dann interessiert das niemanden, also macht man daraus den pöbelnden ungebildeten Mob usw.


Es waren eher ein paar Tausend, aber so lange man da als Pöbler bezeichnet wird und eventuell berufliche oder private Konsequenzen fürchten muß, bleiben die Zahlen auch gering. Es gibt sogar einige Fälle, wo Leute etwa wegen Mitwirkung in AfD oder Pegida Nachteile im Beruf bis hin zur Entlassung oder auch Angriffe auf ihre körperliche Unversehrtheit oder ihr Eigentum und Hetzplakate in ihrem Wohnumfeld erlauben mußten. Es gibt auch Arbeitgeber, die schon sich öffentlich erklärt haben, daß sie niemanden entlassen, nachdem sie Briefe oder Boykottaufrufe erreichten, die dies forderten. Hier greifen nämlich zum Teil mittlerweile Methoden um sich, die einen an Diktaturen oder den Rotfrontkämpferbund der KPD bzw. die Sturmabteilungen der Natiionalsozialisten erinnern.
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Re: Wahrheitsliebe der Medien

Ungelesener Beitragvon Schreiberling » 15. Okt 2016, 03:03

Auch so ein typisch linker Presseartikel aus dem letzten Jahr.

http://www.huffingtonpost.de/2015/09/17 ... 51906.html

Es beginnt schon damit, daß man eine Geschichte aus dem Jahr 2007 wieder aufwärmt. Über die Studie und Imma Pazos fand ich jedenfalls nicht allzuviel. Die Studie besagt jedenfalls, daß - angeblich - abstammungsmäßig die genetische Grundlage der Deutschen weiblicherseits etwa 50% germanisch sei, männlicherseits aber nur zu 6% (was auch immer man darunter zu verstehen hat, denn daß Männer vom Typ eher nach der Mutter kommen und umgekehrt, soll ja vorkommen) und das wird dann mit Kriegen begründet, ansonsten sollen noch etwa 10% jüdische Vorfahren haben, also wenn ich unbekannterweise welche haben sollte, soll es mir recht sein. Nach manchen Annahmen soll ja selbst Hitler jüdische Vorfahren gehabt haben, wobei ich mich davon lieber distanziere, bevor sich jemand davon beleidigt sieht.

Die Überschrift lautet jedenfalls: "Der Beweis: Es gibt schon mehr Ausländer als Deutsche in Deutschland" Eine gewagte Auffassung von dem Begriff "Ausländer" jedenfalls, so streng war man ja kaum zur Zeit der arischen Nachweise. Daß das deutsche Volk rein germanisch sei, wurde meines Wissens jedenfalls niemals behauptet, oder daß gar nur der Deutscher sei, der rein germanischer Abstammung ist. Auch offensichtlich slawisch- oder baltischstämmige Deutsche etwa in Pommern, Schlesien und Ostpreußen wurden regelmäßig nicht ausgebürgert, Österreicher mit Vorfahren aus Tschechien, Ungarn oder vom Balkan wohl für gemeinhin auch nicht. Der nationalsozialistische Wahn, der zur Ermordung von Millionen Menschen führte, soll damit natürlich nicht beschönigt werden, aber die Konsequenz dieser Auffassung muß doch mal verdeutlicht werden.

Die Überschrift ist dann auch so einseitig, daß man sich schon einige Gedanken machen muß, um dem etwas ähnlich Plattes entgegenzusetzen, aber ich will mich versuchen. Wie wäre es damit? "Männliche Vorfahren der Deutschen erst von Ausländern umgebracht, danach nahmen sie sich Fremde die Frauen" Ach nee, ich fürchte das wäre politisch nicht korrekt und würde sicher nicht zur Willkommenskultur passen...
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Re: Wahrheitsliebe der Medien

Ungelesener Beitragvon samsa » 15. Okt 2016, 12:26

Ja, ein strunzdummer Artikel, eben typisch HuffPost. Das ist ja quasi das neue Lieblingsmedium derjenigen, die zu alt für bento und zu jung für die taz sind.

Es unterstreicht aber auch wieder meine Meinung, dass die ganze Debatte darüber, wer nun Deutscher sei, keinen Sinn macht. Es hat Migration ja auch unter den Germanen gegeben, die in sich kein geschlossenes Volk waren, sondern in viele Subkulturen aufgetrennt werden können. Wir müssen auch in unserem Selbstverständnis weg von der Vorstellung einer ethnischen Naturalisierbarkeit von Volkszugehörigkeit und denselben Wandel im Denken vollziehen, den z.B. die Archäologie oder Ethnologie schon lange geleistet haben: hin zu Kulturgruppen. Da spielt die Herkunft des Einzelnen nämlich tatsächlich keine Rolle, solange sich die Kulturgruppe im Gesamten beschreiben lässt. Und das ist dann auch der Unterschied zwischen der Migration vergangener und heutiger Zeiten: eine Gesellschaft kann ein gewisses Maß an Fremdheit gut verdauen, da selbige sich auf die kulturelle Identität der Gruppe nur gering auswirkt (und diese vielleicht tatsächlich bereichert). Wenn aber Subkulturen innerhalb der Gruppe an Bedeutung so stark gewinnen, dass sich die Mehrheitskultur grundlegend wandelt, ist das etwas völlig anderes, das eigentlich mit dem verpönten Begriff der Überfremdung recht treffend beschrieben werden kann. Ein historisches Beispiel wäre die Überprägung der Südwest-Kelten erst durch Römer und schließlich durch Alamannen (die Suppe, aus der die heutigen Südwestdeutschen gekocht wurden).

Von der Frage nach der individuellen Zugehörigkeit zu "den Deutschen" sollten wir m.E. vor allem aus zwei Gründen weg:

1. braucht man sich so nicht mehr von Linken in Debatten verstricken lassen wie jene, die HuffPost zu führen versucht - nämlich nachzuweisen, dass ethnische Andersartigkeit in vielen Fällen tatsächlich keinerlei Auswirkungen auf das eigene und fremde Identitätsempfinden als "deutsch" hatte
2. vermeidet man es so, gewaltbereiten Rassisten Futter zu liefern und zieht eine scharfe Trennlinie nach Rechtsaußen, weil man jedem Ausländer und jeder Subkultur ihre Daseinsberechtigung zuspricht und nur die Mengenverhältnisse bewertet.
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Re: Wahrheitsliebe der Medien

Ungelesener Beitragvon Schreiberling » 7. Dez 2016, 14:00

Ich frage michzunehmend, wo noch große Unterschiede zwischen Reschkes ZAPP und v. Schnitzlers Schwarzem Kanal bestehen.

[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=WmUeRXEx_u4[/youtube]

[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=qAlWRqZX8_M[/youtube]

Ich bin im Grunde sogar geneigt zu sagen, daß ZAPP die üblere Propaganda ist, da Schnitzlers Filmausschnitte länger waren und dann von ihm in langatmigem Monologen kommentiert wurden, während bei ZAPP die Ausschnitte kürzer sind, die Sprache flotter ist, teils in die Beiträge reinkommentiert wird (während zumindest bei Schnitzler die Möglichkeit bestand, den Ausschnitt unverändert zu sehen). Dazu wird mit "Expertenbefragungen" so etwas wie Pluralismus vorgetäuscht (wobei dei Experten natürlich auf Linie sind) und darüber hinaus wird teils mit technischen Tricks Stimmung erzeugt.
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Re: Wahrheitsliebe der Medien

Ungelesener Beitragvon Schreiberling » 7. Jun 2017, 21:27

Daß in Nordkorea zu Propagandazwecken ausländische Zeitungen gefälscht werden, um der eigenen Bevölkerung vorzuspiegeln, daß man im Ausland das Land und seine Führer bewundere, habe ich schon gehört, daß aber CNN nun in ähnlich dilettantischer Weise Friedenskundgebungen von tief bestürzten Moslems inszeniert, das ist neu:

http://www.krone.at/nachrichten/london- ... achrichten
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