Gehaltsanstieg in den letzten 15 Jahren

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Re: Gehaltsanstieg in den letzten 15 Jahren

Ungelesener Beitragvon Schreiberling » 3. Nov 2016, 23:57

Chefstratege hat geschrieben:
Natürlich liegt es am globalen Wettbewerbsdruck. Aber eine EU verhindert oder erzeugt den nur bedingt. Ein Großteil der produzierenden Unternehmen ist nicht in EU-Staaten abgewandert oder nur temporär (Nokia und Konsorten). Tatsächlich produziert man heute (wie schon vor 10 oder 20 Jahren) eher in China, Indien, Taiwan, Bangladesch, Vietnam oder Indonesien. Länder, für die ganz normale Einfuhrzölle bestehen, auch nach Deutschland.

Und was passiert, wenn man den eigenen Markt versucht umfangreich zu schützen sieht man an der jüngeren wirtschaftlichen Vergangenheit der USA. Die haben auch vesucht die Globalisierung zu ignorieren. Was es ihnen eingebracht hat ist ja offensichtlich. Inzwischen wollen sie ja nichts lieber als TTIP. Fragt sich doch einer wieso.


Das Thema EU spielte in meinen Ausführungen eigentlich überhaupt keine Rolle. Was das Zollniveau angeht, so ist das ja durch Abkommen wie GATT und die WTO-Vereinbarungen allgemein bereits sehr niedrig und mit dem Protektionismus, den frühere Zeiten kannten, gar nicht zu vergleichen. Würde man zum Beispiel auf ein paar ausländische Schuhe 100 EUR Stückzoll draufhauen oder gleich den Import verbieten oder scharf kontingentieren, dann würden sicherlich wieder mehr Schuhe in Deutschland produziert. Länder wie Japan oder Südkorea haben übrigens gerade mit und durch Protektionismus leistungsfähige Industrien aufgebaut, weil sie ihren Industrien daurch ermöglichten, sich zu formen..

Die USA als Beispiel für Protektionismus scheint mir übertrieben, denn sonst hätte die USA kaum ein solches Außenhandelsdefizit und es wäre auch keine Deindustrialisierung in verschiedensten Branchen eingetreten.

Knallharten Protektionismus hat es vielfach in der Landwirtschaft und da gibt es dann als Resultat eben auch einen hohen Selbstversorgungsgrad und eben auch ein Preisniveau über dem Weltmarkt bzw. hohe Subventionen.

@ Schreiberling
Die Modernisierung eine Anlage bringt dem Mtarbeiter in Deutschland höchstens den Verlust seines Arbeitsplatzes, weil er unter Umständen die Qualifikation nicht hat, anstatt Schrauben in ein Produkt zu drehen, das Programm samt Steuerung zu überwachen. Aber darauf will ich gar nicht raus, es geht um die Steigerung der Bezüge. Und die haben mit Investitionen in die Maschinen reichlich wenig zu tun.


Die Nichtmodernisierung bringt aber in einem Freihandelssystem erst recht den Verlust des Arbeitsplatzes, weil die Lohnstückkosten zur Konkurrenzunfähigkeit führen. Die Alternativen wären nur sinkende Löhne, Subventionen oder Anhebung der Zollschranken bzw. Abschottung des Marktes.

Und zum Schluss nochmals: Ich kenne kein Land der Welt, in dem die Löhne noch tatsächlich staatlich geregelt sind. Gab es mal - nannte sich z.B. DDR. Wobei der Herr Kombinatsdirektor da auch nicht schlecht verdient hat. Kein Unternehmen in einem marktwirtschaftlich ausgerichteten Land muss sich in seine Lohnpolitik reinreden lassen. Würden reihenweise DAX-Manager-taugliche Fachkräfte vor den Türen stehen, dann wäre die Angebots-Nachfrage-Situation eine andere und auch die Löhne. So wie halt im Mindestlohnsektor.


Zwischen totaler Kommandowirtschaft und ungeregelter Marktwirtschaft gibt es ja durchaus Zwischentöne und da sind auch gewisse Eingriffe in das Preis- und Lohngefüge denkbar. Passiert ja im Grunde durch Sozialleistungen, Mindestlohn und die unterschiedliche Besteuerung verschieden hoher Einkommen bzw. Waren in Form unterschiedlicher Mehrwertsteuersätze, Erbschaftssteuer usw. schon jetzt.

Vergleiche mit den Kommandowirtschaften sind aber generell schwierig, da dort ja Preise, Löhne, Produktspezifikationen, Verteilung der Waren/Arbeitsplätze und Investitionsprioritäten dem politischen Gestaltungswillen folgen, da wird der Markt quasi durch andere Verteilungsmechanismen ersetzt, tritt aber doch überall dort, wo die Kontrolle nicht lückenlos ist, wieder zu Tage.

Der Markt regelt alles, aber ob er es auch am besten regelt, ist eben so eine Frage. Daß es für Rechtsanwälte ein Werbeverbot und eine Gebührenordnung gibt, ist menes Erachtens eindeutig zu begrüßen. Man stelle sich mal vor, an der nächsten Litfaßsäule würden einem Plakate von der Kanzlei X entgegenlächeln, wo dafür geworben wird, daß man 3 seiner "Erzfeinde" für den Preis von 2 verklagen kann, wenn man sich bis Montag für die Aktion entscheidet - natürlich mit voller "Geld-zurück-Garantie" im Mißerfolgsfall.
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