Mordfall Hinterkaifeck

Überlieferungen, Erzählungen von unglaubhaften Ereignissen

Mordfall Hinterkaifeck

Unread postAuthor: Alex. R. » 20. Aug 2009, 09:35

Hinterkaifeck war der Tatort eines Mehrfachmordes. Auf dem Einödhof, der 500 Meter von Gröbern entfernt im Gemeindegebiet von Wangen (heute: Gemeindegebiet Waidhofen) in Oberbayern lag und etwa sechs Kilometer von Schrobenhausen entfernt war, wurden in der Nacht vom 31. März auf den 1. April 1922 sechs Menschen ermordet, indem der oder die Täter ihnen mit einer sogenannten Reuthaue den Schädel einschlug. Bei den Getöteten handelt es sich um das Austragsbauernehepaar Andreas (* 9. November 1858) und Cäzilia (* 27. November 1849) Gruber, deren verwitwete Tochter Viktoria Gabriel (* 6. Februar 1887), deren Kinder Cäzilia (* 9. Januar 1915) und Josef (* 7. September 1919) sowie die Magd Maria Baumgartner (* 1. Oktober 1877). Das Verbrechen wurde nie aufgeklärt, der Hof ein Jahr nach der Tat vollständig abgebrochen. Da außer dem Anwesen der ermordeten Familie kein weiterer Hof zur Gemarkung Hinterkaifeck gehörte und dort später kein neues Anwesen errichtet wurde, ist die Ortsbezeichnung heute erloschen.

Geschehnisse vor der Tat:
Einige Tage vor der Tatnacht entdeckte der Austragsbauer Andreas Gruber im Schnee Spuren, die zum Hof Hinterkaifeck hinführten, aber nicht wieder heraus. Ebenso vermissten die Bewohner der Einöde einen Haustürschlüssel. An der Motorhütte des Hofes hatte außerdem jemand das Vorhängeschloss aufgebrochen. Darüber hinaus bemerkten die Hinterkaifecker, dass das Anwesen vom Wald aus von einem Mann mit Schnauzbart beobachtet wurde. In der Nacht hörten sie auf dem Dachboden über ihren Schlafräumen Schritte, doch Andreas Gruber fand niemanden, als er das Gebäude durchsuchte und weigerte sich, Hilfe von Außenstehenden (Nachbarn/Polizei) anzunehmen. Nach Aussage einer Schulfreundin der 7-jährigen Cäcilia Gabriel soll diese auch berichtet haben, dass ihre Mutter Viktoria in der Nacht vor der Tat nach einem heftigen Streit vom Hof geflohen und erst Stunden später im Wald aufgefunden worden sein soll.

Tatnacht vom 31. März auf den 1. April 1922:
Am Abend des 31. März 1922, einem Freitag, kam die neue Magd Maria Baumgartner auf dem Hof an. Das genaue Tatgeschehen konnte nicht rekonstruiert werden, doch man nimmt an, dass die Eheleute Andreas und Cäzilia Gruber, sowie deren Tochter Viktoria Gabriel und Enkelin Cäzilia Gabriel nacheinander in den Stadel gelockt und dort erschlagen wurden. Durch eine Obduktion wurde nachgewiesen, dass die siebenjährige Cäzilia, nachdem ihr der Schädel eingeschlagen worden war, noch mindestens zwei Stunden lebte. Vom Stadel aus drang(en) der oder die Täter ins Haus ein, wo der zweijährige Josef in seinem Stubenwagen im Schlafzimmer seiner Mutter und die Dienstmagd Maria Baumgartner in der Magdkammer erschlagen wurden.

Entdeckung der Tat:
Vom Tatzeitpunkt bis zur Entdeckung der Tat vier Tage später müssen sich der oder die Täter noch im Haus aufgehalten haben, da das Vieh versorgt wurde und Rauch aus dem Kamin des Bauernhauses aufstieg. Außerdem entdeckte die Polizei, dass der gesamte Brotvorrat aufgebraucht und Fleisch aus der Vorratskammer frisch angeschnitten worden war.

Am 1. sowie am 3. April fehlte Cäzilia Gabriel unentschuldigt in der Schule. Außerdem besuchten die Einwohner der Einöde am 2. April nicht wie gewohnt den Sonntagsgottesdienst. Am Montag, dem 3. April bemerkte der Postschaffner Josef Mayer, als er nach Hinterkaifeck kam, dass die Post vom Samstag sich noch immer dort befand, wo er sie deponiert hatte und dass anscheinend niemand auf dem Hof war. Der Monteur Albert Hofner, der am 4. April in vermeintlicher Abwesenheit der Hinterkaifecker auf dem Hof den Motor der Futterschneidemaschine reparierte, erzählte Einwohnern von Gröbern und Wangen, dass er sich fünf Stunden lang in Hinterkaifeck aufgehalten habe aber dort niemandem begegnet wäre. Deshalb drang der Ortsführer von Gröbern, Lorenz Schlittenbauer, noch am selben Tag mit zwei anderen Männern, Michael Pöll und Jakob Sigl, in den Gebäudekomplex ein, wo sie die Leichen entdeckten.

Ermittlungen - Polizeiliches Vorgehen:
Die ersten Polizisten am Tatort waren Beamte der Gendarmeriestation Hohenwart, die am 4. April gegen 18 Uhr eintrafen. Deren Hauptaufgabe war es, die zahlreichen Schaulustigen, die sich bald nachdem sich die Nachricht vom Mord verbreitet hatte in Hinterkaifeck einfanden, am Betreten der Mordstätte zu hindern. Bei der Polizeidirektion München ging die Meldung um ca. 18.15 Uhr ein, und um 1.30 Uhr des Folgetages kamen die sechs Beamten aus München, darunter zwei Polizeihundeführer, unter der Leitung von Kriminaloberinspektor Georg Reingruber, in Wangen bei Bürgermeister Greger an.

Noch in der Nacht besichtigten sie zum ersten Mal den Tatort, ab sechs Uhr dann zusammen mit der Gerichtskommission aus Schrobenhausen systematisch die Hinterkaifecker Gebäude. Auf dem Dachboden, der ohne trennende Brandmauern durchgängig über Wohnhaus, Stall und Stadel verläuft, entdeckten die Polizisten, dass der Boden mit Heu bedeckt war, um die Schritte der Täter zu dämpfen, einige Dachziegel verschoben waren, um das gesamte Hofgelände überblicken zu können, und in einem Heuhaufen zwei Mulden waren, die davon zeugen, dass sich hier Personen befunden haben mussten. Die ersten Vernehmungen fanden im Bauernhaus in der Küche statt.

Als Motiv wurde Raubmord vermutet, aber dies ist zweifelhaft, da man nicht genau ermitteln konnte, wie viel Geld entwendet wurde. Außerdem wurde viel Geld zurückgelassen, obwohl die Täter genug Zeit gehabt hätten, das Haus genau zu durchsuchen. Bei der Obduktion durch den Neuburger Landgerichtsarzt Dr. Johann Baptist Aumüller auf einem provisorischen Seziertisch im Hof des Bauernhofes wurden den Leichen die Köpfe abgetrennt.

Die Beamten der Mordkommission ermittelten in verschiedenste Richtungen und gingen selbst unwahrscheinlichen Spuren nach. Als Erstes gerieten Vorbestrafte, Hamsterer und Hausierer, die aus der Gegend von Hinterkaifeck stammten oder sich dort herumtrieben, in den Fokus der Polizei. Bereits am 8. April wurden 100.000 Mark Belohnung für Hinweise zum Täter ausgesetzt. Viele Personen wurden daraufhin verdächtigt (siehe: Täterverdächtigte), und auch viele nicht stichhaltige Hinweise gingen bei der Mordkommission ein, doch der Mord konnte niemandem nachgewiesen werden. Mit den Schädeln der Opfer wurden auch spiritistische Sitzungen mit Weissagerinnen durchgeführt, die aber ebenfalls kein Ergebnis brachten.

Am 28. Februar 1930 ging Oberinspektor Reingruber in Pension, und im September desselben Jahres übernahm Martin Riedmayer den Fall.

Ergebnis der Ermittlungen:
Trotz wiederholter Festnahmen ist bis heute kein Täter gefunden, die Akten wurden 1955 geschlossen. Trotzdem fanden noch 1986 letzte Vernehmungen statt und Kriminalkommissar Konrad Müller ermittelt heute noch - im Ruhestand.

Ungereimtheiten beim Fall und Ermittlungsversäumnisse:
* Im Augenscheinprotokoll der Gerichtskommission Schrobenhausen wurde vermerkt, die Opfer seien durch Unruhe im Stall (brüllendes, losgebundenes Vieh) in den Stall gelockt worden. Ein Versuch ergab aber, dass menschliche Schreie aus dem Stall nicht in der Einöde zu hören waren. Daraus ergibt sich die Frage, ob die Hinterkaifecker wirklich wie oben beschrieben in den Stall gelockt wurden, oder auf eine andere unbekannte Weise.
* Ebenfalls in Zweifel gezogen wurde die Annahme, dass der oder die Täter sich bereits vor der Tat im Haus aufgehalten hatten. Die einzigen Indizien dafür - die verschobenen Dachziegel und die Mulden im Heu - wurden später auch als Liebesversteck der Inzestbeziehung zwischen Andreas Gruber und Viktoria Gabriel interpretiert. Dies würde auch erklären, warum die Mulden und die verschobenen Ziegel von Andreas Gruber nicht bemerkt wurden, obwohl er nach gesicherten Aussagen den Hof vor der Tat mehrfach gründlich durchsucht haben soll.
* In der Nacht nach der Tat (also noch drei Tage vor der Auffindung der Leichen) beobachtete ein zufällig an Hinterkaifeck vorbeikommender Handwerker, dass der Backofen des Hofes von einer ihm unbekannten Person angeheizt worden war. Die Person sei daraufhin mit einer Taschenlampe auf ihn zugekommen, woraufhin er eilig seinen Weg fortgesetzt habe. Weder wurde dieser Vorfall näher untersucht, noch sind Ermittlungen bekannt, die festgestellt hätten, was in jener Nacht in dem Backofen verbrannt worden war (evtl. die blutbefleckte Kleidung des Täters o. Ä.).
* Der Monteur Albert Hofner war nach dem Verbrechen als erster für mehrere Stunden auf dem Hof, wurde aber erst 1925 vernommen, da die Polizei ein Verhör unmittelbar nach der Tat versäumt hatte.
* Das persönliche Umfeld der Opfer wurde nie richtig untersucht.
* In den ersten Jahren wurde auch das Umfeld der neuen Magd Maria Baumgartner nicht untersucht. Dabei ist es zumindest merkwürdig, dass der Mord wenige Stunden nach ihrer Ankunft auf dem Hof geschah. Es ist möglich, dass das Mordmotiv mit ihrer Person in Verbindung steht.
* Als Motiv wurde immer Raubmord angesehen, obwohl ein für damalige Verhältnisse hoher Geldbetrag (ca. 1.800 Goldmark) in einem Schrank gefunden wurde, der von dem oder den Tätern durchsucht wurde.
* Am 9. April 1922 löste Reingruber die Fahndung nach Adolf Gump und drei Freikorps-Soldaten aus. Diese Ermittlungen fanden aber nie Eingang in die Akten, anders als alle anderen noch so abwegigen Fahndungen. Die Frage ist, ob jemand Interesse hatte, die Ermittlungen in Richtung Freikorps und Nationalsozialisten zu boykottieren. In dieser Richtung erscheint auch die Möglichkeit, dass die Tat von Hinterkaifeck einen politischen Hintergrund im Zusammenhang mit verbotenen Waffenlagern rechter Kreise hatte.

Quelle:
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Homepage mit allen Infos und Fotos der Personen, sowie vom Tatort:
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Re: Mordfall Hinterkaifeck

Unread postAuthor: jasmin » 20. Aug 2009, 11:18

Davon gibt es auch ein Film Ich war erst in waidhofen lol hatte bei ebay was ersteigert dort aber war nicht in hinter kaifeck ee
Das hatte ich ja gar nicht gewusst, und bis zum heutigen tage is nichts rausgekommen???


Sehr gruselig dort bestimmt.
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Re: Mordfall Hinterkaifeck

Author: Google » 20. Aug 2009, 11:18

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Re: Mordfall Hinterkaifeck

Unread postAuthor: Alex. R. » 20. Aug 2009, 12:27

Ja, und alles sehr rätselhaft.

Dieses Jahr kommt ja noch die Buchverfilmung von "Tannöd" ins Kino, da geht es auch um den Fall und Ende des Jahres müsste eine neue Dokumentation auf ZDF kommen. (Ich informier natürlich vorher.)
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Re: Mordfall Hinterkaifeck

Unread postAuthor: Knuddelbär-balu » 20. Aug 2009, 12:41

Tja ... wenn es damals schon CSI-Tatortermittler gegeben hätte ...

Aber es gibt schon mehr unaufgeklärte Morde, als man so denkt ...

blabla
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Re: Mordfall Hinterkaifeck

Unread postAuthor: jasmin » 20. Aug 2009, 13:24

Ja das stimmt Balu

Super Alex das wäre gut, das würde ich dann natürlich ankucken.
Sag bescheid Danke rose
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Re: Mordfall Hinterkaifeck

Unread postAuthor: jasmin » 20. Aug 2009, 16:53

Da gibt es ja noch die rtl doku dazu ich gebe euch mal den link, glaubt ihr das war wirklich so? vielleicht wars ja auch der schlittenbauer? Oder irgendeiner der wo streng gläubig war?

hier der link zur doku *** The link is only visible for members, go to login. ***
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Re: Mordfall Hinterkaifeck

Author: Google » 20. May 2012, 00:50

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