Redeverbot für Gauland bei Veranstaltung in Nürnberg

Hier dreht sich alles um das politische Weltgeschehen.

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Redeverbot für Gauland bei Veranstaltung in Nürnberg

Ungelesener Beitragvon Heinzz » 6. Sep 2017, 13:12

Hallo

Ein Mietvertrag (Nutzung der Meistersingerhalle) zwischen der Stadt Nürnberg und der AfD soll dann gekündigt werden,
wenn die AfD darauf besteht das ihr Spitzenkandidat Gauland dort spricht.

Die Stadt Nürnberg sieht eine Gefahr für ihr Ansehen wenn Gauland sich in ähnlicher Weise dort äußert,
wie er es über die Integrationsbeauftragte Özoguz (Begriffsverwendung entsorgen) getan hat.
Der Nürnberger Oberbürgermeister Maly meinte es gäbe Grenzen des Stils und Anstandes,
was Gauland formuliert sei manipulativ herabwürdigend und an der Grenze des Rassismus.

AfD-Mitglied Sichert (Kreisverbandsvorsitzender Nbg-Nord) meinte, die Stadt Nürnberg darf nicht vorschreiben wer da spricht.

Das Ganze geht jetzt vor das Verwaltungsgericht.

Wenn jetzt jemand wie der Nürnberger Oberbürgermeister der Auffassung ist, das es dem Redner/Spitzenkandidat Gauland
nicht um die Rede/Meinungsfreiheit geht, sondern immer wieder mal um bewußt geäußerte Provokationen,
kann er dann so was in Räumlichkeiten der Stadt Nürnberg unterbinden, in dem er auf Passagen im Mietvertrag hinweißt,
bei denen es um das Ansehen der Stadt geht?

Sollte Gauland als Redner bei der Veranstaltung auftreten dürfen,
oder hat OB Maly recht wenn er das nicht wünscht.

Ist so was eine Einmischung in den Wahlkampf der AfD,
oder gehört es zu den Aufgaben eines Oberbürgermeisters das Ansehen seiner Stadt zu schützen?

(Nürnberg ist belastet als Stadt der Reichsparteitage, auch durch die Verkündigung "Nürnberger Rassengesetze" v. 1935)
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Re: Redeverbot für Gauland bei Veranstaltung in Nürnberg

Ungelesener Beitragvon Lillith » 6. Sep 2017, 17:19

Die Frage die ich mir stelle ist, in wieweit das der Demokratie dienlich ist.

Anstand und Benehmen...nun ja.....ist es anständig und zeugt es von Benehmen wenn Herr Stegner ( linker Flügel der SPD ) die Mitglieder der AFD als "Parasiten" bezeichnet ? Erinnert das nicht viel eher an nationalsozialistische Wortfindungen, die ebenso verurteilt gehören ? Oder ist sowas okay ?
Oder ist es okay, wenn Gabriel sagt ( 2012 ):

"Es gibt jetzt das gemeinsame Ziel von SPD und Grünen, nicht nur die Regierung Merkel abzulösen, sondern rückstandsfrei zu entsorgen.“

Tagesspiegel berichtet:
http://www.tagesspiegel.de/politik/bund ... 78700.html

Nach der Grünen-Urwahl zeigt sich SPD-Chef Sigmar Gabriel zuversichtlich für einen Regierungswechsel im kommenden Jahr. Es gebe jetzt das gemeinsame Ziel von SPD und Grünen, nicht nur die Regierung Merkel abzulösen, sondern „rückstandsfrei zu entsorgen“, sagte Gabriel am Montag in Berlin. Er sei sicher, „dass wir gute Chancen haben, das zu schaffen“.

Oder 2013, als Fraktionskollege Kahrs per Twitter wörtlich dasselbe von Merkel forderte ?


Ich finde, unter diesen Umständen klingt "entsorgen" schon ganz anders, nicht wahr ?

Und ist es richtig mit zweierlei Maß zu messen ? was die einen sagen dürfen, dürfen die anderen noch lange nicht ?
Entspricht das dem deutschen Grundgesetz, vor dessen "Augen" doch alle gleich sind ?


Das muss mir mal einer erklären.

Da trötert Gabriel (SPD) also von der "Entsorgung" einer ganzen Partei und sogar RÜCKSTANDSLOS.


Hat diese Äußerung zu dem Aufstand geführt den wir heute bei Gauland erleben ? Wurde die SPD daraufhin so an den Pranger gestellt ?
Warum eigentlich nicht ?

Um was ging es Gabriel damals ? Um die Redefreiheit oder um Provokation ?

Es ist doch ganz einfach: Maly gehört der SPD an. Man sollte ihn mal an die Worte seines ehemaligen Parteivorsitzenden erinnern, die er sicherlich beklatscht hat und für okay befand. Aber wie das so ist mit Amnesie.

Sollte Gauland als Redner bei der Veranstaltung auftreten dürfen,
oder hat OB Maly recht wenn er das nicht wünscht.

Es ist zumindest verlogen und widerlich was Maly das fordert und wie er sich jetzt aufspielt.

Ich hoffe für die AFD, dass sie diese Klage gewinnt !

Der Nürnberger Oberbürgermeister Maly meinte es gäbe Grenzen des Stils und Anstandes

Wie sie immer von Anstand und Stil labern und selbst keinen haben.
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Re: Redeverbot für Gauland bei Veranstaltung in Nürnberg

Ungelesener Beitragvon Jacko » 6. Sep 2017, 17:22

Mir ist es wurscht, welche Stadt es ist, was der Gauland von sich gibt sind die besten Parolen, die man dazu nutzen kann, dass sich die AfD immer mehr ins Abseits drängt. Viele sagen, das wäre ein Podium für die Leute. Ja, mag ja sein, aber die, die den Haufen wählen wollen, wählen den so oder so. Und die, die sich unschlüssig sind, werden von den rassistischen und verabscheuenden Äusserungen eher abgestoßen als angezogen.

Ich würde ganz gezielt diese Leute zu Veranstaltungen einladen und wie gestern bei der Alice Weidel sich selber demontieren lassen. Eine bessere Werbung für die Unfähigkeit dieser Leute gibts doch nicht, oder?

Und wenn dann noch diese Leute diesen geschichtsträchtigen Ort wählen, um so mehr zeigen sie doch ihr wahres Gesicht.
"Die Summe der Interligenz auf dem Planeten ist eine Konstante, aber die Bevölkerung wächst"
(Jean-Luc Picard)


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Re: Redeverbot für Gauland bei Veranstaltung in Nürnberg

Ungelesener Beitragvon Lillith » 6. Sep 2017, 17:28

Ich darf mal dran erinnern, dass auch Bosbach eine Talkrunde verlassen hat, weil er das gequatsche der Linken Ditfurth nicht mehr aushalten wollte.


Zur Erinnerung
https://www.welt.de/politik/deutschland ... nicht.html


Und er war nicht einmal in der Situation, dass sich gleich 5 ! gegen ihn gestellt hatten und ihn nicht ausreden ließen, ihm ständig ins Wort fielen und sogar die Moderatorin ihn vorführte.


Erkläre mir bitte was an Gaulands Äußerung rassistischer war, als an Gabriels ? Warum findest du das eine okay, das andere aber nicht ?
Warum ist die AFD für dich ein "Haufen", die Etablierten jedoch, die Linken, die Grünen z.B. sind die kein "Haufen" ?
Sind die Grünen kein Haufen ? Warum nicht ?

Bitte lies meinen Post über deinem und erkläre mir den Unterschied, aber so, dass ich es logisch nachvollziehen kann.
Und bitte jetzt nicht auf die Tour " Na guck dir doch mal den Gauland an, das ist doch ein Nazi". Bitte nicht diese Tour, sondern bitte gemessen lediglich an den Äußerungen der Personalien Gabriel, Kahrs und Gauland.
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Re: Redeverbot für Gauland bei Veranstaltung in Nürnberg

Ungelesener Beitragvon Lillith » 6. Sep 2017, 17:45

Ich würde ganz gezielt diese Leute zu Veranstaltungen einladen und wie gestern bei der Alice Weidel sich selber demontieren lassen. Eine bessere Werbung für die Unfähigkeit dieser Leute gibts doch nicht, oder?

Und DAS nennst du demokratisch ? Das ist Mobbing auf Pausenhofniveau ! [buh]
Wollen wir uns auf amerikanisches Niveau begeben ?
Wer meint der Zweck heiligt die Mittel, der hat demokratischen Boden bereits verlassen.

Eine bessere Werbung für die Unfähigkeit und Unprofessionalität einer parteiischen Moderatorin, eines Senders und die Anstandslosigkeit der anderen Eingeladenen gibt es nicht !
Ich bin erstaunt, wie man so eine gezielte Gehirnwäsche auch noch bedingungslos annehmen kann und das bejubelt ohne den eigenen Verstand zu bemühen und zu durchschauen was hier noch schnell auf den letzten Meter vor der Wahl getrieben wird, zumal das vollkommen unnötig ist, wenn doch eigentlich klar ist wer den Kanzler stellt und die vierte Amtsperiode antritt.

Und die, die sich unschlüssig sind, werden von den rassistischen und verabscheuenden Äusserungen eher abgestoßen als angezogen.

Weißt du was MICH abstößt ? Wenn man sich einer Politikerin gegenüner so anstandslos benimmt wie Frau Weidel es gestern widerfahren ist, Fragen an sie richtet und sie dann unhöflich unterbricht, ihr ins Wort fällt, sie nicht ihre Erklärungen ausführen lässt und von lächerlichen 8,6 % tatverdächtigen Zuwanderern spricht, obwohl die polizeilichen Statistiken von 40,4 % sprechen.

DAS ist abstoßend, das ist seriöser Journalismus ?

Ich erinnere nur mal an die vor Kurzem im ZDF gebrachte Sendung "Wahl 2017" ( Strunz moderierte und Lindner ( FDP), Weidel ( AFD), Kipping (Linke) und Eckhardt-Göring (Grüne) stellten sich zur Sprache, in der eine Krankenschwester zu Wort kam, ihre Probleme schilderte und sich dann eine Antwort als Beste aussuchen sollte und der Kipping (Linke) ihre Zustimmung gab.
Als wenn der Zuschauer blöd wäre. Denn wie sich herausstellte ist die Krankenschwester, Dana Lützkendorf, Aktivistin der Linken.
Strunz entschuldigte sich nach der Sendung, nachdem das Debakel herauskam, übrigens kam es noch am selben Abend heraus !
Angeblich eine Panne bei der Recherche, natürlich, was wollen die uns eigentlich für einen Scheiß vermitteln ?
Das ist Wählerverarsche hoch zehn.

[36

Frag dich doch mal warum ein Sender meint so eine Show nötig zu haben oder warum finden die Etablierten, dass sie sowas nötig hätten.
Jeder Mensch mit einem Funken Verstand muss doch merken, dass hier was im Argen ist.
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Re: Redeverbot für Gauland bei Veranstaltung in Nürnberg

Ungelesener Beitragvon samsa » 6. Sep 2017, 18:47

Also was Weidels Weggang betrifft: Ich darf daran erinnern, dass sie selbst kurz vor ihrem Weggang Herrn Scheuer mehrfach ins Wort gefallen ist. Außerdem definiert sich die AfD ganz stark über ihre Außenseiterrolle. Dass sie eine stabile Kernwählerschaft von 7-10% hat, liegt auch daran, dass die Narrative "wir gegen den Rest der Welt" unheimlich gemeinschaftskonsolidierend wirkt. Wenn man mich fragt: Das Verlassen der Sendung war reines Kalkül, was in Wahlkampfzeiten auch völlig üblich ist. Dasselbe gilt für die Taktik, dem Gesprächsgegner ins Wort zu fallen, was ja nun auch nicht nur der AfD passiert.

Absolut unakzeptabel ist allerdings, wie Slomka nach Weidels Weggang noch nachgetreten hat: "Könnte aber auch daran liegen, dass das nächste Thema über das wir sprechen wollen, soziale Gerechtigkeit, vielleicht auch eines ist, bei dem sich Frau Weidel nicht so gerne engagieren möchte". Unwürdig für eine Moderatorin.

Politik ist nichts für Weicheier und in der AfD sitzen auch keine. Die wissen schon genau, wie der Hase läuft. Jemand vom intellektuellen Kaliber Gaulands (der Mann war Leiter der Staatskanzlei und hat unzählige Aufsätze und Monografien verfasst) weiß natürlich auch, was seine Worte bewirken. Dem rutscht nicht mal eben was raus, worüber sich dann völlig unerwarteterweise die Medien und anderen Parteien empören. Jedes Wort ist Teil der Strategie.

Insofern: Die AfD ist nicht besser oder schlimmer als andere Parteien. Ich zweifle durchaus an der politischen Kompetenz vieler der dort vertretenen Akteure und ich finde die meisten auch unsympathisch, aber rechtsextrem, rassistisch oder antidemokratisch sind sie nicht. Sie sind allerdings auch keine armen Opfer, über die die anderen herfallen. Das sind Profi-Politiker, die ganz gezielt an ihrer eigenen Mythologisierung arbeiten. Strategisch ist das durchaus klug, man sollte ihnen aber nicht unkritisch auf den Leim gehen.
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Re: Redeverbot für Gauland bei Veranstaltung in Nürnberg

Ungelesener Beitragvon Lillith » 6. Sep 2017, 19:08

Heinzz hat geschrieben:
..........

(Nürnberg ist belastet als Stadt der Reichsparteitage, auch durch die Verkündigung "Nürnberger Rassengesetze" v. 1935)


Und die AFD ist also nationalsozialistisch geprägt ? Soll das hier diesen Anschein implizieren und die Verbindung erklärend belegen ?
Es gibt einen großen Unterschied zwischen Nationalsozialisten und Patrioten.

Und es gibt auch einen Unterschied zwischen der Völkischen Bewegung auf deren Grundlage der Nationalsozialimus fusste und den Bürgern, die vor allem die massenhafte unkontrollierte Zuwanderung kritisieren, in deren Folge auf vor allem exorbitante finanzielle Anforderungen und religiöse/ kulturelle Probleme aufmerksam gemacht wird, die inzwischen nicht mal mehr unsere Kanzlerin leugnet.

https://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkische_Bewegung

Die Bewegung strebte auf rassenideologischer Grundlage (antisemitisch, antislawisch, antiziganistisch, antiromanisch) nach einer antiegalitären, militaristischen, männerzentrierten, (berufs‑)ständisch organisierten Gesellschaft, die in einer „germanisch-christlichen“ oder neuheidnischen „arteigenen“ Religion fundiert sein sollte. Sie hatte in vielen Fällen – basierend auf einem germanenideologischen Wertesystem – einen „Rassestaat“ mitteleuropäischen oder einen Staatenbund pangermanischen Zuschnitts zum Ziel.


Ich kann keine rassenideologische Grundlage erkennen, Antisemitismus wird vor allem von Teilen des Islam propagiert, nicht seitens des Christentums, schon gar nicht des heutigen, zumal viele Menschen sowieso nicht religiös sind.
Besteht hier in Deutschland seitens der Deutschen die gefahr einer männerzentrierten Ideologie ?
Sind die Deutschen militaristisch ?
Ist in irgendeiner Form von Rassenideologie die Rede ?

Ich erinnere an die Forderungen der AFD nach Volksentscheiden gem. Schweizer Vorbild und einem Einwanderungsgesetz nach kanadischem Vorbild.

Sind die Ungarn nationalsozialistisch weil sie sich konkret weigern Flüchtlinge aufzunehmen ?
Sollen jetzt die Ungarn aus der EU ?
Droht uns seitens Ungarns ein neues Drittes Reich ?
Nein ? Sehr richtig.


Patriotismus

https://de.wikipedia.org/wiki/Patriotismus

Als Patriotismus wird eine emotionale Verbundenheit mit der eigenen Nation bezeichnet. Im Deutschen wird anstelle des Lehnwortes auch der Begriff „Vaterlandsliebe“ synonym verwendet.

Diese Bindung wird auch als Nationalgefühl oder Nationalstolz bezeichnet und kann sich auf ganz verschiedene als Merkmale der eigenen Nation angesehene Aspekte beziehen, etwa ethnische, kulturelle, politische oder historische.

Im Unterschied zu einer historisch-kulturellen Bindung steht der Verfassungspatriotismus für das positive Bekenntnis zu den in einer staatlichen Verfassung verankerten übernationalen ethischen und politischen Grundrechten und Wertvorstellungen. Diese beziehen sich in der Tradition westlicher Rechtsstaaten auf die unveräußerliche Menschenwürde und davon abgeleitete Menschenrechte, für die universale Geltung beansprucht wird.

Patriotismus wird heute allgemein vom Nationalismus und dem Chauvinismus abgegrenzt, insofern Patrioten und Patriotinnen sich mit dem eigenen Volk und Land identifizieren würden, ohne dieses über andere zu stellen und andere Völker ausdrücklich abzuwerten.......

........Diese als Macht von unten aufgefasste Volksherrschaft hat sich seit der Amerikanischen Revolution von 1776 und der Französischen Revolution von 1789 langfristig in den meisten europäischen Staaten als Verfassung und Selbstverständnis durchgesetzt



Wer jetzt noch meint die AFD und ihre Wähler wären das Eine, obwohl genau das Andere der Fall ist, im Übrigen bitte mir Blick auf Ungarn, der soll mir das erklären und sachlich belegen.
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Re: Redeverbot für Gauland bei Veranstaltung in Nürnberg

Ungelesener Beitragvon Lillith » 6. Sep 2017, 19:32

samsa hat geschrieben:Also was Weidels Weggang betrifft: Ich darf daran erinnern, dass sie selbst kurz vor ihrem Weggang Herrn Scheuer mehrfach ins Wort gefallen ist. Außerdem definiert sich die AfD ganz stark über ihre Außenseiterrolle. Dass sie eine stabile Kernwählerschaft von 7-10% hat, liegt auch daran, dass die Narrative "wir gegen den Rest der Welt" unheimlich gemeinschaftskonsolidierend wirkt. Wenn man mich fragt: Das Verlassen der Sendung war reines Kalkül, was in Wahlkampfzeiten auch völlig üblich ist. Dasselbe gilt für die Taktik, dem Gesprächsgegner ins Wort zu fallen, was ja nun auch nicht nur der AfD passiert.

Absolut unakzeptabel ist allerdings, wie Slomka nach Weidels Weggang noch nachgetreten hat: "Könnte aber auch daran liegen, dass das nächste Thema über das wir sprechen wollen, soziale Gerechtigkeit, vielleicht auch eines ist, bei dem sich Frau Weidel nicht so gerne engagieren möchte". Unwürdig für eine Moderatorin.

Politik ist nichts für Weicheier und in der AfD sitzen auch keine. Die wissen schon genau, wie der Hase läuft. Jemand vom intellektuellen Kaliber Gaulands (der Mann war Leiter der Staatskanzlei und hat unzählige Aufsätze und Monografien verfasst) weiß natürlich auch, was seine Worte bewirken. Dem rutscht nicht mal eben was raus, worüber sich dann völlig unerwarteterweise die Medien und anderen Parteien empören. Jedes Wort ist Teil der Strategie.

Insofern: Die AfD ist nicht besser oder schlimmer als andere Parteien. Ich zweifle durchaus an der politischen Kompetenz vieler der dort vertretenen Akteure und ich finde die meisten auch unsympathisch, aber rechtsextrem, rassistisch oder antidemokratisch sind sie nicht. Sie sind allerdings auch keine armen Opfer, über die die anderen herfallen. Das sind Profi-Politiker, die ganz gezielt an ihrer eigenen Mythologisierung arbeiten. Strategisch ist das durchaus klug, man sollte ihnen aber nicht unkritisch auf den Leim gehen.


Ich weise allerdings darauf hin, dass sich Strategie auf voraussehbare bzw. annehmbare Aktionen stützt.
Wie konnte Weidel ahnen, dass sie in so einem Possentheater landen wird und sich schon mal strategisch auf einen Abgang einstimmen ?
Und was daran soll vorausschauend so strategisch geplant sein, dass sie meint ihr Abgang würde der AFD von Nutzen sein ?
Viele Wähler könnten auch auf die Idee kommen, dass die AFD nun zukünftig immer dann den Schwanz einzieht, sobald es z.B. im Bundestag oder sonst bei offiziellen Auftritten turbulent wird und sich abwenden, dann ginge die angebliche Strategie nicht positiv aus, das ist viel zu riskant.

An politischer Kompentenz zweifle ich vor allem bei den anderen Parteien, vor allem der Grünen, aber auch der anderen Etablierten, die den Merkelkurs weitergehen wollen.
Unkritisch sollte man vor allem jenen Parteien nicht gegenüber stehen, die sich offiziell staatlicher Medien bedienen, in deren Vorständen sie sitzen, um gezielt und dreist den Wähler zu täuschen.
Die entsprechenden Sendungen habe ich bereits hier genannt.

Was uns über die Flüchtlinge erzählt wurde hat sich größtenteils als vollkommener Quatsch herausgestellt,von wegen qualifizierte Facharbeiter.
Das wurde lange versucht uns so zu verkaufen.
Die Straftatenstatistik wird heruntergespielt, es werden Entschuldigungen gefunden, aber das Offensichtliche ist nicht zu leugnen.
Wer finanziert das alles ??????
Da verliere ich vollkommen das Vertrauen in die aktuelle Regierung ( Kanzlerin), die sich nicht mal zum Aussetzen des Familiennachzugs klar äußert und das bis nach der Wahl aussitzt.

Es tut Not sich auch mal anzuhören welche Kritik von anderer Seite kommt.

Wäre unsere Regierung SO vertrauensvoll, warum dann eigentlich dieses ganze Theater ?

Es braucht eine Partei die es erlaubt auch unliebsame Themen lebendig zu halten. Die AFD mag in ihren Personalien sicher nicht am beliebtesten ausgestattet sein, aber welcher Politiker, der Regierungsverantwortung übernehmen will, ist denn so beliebt ? Wäre das der Fall würden nicht so viele NICHT wissen was sie wählen sollen.

Die AFD hat es ermöglicht, dass der Bürger sich verbal zum Patriotismus bekennen darf, ohne mit einem Nationalsozialisten in einen Topf geworfen zu werden, auch wenn alles dafür getan wurde diese Partei in die nationalsozialistische Ecke zu drängen, leider gehen immer noch viel zu viele Leute DIESER Behauptung auf den Leim.
Wir gehen dem Mainstream auf dem Lein, egal wie falsch er ist, weil wir verblödungsbequem geworden sind.
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Re: Redeverbot für Gauland bei Veranstaltung in Nürnberg

Ungelesener Beitragvon samsa » 6. Sep 2017, 19:50

Ich weise allerdings darauf hin, dass sich Strategie auf voraussehbare bzw. annehmbare Aktionen stützt.
Wie konnte Weidel ahnen, dass sie in so einem Possentheater landen wird und sich schon mal strategisch auf einen Abgang einstimmen ?

Sie ist ja bezeichnenderweise nicht gegangen, als Slomka was gesagt hat, sondern als Scheuer Höcke einen Rechtsextremen nannte. Dass so ein Vorwurf irgendwann kommt, war abzusehen. Ich gehe jede Wette ein, dass dieser Auftritt der AfD nicht geschadet hat. Risiko gehört zu jeder Strategie.
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Re: Redeverbot für Gauland bei Veranstaltung in Nürnberg

Ungelesener Beitragvon Jacko » 6. Sep 2017, 19:54

Lillith hat geschrieben:Ich darf mal dran erinnern, dass auch Bosbach eine Talkrunde verlassen hat, weil er das gequatsche der Linken Ditfurth nicht mehr aushalten wollte.


Zur Erinnerung
https://www.welt.de/politik/deutschland ... nicht.html


Und er war nicht einmal in der Situation, dass sich gleich 5 ! gegen ihn gestellt hatten und ihn nicht ausreden ließen, ihm ständig ins Wort fielen und sogar die Moderatorin ihn vorführte.


Erkläre mir bitte was an Gaulands Äußerung rassistischer war, als an Gabriels ? Warum findest du das eine okay, das andere aber nicht ?
Warum ist die AFD für dich ein "Haufen", die Etablierten jedoch, die Linken, die Grünen z.B. sind die kein "Haufen" ?
Sind die Grünen kein Haufen ? Warum nicht ?

Bitte lies meinen Post über deinem und erkläre mir den Unterschied, aber so, dass ich es logisch nachvollziehen kann.
Und bitte jetzt nicht auf die Tour " Na guck dir doch mal den Gauland an, das ist doch ein Nazi". Bitte nicht diese Tour, sondern bitte gemessen lediglich an den Äußerungen der Personalien Gabriel, Kahrs und Gauland.


Stop, hierauf bin ich noch nicht eingegangen.
Auch von Gabriel ist das nicht okay und für mich eher die Schwäche, Rückrat zu wahren. Es ist daqgegen in der Tat so, dass man bei den Parteien links und rechts der Mitte sehr schnell dazu neigt, sie mit früheren Zeiten gleich zu setzen.

Aus deinem folgenden Posting herauskopiert:
Ich würde ganz gezielt diese Leute zu Veranstaltungen einladen und wie gestern bei der Alice Weidel sich selber demontieren lassen. Eine bessere Werbung für die Unfähigkeit dieser Leute gibts doch nicht, oder?

Und DAS nennst du demokratisch ? Das ist Mobbing auf Pausenhofniveau !
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Hier weiß ich nicht, wo du Mobbing entdeckst, wenn in Diskussionsrunden Parteianhänger der AfD durch ihre eigenen Aussagen so ins Licht stellen, dass bald der blindeste sieht, was sich hinter der Fassade befindet.

Um jetzt nicht jeden einzelnen Satz aufgreifen zu müssen, möchte ich hier mal zusammenfassen: Egal, welche Äusserungen in vergleichbarer Form von irgendjemand gemacht wurde, dies jetzt gegenüber zu stellen und abzuwägen, ist mir zu viel. Es reicht generell zu sagen, dass es von beiden Seiten nicht okay ist. Eine Entgleisung, die egal von wem nicht zu dulden ist. Punkt.

Aber nochmal zu Gauland, Höcke und Weidel:
Es sind nicht die einzelnen Aussagen, die irgendwann mal in den Raum gestellt wurden, es ist die gesamte Tendenz, die die Partei seit dem Abtreten von Lucke einnimmt. Sie haben teils gute Ansätze in ihrem Programm, doch forscht man etwas nach, stellt man fest, dass vieles nicht so schön ist, wie es sich anhört und oftmals auch nur mit Rückschritt verbunden wäre.

Bestes Beispiel, kurz bevor Weidel gestern die Diskussionsrunde verlassen hat, warf sie Zahlen über Kriminalität in den Raum, die schlichtweg nicht stimmten! Wer selber etwas recherchiert, kann das sehr schnell feststellen. Und dieses vordergründige Gute für Deutschland ist einfach so Altlastenbehaftet und erwiesenermaßen nicht funktionell, dass ich eine Überreaktion gegenüber den Äusserungen durchaus verstehen kann.

Anderes Beispiel: Sarah Wagenknecht stellte eine Frage an Weidel, wie sie zu den bekannt rechtsradikaleren Kollegen aus Ihrer Partei stehe, kam eine Aussage, die war sowas von schwammig und ausweichend und nicht mit einem Wort die Sache angesprochen. Klar, sie selbst wird auch zu den etwas radikaleren Anhängern gezählt.

In eigener Sache:
Es gab eine Zeit, da fand ich die Orientierung der AfD tatsächlich gut! Und ja, ich habe damals damit gespielt, dieser Partei meine Stimme zu geben. Doch irgendwas hielt mich zurück und ich entschied mich für eine ganz andere Richtung. Heute verfolge ich solche Debatten teils zur Unterhaltung, teils um Aussagen zu erhalten, die ich dann recherchiere bzw. in den Parteiprogrammen und Wahlprogrammen nachzulesen. Und siehe da, die Parteiprogramme haben mir von allen Parteien sehr viel gezeigt. Viel Ähnliches, viel Konträres, und vieles, das ich selber befürworte oder ablehne. Doch keine Partei hat mich wirklich auf ihre Seite ziehen können. Jetzt wäge ich ab: Eine Partei wählen, die tendenziell in eine Richtung geht, die ich nicht will? Oder eine Partei, die mir mein Geld schlimmstenfalls kürzen will? Oder die, die keine Rücksicht auf Natur und Menschen nimmt, Hauptsache der Profit stimmt?

Ich weiß mittlerweile nur eins: AfD nein Danke.
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und klappern frierend mit den Zähnen,
und dieses Klappern klingt so schaurig...
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