Warum sich Migranten bei uns schwer tun

Hier dreht sich alles um das politische Weltgeschehen.

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Warum sich Migranten bei uns schwer tun

Ungelesener Beitragvon cherrycurry » 7. Jun 2016, 10:50

Dass Migranten am Arbeitsmarkt derzeit besonders kämpfen müssen, hat mehrere Ursachen. Wegen ihrer sprachlichen Defizite, aber auch ihrer häufig geringeren Qualifikation kommen Ausländer in Österreich oft nur im Niedriglohnsektor unter. Dort ist die Jobkrise derzeit am deutlichsten zu spüren.

Wer in Österreich einen ausländischen Namen hat, wird selbst bei gleicher Qualifikation seltener zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen.

Warum sich Migranten bei uns schwer tun

Jetzt wird zugegeben, dass die Migranten oft nur im Niedriglohnsektor unterkommen wegen ihrer sprachlichen Defizite und der geringeren Qualifikation.

Anfangs wurde uns erzählt, das wären alles super Fachkräfte die da kommen. Mit der Zeit kommt die Wahrheit also doch heraus.
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Re: Warum sich Migranten bei uns schwer tun

Ungelesener Beitragvon Jacko » 7. Jun 2016, 10:56

Dass diese Aussagen Wunschdenken war, müsste eigentlich jeder gewusst haben. Und dass unsere Industrie solche Leute zum Drücken der Löhne hernimmt, war mir von vorne herein klar. Es gab da doch sogar die Diskussion, dass Migranten keinen Recht auf Mindestlohn haben würden...

Sicherlich sind auch viele pfiffige und gebildete Leute dabei gewesen, das sind aber auch die, die keine Probleme bei der Integration haben.
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Re: Warum sich Migranten bei uns schwer tun

Ungelesener Beitragvon Chefstratege » 7. Jun 2016, 10:59

Eine Ausbildung in Syrien, und sei es auch zum Ingenieur, nutzt dir in Deutschland so gut wie nichts. Zudem dürfte wohl kaum noch jemand die notwendigen Papiere vorweisen können. Entsprechend alles wieder auf Anfang.

Der letzte Satz von Cherrycurrys Zitat ist auch interessant. Nur an den fehlenden Qualifikationen scheint es also doch nicht zu liegen.
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Re: Warum sich Migranten bei uns schwer tun

Ungelesener Beitragvon Jacko » 7. Jun 2016, 12:39

Stimmt. Deswegen wird ja in DL versucht, die annonyme Bewerbung zu realisieren, bei der weder Namen noch Bild dem Entscheider vorliegt, sondern nur die Qualifikation. Nur glaube ich da in letzter Instanz auch nicht wirklich an die Objektivität.
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Re: Warum sich Migranten bei uns schwer tun

Ungelesener Beitragvon samsa » 7. Jun 2016, 13:08

Das Bildungsdefizit der Migranten liegt aber nicht primär an nicht anerkannten Abschlüssen oder der Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt - die meisten sind selbst nach den Standards ihrer Herkunftsländer nur gering qualifiziert, viele sogar Analphabeten. Siehe z.B. hier.

Da sieht man aber eben auch, dass die Debatte ziemlich verlogen geführt wird. Wenn es sich, wie ja oft behauptet wird, um eine moralische Notwendigkeit handelt, diese Menschen aufzunehmen, dann hat uns ihre Qualifikation nicht zu interessieren. Wenn sie uns dennoch interessiert, dann bedeutet das, dass der Absolutheitsanspruch moralischer Forderungen nicht gilt. Letztlich zeigt sich darin doch nur, wie kopflos die Migrationspolitik erfolgt.
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Re: Warum sich Migranten bei uns schwer tun

Ungelesener Beitragvon Chefstratege » 7. Jun 2016, 16:59

Wieso? Die Qualifikation muss alleine für die Aufnahme nicht interessieren. Sie interessiert dann, wenn man die Leute in den Arbeitsmarkt integrieren will, zumindest wenn man den Arbeitsmarkt nicht umgestaltet. Das sind zunächst zwei relativ getrennte Problemkreise. Ersteres ist notwendig. Letzteres sicher fein und erstrebenswert. Qualifikationen sind eben am Arbeitsmarkt in diesem Land ein Thema, unabhängig davon, woher die Leute kommen.
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Re: Warum sich Migranten bei uns schwer tun

Ungelesener Beitragvon samsa » 7. Jun 2016, 17:20

Das ist richtig, wir wissen aber auch alle, dass von Seiten vieler Politiker versucht wurde, der Bevölkerung die Zuwanderung schmackhaft zu machen, indem auf ihren angeblichen Nutzen hingewiesen wurde. Wenn es eine reine humanitäre Frage ist, dann interessiert der Nutzen aber nicht. Tut er es doch, bedeutet das logischerweise, dass ein Asyl mit geringerem Nutzen weniger wert sei - was den humanitären Aspekt relativiert.
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Re: Warum sich Migranten bei uns schwer tun

Ungelesener Beitragvon Chefstratege » 7. Jun 2016, 17:51

Ich hatte bisher nicht den Eindruck, dass man mir primär verklickern will, dass wir unbedingt Syrer und Afghanen aufnehmen, weil sich darunter besonders viele Professoren, Ingenieure und Ärzte sind. Aber ich gebe zu, das nicht regelmäßig zu verfolgen. Sicher wurde darüber gesprochen, dass sihc unter den Flüchtlingen nicht nur ungebildete Leute befinden und sich bestimmt ein gewisser Prozentsatz in den Arbeitsmarkt integrieren lässt.

Aber wie gesagt, vielleicht habe ich etwas verpasst....
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Re: Warum sich Migranten bei uns schwer tun

Ungelesener Beitragvon Lillith » 7. Jun 2016, 18:24

Na ja, es wurde schon immer und immer wieder versucht von politischer Seite her zu vermitteln -und so war dann auch die allgemeine Wahrnehmung innerhalb der Bevölkerung-, dass wir diese vielen Asylanten bzw. Zuwanderer ( die Begriffe und ihre Bedeutung werden immer wieder von politischen Sprechern in einen Topf geworfen und andere achten im Gegenzug immer wieder darauf, diese Begriffe unbedingt von einander zu trennen, weil die Gewährung von Asyl nicht mit Zu- bzw. Einwanderung gleichzusetzen ist ) unbedingt brauchen, um den Fachkräftemangel auszugleichen, was wiederum die Renten sichern wird und bla bla.

Verklickert wurde sicher nicht primär, aber mit diesem Argument wollte man den Bürger ruhigstellen.

Nur, dass dies nicht funktionierte, bzw. auch aus den politischen Häusern ziemlich schnell eingeräumt wurde, dass die meisten der Leute gar nicht jene Qualifikationen mitbringen, die aber notwendig sind, um qualitativ nach deutschem Standart ( wichtig für die Qualität, auf die wir Deutschen ja schließlich stolz und für die wir im Ausland berühmt sind ) arbeiten zu können/ dürfen.

Das fängt schon mal mit der deutschen Sprache an, derer man mächtig sein muss, wenn man auch nur in einer Kfz-Werkstatt nach deutschem Standart das Werkzeug korrekt ansetzen muss.
Also immerhin lernt ein Kfz-Lehrling hier in Deutschland 3,5 Jahre. Das hat einen Grund.
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Re: Warum sich Migranten bei uns schwer tun

Ungelesener Beitragvon samsa » 7. Jun 2016, 19:00

Wir haben bei uns auch zwei Flüchtlinge beschäftigt - zwei Frauen aus Eritrea - und die Erfahrungen waren zwiespältig. Einerseits waren das ganz liebe Menschen, die auch überall tatkräftig mitgearbeitet haben, egal ob es um handwerkliche Arbeiten oder Kinderbetreuung ging. Andererseits war der Betreuungsbedarf enorm hoch. Längere selbstständige Arbeit war insbesondere aufgrund der von Lilly angesprochenen sprachlichen Barrieren kaum möglich. Da die beiden keinerlei Qualifikation mitbrachten, mussten sie immer wieder aufwändig neu in Tätigkeiten eingelernt werden, und zwar auf Englisch, das sowohl sie, als auch manche meiner Kollegen nur brüchig sprachen. Fazit unserer Restauratorin, die sie primär betreute: es war nett, aber bitte nicht nochmal.
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