Seite 4 von 5

Re: historische Technik

Ungelesener BeitragVerfasst: 29. Sep 2017, 21:29
von Schreiberling
Stimmt bei "Euch" waren solche Gerätschaften ja etwas länger im Einsatz... Wobei man solche Altertümlichkeiten bei Bauern auch im Westen finden kann.

Mir war nur bekannt, daß die Kabelfarben ursprünglich anders waren, ich glaube rot, blau, grau, schwarz bei vieradrigen Leitungen. Ist der denn schon für 220/380 oder noch 127/220 Volt?

Re: historische Technik

Ungelesener BeitragVerfasst: 29. Sep 2017, 22:05
von Chefstratege
Ach, die Aderfarben...die haben sich immer mal geändert. Tatsächlich weiß ich die alten Farben aus den 1950er-Jahren nicht auswendig, die muss ich auch nachschauen. Beim vorhergehenden Motor (der ganz große) habe ich die alten Kabel mit Guttapercha und Stoffummantelung wiederverwendet, da endet dieses Thema sowieso völlig. [42

Der ist für 220/380V. Ich habe z. B. Herstellerunterlagen von 1922, die gleichberechtigt für 127, 220, 380 und 500V die Motoren anbieten, so muss man sich das auch vorstellen. Es gab vor dem Krieg auch Drehstrom mit den besagten 127/220V (gaaanz vereinzelt gibt es den noch), allerdings gab es die 220/380V eigentlich auch schon immer. Die 500V (später 660V und heute 690V) sind für die Industrie gedacht. Heute findet man moderne Motoren oft mit 400/690V bzw. etwas früher für 380/660V.

Die Motoren für 127/220V sind meistens umgewickelt worden auf 220/380V oder schlichtweg verschrottet. Kaum wer hat 40 oder nochmehr Jahre einen Motor mit teurem Kupfer drin ins Eck gestellt, den er nicht mehr einsetzen kann. Die trifft man eigentlich nicht mehr.

Re: historische Technik

Ungelesener BeitragVerfasst: 3. Okt 2017, 18:29
von Chefstratege
So, die gröbsten Sachen sind erledigt. Noch die Rotorschaltung ändern (von Schleifring auf Kurzschluss) und die Riemenscheibe mit einem vernünftigen Abzieher mal von der Welle holen und überdrehen lassen. Dann vibriert er nicht mehr. Aber er läuft schon. [aa




Re: historische Technik

Ungelesener BeitragVerfasst: 3. Okt 2017, 20:00
von Jacko
Warum willst du die Schleifringe umgehen? Ist doch schön, so ein altes Stück als Schleifringläufer zu haben...

Re: historische Technik

Ungelesener BeitragVerfasst: 4. Okt 2017, 18:46
von Chefstratege
Weil ich keinen passenden Anlaufwiderstand habe und sie somit eh immer kurgeschlossen sind. Allerdings eben im Klemmkasten. So gibt es Funken (Bürstenfeuer) zwischen den Kohlen und den Schleifringen, wenn ich ihn (auf Kurzschluss statt auf Widerstand) einschalte. Fabriziere ich den Kurzschluss schon vor den Schleifringen, entfällt die Funkenproblematik, weil dann kein Strom mehr über die Kohlen, sondern über die Kurzschlussbrücke fließt. Im Betrieb ist der Läufer ja eh kurzgeschlossen, dem macht das also nix. Nur das Anfahren geht mit weniger Verschleiß an den Schleifringen und Kohlen über die Bühne. Außerdem kann ich den Draht wieder rausnehmen, wenn ich einen passenden Anlasswiderstand bekomme sollte. [aa Die sind leider deutlich dünner gesäht als die Motoren... :003:

Re: historische Technik

Ungelesener BeitragVerfasst: 4. Okt 2017, 20:50
von Jacko
Okay, alte Stellwiderstände schon, aber da könnte man ja mogeln und aus einem Neuen in einem Bastelprojekt einen 80 Jahre alten Widerstand zaubern... [1

Re: historische Technik

Ungelesener BeitragVerfasst: 5. Okt 2017, 07:53
von Chefstratege
Hm....neuer, dreiphasiger Widerstand über den ich 1,5 kW verfeuern kann kostet genauso viel wie ein alter, nämlich dreistellig. :003:

Re: historische Technik

Ungelesener BeitragVerfasst: 5. Okt 2017, 12:27
von Jacko
Gutes wird nicht billig sein... [1

Re: historische Technik

Ungelesener BeitragVerfasst: 5. Okt 2017, 16:55
von Chefstratege
Doch, Gutes kann billig sein. Man muss nur warten bis man wen trifft, der keine Ahnung hat was er da verkaufen will. Das hat zumindest die letzten Male hervorragend geklappt... [1

Re: historische Technik

Ungelesener BeitragVerfasst: 5. Okt 2017, 17:32
von Schreiberling
Nimm' doch einen Nordkoreanischen, kommt dem Original vermutlich optisch nahe und ist vielleicht auch billiger. [lach] Wobei, könnte zur Zeit Ärger mit den Behörden geben...

Nachtrag: Welchem Zweck soll denn der wieder hübsch gewordene Motor eigentlich dienen, wenn Fragen wie Abnutzung eine Rolle spielen?