Wem nutzt liberale Politik?

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Wem nutzt liberale Politik?

Ungelesener Beitragvon Heinzz » 11. Jan 2017, 16:41

Hallo

Bei der Verwendung des Begriffs "liberal" hab ich so meine Schwierigkeiten.
Ich glaube dem zu verstehen wenn es z.B. heißt das wir in einer "liberalen Demokratie" leben,
jedoch wenn es um wirtschafts-liberale Themen geht denke ich immer an Neo-Liberalismus.
(Das nur mal vorab, damit ich meine Fragen und Ansichten besser erklären kann)

Als günstig im Vergleich zu manch anderen Ländern, empfinde ich es hier in Deutschland zu leben,
weil mir andere Demokratie-Modelle (gelenkte Demokratie) weniger zusagen.
Als ein Mensch der in einen Arbeiterviertel aufgewachsen ist (Hauptschule, Lehre)
sagen mir aber liberal-demokratische Positionen (schlanker Staat z.B.) nicht sehr zu.

Mir ist die Einstellung der Liberalen sympathisch, daß sich der Staat aus dem Leben des einzelnen Bürgers möglichst heraushalten soll,
andererseits schätze ich den Sozialstaat und habe hohe Erwartungen an ihm.

Ist es normal das man als jemand aus der Arbeiterschicht,
sich all die Maßnahmen des Staates wünscht, die das soziale Netz möglichst engmaschig gestalten,
wobei der Staat relativ stark den eher Wohlhabenden in die Tasche greift?
Was den Liberal-Demokraten natürlich nicht paßt.

Ist es normal das wirtschaftlich erfolgreiche Menschen sich einen Staat wünschen, der Leistung nicht durch höhere Steuern beschneidet?

In wie weit kann liberale/wirtschafts-liberale Politik dem Arbeiter/Hartz-Empfänger/Kleinrentner/.... nutzen?
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Re: Wem nutzt liberale Politik?

Ungelesener Beitragvon Schreiberling » 11. Jan 2017, 20:40

In wie weit kann liberale/wirtschafts-liberale Politik dem Arbeiter/Hartz-Empfänger/Kleinrentner/.... nutzen?


Liberale vertreten (theoretisch) die Gewerbefreiheit, damit könnten sich die genannten Personen ohne großen bürokratischen und finanziellen Aufwand selbständig machen. Wenn also die arbeistlose Karla schon immer gerne ihren Freundinnen die Haare geschnitten hat, könnte sie sich, bewaffnet mit einer Schere und einem Rasiermesser, und mit einer Holzkiste in der Fußgängerzone postieren, wo sie dann Interessierten für kleines Geld die Haare schneidet. Wenn sie dann Kunden findet, denen die Schwächen dieser Vorgehensweise (fehlender Komfort, Hygienemängel, Risiko verunstalteter Haare etc.) die Ersparnis wert sind, kommt sie ins Geschäft. Je nachdem, wieviele andere noch diese Idee haben, sinkt oder fällt der Preis, aber wer weiß, vielleicht kann die Karla ja während dem Haarescheniden auch noch eine Mode-, Rechts-, Lebens, oder Energieberatung durchführen. Der Staat mischt sich ja nicht ein, oder prüft Qualifikationen, er wacht allenfalls darüber, daß keiner Qualifikationen vorgibt, die er gar nicht hat.

Im autoritär-korporatistischen Staat würde dahingegen zwingend ein Meisterbrief verlangt und der Staat würde auch festlegen, wieviele Friseure es in einer Stadt zu geben hat. Hier müßte unsere arbeitslose Karla also erstmal die Friseurlehre machen und dann den Meisterbrief und dann müßte sie noch drum bangen, daß sie auch eine Gewerbeerlaubnis bekommt und es in der Stadt nicht schon genug Friseure gibt. Unsere total verarmte Karla wird vermutlich nicht so schnell selbständig werden.
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Re: Wem nutzt liberale Politik?

Ungelesener Beitragvon g_b_w » 12. Jan 2017, 10:07

Oder heimlich Mariuhanabäume anpflanzen weil sie es anders nicht mehr schafft noch über die Runden zu kommen.
Kann es gedacht werden dann kann es auch gemacht werden. Wenn alle einer Meinung sind, dann können alle Unrecht haben. Wir haben diese Welt von unseren Wölfen nur geliehn. Das Leben ist kein Wunschzuckerponyschleckenhofkonzert.
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Re: Wem nutzt liberale Politik?

Ungelesener Beitragvon Schreiberling » 12. Jan 2017, 15:47

Warum heimlich? Eingefleischte Liberale kämen vermutlich gar nicht auf die Idee, Drogen zu verbieten - jedenfalls nicht für Erwachsene. Aber solche "Extremisten" sind natürlich in der Realität selten. Die FDP hat aber zumindest die Cannabis-Legalisierung beschlossen.
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Re: Wem nutzt liberale Politik?

Ungelesener Beitragvon Heinzz » 12. Jan 2017, 15:58

Schreiberling hat geschrieben:Die FDP hat aber zumindest die Cannabis-Legalisierung beschlossen.

Man kann ja mal die ehemalige FDP Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger befragen wie die dazu steht.
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Re: Wem nutzt liberale Politik?

Ungelesener Beitragvon Schreiberling » 12. Jan 2017, 16:26

Hat sie sich dazu in besonderer Weise positioniert?
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Re: Wem nutzt liberale Politik?

Ungelesener Beitragvon g_b_w » 13. Jan 2017, 08:43

Oh das ist interessant hätte ich von einer “teilweisen“ Fdp nicht gedacht.
Was ich bisher von denen mitbekommen habe war vor allem anderen das die sich drehen wie eine Fahne im Wind je nach dem welche Partei gerade die meisten Stimmen zu bekommen scheint.
Auch eine Interpretation von Liberalismuß nur eben nicht eine wie ich die Worte liberal sein interpretieren würde.

Was die weichen Drogen betrifft da ticken hier in Bayern die Uhren noch immer ein bisschen anders als im Rest der deutschen Welt die Brauereien und Klöster wollen ja bisher zumindest immernoch ihr Bier verkaufen...
Kann es gedacht werden dann kann es auch gemacht werden. Wenn alle einer Meinung sind, dann können alle Unrecht haben. Wir haben diese Welt von unseren Wölfen nur geliehn. Das Leben ist kein Wunschzuckerponyschleckenhofkonzert.
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