Wie habt ihr euren Hausbau finanziert?

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Wie habt ihr euren Hausbau finanziert?

Ungelesener Beitragvon kissenschlacht » 12. Feb 2017, 17:20

Mein Partner und ich leben momentan noch in einer Mietwohnung in der Stadt und das wird voraussichtlich auch noch die nächsten zwei bis vier Jahre so bleiben. Momentan spielen wir mal wieder ernsthafter mit dem Gedanken auf dem Land ein Haus zu bauen. Man kennt das ja: kein ganz billiges Unterfangen, egal wie man es dreht und wendet. Bei Grundbaustoffen wie Ziegeln und der Wärmedämmung wollen wir nicht sparen, so ein Haus hat man schließlich im besten Fall ein Leben lang.

Wie habt ihr das gelöst, wie habt ihr euren Hausbau finanziert? An welchen Stellen kann man wie sparen und wo eher nicht?
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Re: Wie habt ihr euren Hausbau finanziert?

Ungelesener Beitragvon Jacko » 12. Feb 2017, 19:45

Hallo Kissenschlacht,
als ich mir damals mein Eigenheim zugelegt habe, konnte ich mit meinen beiden Schwagern zusammen die ganzen Wasserinstallationsarbeiten abdecken samt Heizungseinbau, ich selber habe die komplette Elektrik neu gemacht, mein Kumpel konnte Rauputz anbringen und mein anderer Schwager verlegte den Laminatboden. Ich konnte aus der Vergangenheit her schon Fliesen legen und habe daher die komplette Küche und das komplette Badezimmer neu gemacht.

Von daher kann ich folgendes sagen:
Wenn du und dein Mann keine zwei linke Hände haben, ist es möglich, dass ihr die klassischen renovierungsarbeiten selber machen könnt. Fliesen legen ist einfach, man braucht aber gutes Werkzeug und zumindest mal einen Tag jemanden, der das gut kann. Laminat verlegen, Teppichboden (oder auch Bodenfliesen) ist machbar, braucht aber ebenfalls einmal eine gute Anleitung. Da geht es einfach um Feinheiten, die man beachten muss, sonst hat man das Arbeiten zwei mal.

Elektrik hab ich mal gelernt, von daher kein Problem, für Laien aber nicht empfehlenswert. Ebenfalls Wasserleitungen. Hier sieht vieles sehr einfach aus, aber ein Wasserschaden ist meist teurer als die Kosten eines Installateurs.

Meine persönliche Erfahrung:
Das Märchen vom Eigenheim. Jeder rechnet einem vor, wie einfach es doch ist und wie wertvoll doch Betongold ist. Ja, wenn du ein 10-Familienhaus kaufst und Spaß an der Wohnungsverwaltung hast einschließlich einen guten Anwalt wegen Mietnomaden...

Rechne aus, wieviel Geld du aufnehmen musst und wieviel du letztendlich an die Bank zurückzahlen musst.
Berücksichtige, das du über die gesamte Laufzeit das Geld abdrücken musst und keinen Zugriff hast.
Gehe davon aus, dass nach 10 Jahren oder 15 Jahren auch schon wieder Renovierungsarbeiten und Reparaturen auf dich zukommen.
Bei den Renovierungsarbeiten kannst du oftmals nicht selber entscheiden, wie weit du bei der Dämmung gehen kannst, sondern das ist vorgeschrieben.
Kaufe dir keine Pelletzheizung! Die Heizungen sind teils anfällig für Wartung und die Pelletz werden auch immer teurer.
Solaranlage für Brauchwassererwärmung ist empfehlenswert, bei Photovoltaik kenne ich mich nicht aus.
Muss das Haus aus irgendwelchen Gründen auch immer verkauft werden, ist es ein Verlustgeschäft! Erst Recht, wenn es noch nicht abbezahlt ist!

So, das waren meine Punkte dazu. Ich habe leider durch die Eskapaten meiner Ex erfahren, wie es sich anfühlt, wenn man auf einem Schuldenberg sitzen bleibt, für den andere sich Häuser kaufen.... Daher darf man mich nicht wirklich fragen, denn ich würde mir nie wieder ein haus kaufen. Miete ist klasse, vor allem, wenn man die Wohnung wie seine eigene betrachtet und auf alles aufpasst. Mein Vermieter dankt es mir mit bis jetzt 8 Jahre Mietstabilität. Und sollte mir mal das Gesicht des Nachbarn nicht mehr gefallen, bin ich in drei Monaten weg... ohne Verlust.
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Ich schlaf nicht gern auf weichen Daunen;
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Re: Wie habt ihr euren Hausbau finanziert?

Ungelesener Beitragvon Jacko » 12. Feb 2017, 19:53

Mach mal hier eine Berechnung:

http://tilgung.focus.de/rechner3/focus/tilgungsrechner/

Man sieht gleich, bei welcher Summe welche Rate bei z.B. 10 Jahren Laufzeit rauskommt und wie viel Restschuld man noch hat. Mich schrecken die Zahlen immer wieder aufs Neue ab und ich stelle mir dann vor, wie lange man von diesem Geld sorgenfrei in Miete leben kann.

( Ja, man hat am Ende einen Gegenwert, aber denk mal an die Kosten der Instandhaltung, die auch immer wieder auf euch zukommen!)
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Re: Wie habt ihr euren Hausbau finanziert?

Ungelesener Beitragvon Joe12 » 12. Feb 2017, 20:59

Jacko hat geschrieben:Mach mal hier eine Berechnung:

http://tilgung.focus.de/rechner3/focus/tilgungsrechner/

Man sieht gleich, bei welcher Summe welche Rate bei z.B. 10 Jahren Laufzeit rauskommt und wie viel Restschuld man noch hat. Mich schrecken die Zahlen immer wieder aufs Neue ab und ich stelle mir dann vor, wie lange man von diesem Geld sorgenfrei in Miete leben kann.

( Ja, man hat am Ende einen Gegenwert, aber denk mal an die Kosten der Instandhaltung, die auch immer wieder auf euch zukommen!)



Der Vermieter kann die Miete Jährlich um... wie viel wars noch... 20 % oder so anheben Strom- und heizkosten nehmen auch immer weiter zu sowie auch alles andere, d.h. du must eine miete einrechnen die jährlich auch noch um einen Prozentwert steigt, bei gleichzeitig abnehmenden Renten und Löhnen (gewisse kreise natürlich ausgeschlossen) (sinkender geldwert im vergleich zu zunehmendem lohn und Rente).
Solange es möglich ist sich zu bereichern oder sich in sonst einer Form besser zu machen als andere und solang der Mensch das Konkurrenzverhalten innerhalb seiner Art nicht ablegt, solange wird es Gier geben und solange es Gier gibt, solange wird es die heutigen krankhaften Auswüchse in Wirtschaft und Politik, sowie Krieg und Leid geben.

Wenn das Leben ein Geschenk ist, wüsste ich gern wo man es umtauschen kann.

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Re: Wie habt ihr euren Hausbau finanziert?

Ungelesener Beitragvon Jacko » 12. Feb 2017, 22:01

Keine Frage, ich habe Glück mit meiner Miete, obwohl ich in einem Objekt wohne, bei der die regelmäßige Erhöhung durchaus gerechtfertigt wäre!.

Aber 20% Mieterhöhung gilt für 3 Jahre! In manchen Bereichen auch nur 15%. Und es ist mit nichten so, dass jeder und überall dauernd am exorbitanten Erhöhen ist. Überwiegend sind nämlich die Vermieter froh, wenn sie einen anständigen Mieter haben, der die Wohnung und das Haus mit in Ordnung hält und auch regelmäßig seine Miete bezahlt samt Nebenkostenabrechnung. Und glaube mir, ich weiß, was es bedeutet, wenn du die Mieteinnahme brauchst und sie kommt nicht und der Drecksack haut nach einem Jahr bei Nacht und Nebel ab, du bleibst auf den Mietschulden sitzen, sollst seinen Scheiß auch noch gebührenpflichtig einlagern lassen, darfst noch 500 Euro für die Entrümpelung ausgeben plus die Renovierung der Wohnung.

Zahlenbeispiel: Mietschulden nach 12 Monaten: 7440 Euro, Nebenkosten rund 1000 Euro, Anwaltskosten (Ohne den geht nichts!) 1500 Euro, Entrümpelung 500 Euro, Renovierung fast 1000 Euro (Freundschaftspreis vom Maler, weil er mich kannte), den ganzen Ärger und Nerven gar nicht gerechnet macht in Summe 11.440,00 Euro, auf denen ich sitzen geblieben bin. Der Drecksack, der es aber verbrochen hat, bekommt jeden Monat vom Staat sein Geld, von dem er keinen cent an mich abdrücken braucht...

Aber ich sehe, wir driften vom Thema ab...
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Re: Wie habt ihr euren Hausbau finanziert?

Ungelesener Beitragvon darkhexlein » 17. Feb 2017, 10:00

Darf ich mal ne ganz saublöde Frage an den Profi (Hausbesitzer, der ne Wohnung vermietet) stellen bitte?
Thema jährliche Mieterhöhungen. Ich bin einer von den Leuten, die lebenslang nur per Miete wohnen müssen (wobei die seit nunmehr 12 Jahren gezahlte Miete tatsächlich exakt der Kreditrate entspricht, hätte ich damals die vorab reservierte ETW tatsächlich gekauft ... es war nur ein nerviges Koppelgeschäft zu vorgeschriebenen Handwerkerfirmen dazu, was mich zurückzucken ließ - kein Preisvergleich und Handel möglich).

Unser Vermieter kündigten letzten Sommer eine Mieterhöhung an - mit der Begründung "Miete seit xyz Jahren gleich hoch geblieben". Gut, bis heute hat er seine Drohung nicht umgesetzt.
(Unberücksichtigt bei seiner Aussage ist allerdings ein Patzer: tatsächlich "gleich hoch" blieb die Gesamtmiete "warm" im Zeitraum lediglich infolge geringerer NK trotz 2x geänderter Kaltmiete! infolge geringerer Verbräuche lt Zählern trotz gestiegender Kosten!)

Meine Frage aber dazu: muss eine Erhöhung (Kaltmiete) nicht irgendeine Verbesserung der Qualität verlangen? Nehme ich die bei uns abrufbare "ortsübliche Miete" zahlen wir eh seit 12 Jahren deutlich mehr als den Durchschnitt (bzw die ersten Jahre direkt mehr als die sonst übliche höchste Miete im Ort und mit der Ausstattung). Am Haus wurde seitdem nichts verändert - also wäre doch eigentlich eh keine Erhöhung drin - oder doch? Die Begründung "seit Jahren gleich geblieben" kann doch nicht Grund sein - oder doch?
(wir hatten ab Einzug 2x5 Jahre Staffelmiete, diese 10 Jahre sind aber nun eben vorbei ...)
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Re: Wie habt ihr euren Hausbau finanziert?

Ungelesener Beitragvon Jacko » 17. Feb 2017, 12:08

Die Miete ist ein Endgeld für den Vermieter, mit dem er den gemieteten Wohnraum so in Schuß halten muss, damit er die verlangte Miete verlangen kann. Mit dazu gehören auch Grundsteuer, die er zahlen muss, Instandsetzungen, Versicherungen und vieles Mehr. So darf er ja insgesamt Arbeiten an dem Haus ausführen, die zum Erhalt des Wertes beitragen.

Auf der anderen Seite gibt es auch eine Inflation, sodass er auch mit steigenden Kosten rechnen muss. Mir ist ein Objekt bekannt, bei dem der Mieter bei Einzug einwilligen soll, dass jedes zweite Jahr die Miete um % angehoben werden darf, orientiert an der Inflation oder so ähnlich. Es haben sich hier auch schon Anwälte gestritten und der Fall scheint nicht ganz so einfach zu sein.

Wenn du alle 5 Jahre eine SSteigerung hattest, ist das eine angenehme Steigerung. Dass du jetzt eventuell deutlich höher als Ortsüblich bezahlen musst, musst du erst mal "beweisen". Soll heissen, wie ist denn die ortsübliche Miete definiert? Nur nach Quadratmeter reicht nicht, hier spielt dann Ortslage und Ausstattung eine Rolle. Es ist also nicht ganz so einfach, ohne Handhabe einfach Widerspruch einzulegen. Dass aber die Miete imLaufe der Jahre steigt, wenn die Wohnqualität erhalten bleibt, ist leider so.
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Re: Wie habt ihr euren Hausbau finanziert?

Ungelesener Beitragvon Chefstratege » 17. Feb 2017, 13:08

Die wesentliche Sache ist doch die. Baue ich ein Haus, dann muss ich einen Kredit aufnehmen. Ausgenommen die paar Leute, die sowas aus dem Stand finanzieren. Bei üblichen Beträgen und Raten dauert es vielleicht 20 Jahre, dann ist der Kredit abgezahlt. Im Anschluss habe ich ein Haus, das mir gehört. Man kann es bewohnen, vermieten oder wieder verkaufen. Auf alle Fälle bleibt mir der Gegenwert des Hauses auch nach den 20 Jahren erhalten.
Habe ich 20 Jahre meine Miete schön brav gezahlt, reibt sich der Vermieter zwar die Hände. Aber nach 20 Jahren kommt vielleicht die Kündigung (oder man zieht freiwillig aus). Und man hat? Genau: Nichts. Die Miete ist weg, nicht ein einziger Euro davon mehr in meiner Vermögensbilanz übrig.

Neben- und Lebenserhaltungskosten habe ich überall. Der Vermieter wird wie er gerade lustig ist Heizkosten, Grundsteuer, Wasser, Abwasser, Fernsehen, Modernisierungen und dergleichen mehr auf die Miete umlegen. Ob ich sie an den Vermieter abführe oder selbst für meine eigene Immobilie bezahle macht, bei vergleichbarer Wohnsituation, kaum einen Unterschied. Das es bei einer Dreizimmerwohnung in einem Fünfgeschosser weniger ist als bei einem EFH, ist logisch. Das ist aber auch keine vergleichbare Wohnsituation.

Meine Eltern haben vor nunmehr fast 18 Jahren gebaut. Die Summe bewegte sich im üblichen Rahmen eines Einfamilienhauses, das Grundstück war zu vernachlässigen (Bauland kostet hier voll erschlossen etwa 10-12€/m², noch dazu hat das Grundstück vorher der Verwandschaft gehört). Etwa ein Viertel war Eigenkapital, der Rest Kredit. Es wird jetzt noch etwas über ein Jahr dauern, dann ist das Haus schuldenfrei. Größere Modernisierungen an der bestehenden Substanz hatten wir bisher nicht und sind auch in den nächsten 10 Jahren nicht in Sicht.

Das heißt nicht, dass man keine Arbeit damit hätte. Im Gegenteil. Man hat sogar sehr viel Arbeit mit einem eigenen Haus und Garten. Sicher mehr als mit einer Mietwohnung. Aber man ist eben auch sein eigener Herr. Wenn ich mir einen 1,50m großen Hund und 200 Wellensittiche anschaffen will, dann mache ich das eben. Wenn ich mir einen 10-Meter-Mast in den Garten stellen will, dann mache ich das eben. Wenn der Nachbar früh um 6 Uhr den großen Boschhammer rausholt und beginnt, seine Wohnzimmerwand einzureißen, dann kostet mich das ein müdes Lächeln und einmal umdrehen im Bett. Und wenn mich der Baum vor meinem Küchenfenster stört, dann säge ich ihn eben ab. Persönliche Freiheiten sind nur sehr schwer zu ersetzen, wenn man sie einmal genossen hat.
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Re: Wie habt ihr euren Hausbau finanziert?

Ungelesener Beitragvon Jacko » 17. Feb 2017, 16:38

Ja Cheffe, du hast schon recht mit den Freiheiten. Der Gegenwert gegenüber der Mietzahlung bleibt dir erhalten, aber bedenke, in den 20 Jahren haben deine Eltern fast das Doppelte an die Bank gezahlt!Also doppelte Miete! Und nicht vergessen, der Wert des Hauses ist das Eine, aber es um den Betrag los zu werden eine ganz andere Sache.
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Re: Wie habt ihr euren Hausbau finanziert?

Ungelesener Beitragvon kissenschlacht » 19. Feb 2017, 19:47

Danke euch allen für eure Antworten!

Wenn du und dein Mann keine zwei linke Hände haben, ist es möglich, dass ihr die klassischen renovierungsarbeiten selber machen könnt.

Von mir kann ich sagen, dass ich eine rechte und eine linke Hand habe. Mein Partner ist dafür wirklich sehr geschickt und hat vermutlich zwei rechte Hände. Vor dem Studium hat er Elektrotechniker gelernt und er hat bereits Freunden beim Sanieren ihres Hauses geholfen, wenn ich mich recht erinnere auch beim Leitungen verlegen.

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Darum geht es uns gar nicht mal so sehr, also um ein Eigenheim als Geldanlage. Es geht eher um die Freiheiten, die einem ein Haus samt Garten bietet. Wir sind beide am Land aufgewachsen und es zieht uns wieder zurück. Nicht sofort, aber eben in den nächsten Jahren. Wir versuchen Geld zur Seite zu legen, um einen Kredit (der sich sicher nicht ganz vermeiden lässt) möglichst gering zu halten.

Bei den Renovierungsarbeiten kannst du oftmals nicht selber entscheiden, wie weit du bei der Dämmung gehen kannst, sondern das ist vorgeschrieben.

Renovierung wird es vermutlich keine werden, Grund wäre prinzipiell da. Wir würden entweder auf den Grund ein eigenes Haus dazu bauen (wobei nicht klar ist, ob das ginge) oder ans bestehende Haus anbauen.

Was Dämmung angeht.. wir waren dieses Wochenende auf einer Baumesse und haben da am Stand von Wienerberger Ziegel mit integrierter Wärmedämmung gesehen. Hat jemand mit sowas Erfahrung? Auf den ersten Blick klingt das ja nach ganz guter Arbeitszeitersparnis und wenn die Dämmung dann auch noch hält, was sie verspricht, wäre das schon fein.

Meine Eltern haben vor nunmehr fast 18 Jahren gebaut. Die Summe bewegte sich im üblichen Rahmen eines Einfamilienhauses, das Grundstück war zu vernachlässigen (Bauland kostet hier voll erschlossen etwa 10-12€/m², noch dazu hat das Grundstück vorher der Verwandschaft gehört). Etwa ein Viertel war Eigenkapital, der Rest Kredit. Es wird jetzt noch etwas über ein Jahr dauern, dann ist das Haus schuldenfrei. Größere Modernisierungen an der bestehenden Substanz hatten wir bisher nicht und sind auch in den nächsten 10 Jahren nicht in Sicht.

Das heißt nicht, dass man keine Arbeit damit hätte. Im Gegenteil. Man hat sogar sehr viel Arbeit mit einem eigenen Haus und Garten. Sicher mehr als mit einer Mietwohnung. Aber man ist eben auch sein eigener Herr. Wenn ich mir einen 1,50m großen Hund und 200 Wellensittiche anschaffen will, dann mache ich das eben. Wenn ich mir einen 10-Meter-Mast in den Garten stellen will, dann mache ich das eben. Wenn der Nachbar früh um 6 Uhr den großen Boschhammer rausholt und beginnt, seine Wohnzimmerwand einzureißen, dann kostet mich das ein müdes Lächeln und einmal umdrehen im Bett. Und wenn mich der Baum vor meinem Küchenfenster stört, dann säge ich ihn eben ab. Persönliche Freiheiten sind nur sehr schwer zu ersetzen, wenn man sie einmal genossen hat.

Genau darum geht es dem Gefühl nach! :)

An Eigenmitteln hoffen wir, dass 50% Eigenkapital und 50% Kredit ausreichen. Aber da das alles ungelegte Eier sind, kann man auch nicht vernünftig kalkulieren.. Deswegen mache ich mir jetzt schon Gedanken, bevor die eigentlichen Schwierigkeiten dann auftauchen.
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