Mißtrauen gegen politische Veränderungen

Hier dreht sich alles um das politische Weltgeschehen.

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Mißtrauen gegen politische Veränderungen

Ungelesener Beitragvon Heinzz » 28. Apr 2017, 10:18

Hallo

Als junger Mensch, etwa das erste Jahrzehnt seit ich an Wahlen teilnehmen durfte, vertrat ich eher radikale Ansichten.
Von Sozialromantik geleitet wollte ich eine erhebliche Umgestaltung der Verhältnisse.
Das so was Risiken bedeuten würde sah ich nicht.
Das vieles Propaganda war und gar nicht umsetzbar, wollte ich auch nicht sehen.

Im Laufe der Jahrzehnte konnte ich sehen das das Wechseln der Regierungen nicht sehr viel in meinem persönlichen Leben bewirkt.
Befürchtungen und Erwartungen kamen nicht so zum Tragen, wie ich mir das vorab vorgestellt habe.
Heute bin ich als Bürger eines Sozialstaats froh darüber das sich ohne schwere Brüche mein Leben so entwickeln konnte.
Das momentane Niveau weiß ich als Rentner zu schätzen.

Ob jetzt die Union, die Sozialdemokratie, eine Große Koalition, Rot/Grün, Schwarz/Gelb, .... dran ist ist mir nicht mehr so wichtig.
Ich habe ungefähr eine Vorstellung davon wie mein Leben aussieht wenn die die nächsten 4 oder 8 Jahre dran sind.
Egal was die mir jetzt im Wahlkampf versprechen, ich gehe nicht davon aus das sich bei mir wesentlich was ändert.
Mein Niveau ist für mich o.k. so, und es sollte so bleiben.

Vor größeren Veränderungen habe ich eher Angst.
Raus aus der EU, dem Euro; auch vor Versprechen von Parteien die die Sozialromantik bedienen, der ich in jungen Jahren angehangen habe.

Ist mein Mißtrauen überzogen, oder gehören auch radikale Veränderungen zur politischen Entwicklung eines Landes dazu?
Für mich sind überschaubare, nachvollziehbare, gewachsene Strukturen das günstigste was mir Orientierung gibt.
Dem gegenüber radikale Forderungen, deren Folgen ich nicht abschätzen kann.

In wie weit sollte man sich auf Parolen von Parteien einlassen, wenn man mit seinem Leben im Allgemeinen zufrieden ist?
Behindert Mitrauen politische und soziale Veränderungen, oder ist meine jahrzehntelange Erfahrung hier das Maß der Dinge?
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Re: Mißtrauen gegen politische Veränderungen

Ungelesener Beitragvon darkhexlein » 28. Apr 2017, 10:42

Der Mensch ist von Natur aus faul geworden. Selbstgerecht und misstrauisch gegen jede Form an (unquemer) Veränderung. Dir wird von klein auf erklärt, was falsch und was richtig ist und irgendwann verlieren die meisten das eigene Denken. Wozu auch? Es geht doch eh weiter wie bisher - irgendjemand wirds schon richten und entscheiden - und entweder bin ich dmait zufrieden oder DER (aber nicht ich) ist Schuld. Fertig. Der Wahlkampf bei uns tobt schon lange und die ersten Wurfzettel liegen bereits in den Briefkästen - ob man es will oder nicht.
Schlag die Zeitungen auf - surf im Internet, schalte abends den TV an - wir werden lückenlos und einstimmig eingelullt und lassen uns treiben. Warum sich Mühe geben und auf gewohnte Gemütlichkeit verzichten? Nebenbei tobt ebenso fast unbemerkt die Meinungsforschung - wie reagiert man wann worauf - welche Schlagzeilen haben den besten Effekt, damit es in die gewünschte Richtung geht? GELD (und Netzwerke!) regiert die Welt - aber nicht Populismus! Populismus betreiben sie alle um die Wette - schieben es aber selbstverständlich den anderen in die Schuhe - um die eigene weiße Weste zu behalten.

Mir zogs vorhin fast wieder die Schuhe aus - neueste geschickte Formulierung "unsere eiserne Kanzlerin" --- starke Frau eben. Gleichzusetzen mit der einst Eisernen Lady in UK - und die bekam auch alles durch, was sie wollte und gewann die Wahlen. Wer bitte legt den Medien die Wortwahl in den Mund? Steter Tropfen aber höhlt die leere Birne des Lesers - ahhhhh - wir können uns auf unsere Kanzlerin und CDU verlassen - wählen sie also natürlich wieder - und sichern somit auch künftig unsere eigene Bequemlichkeit. Läufts später manchmal doch nicht nach unserem Wunsch - können wir uns doch in Foren beklagen - danach gehts wieder gut. --- da fällt mir nur ein einziges Wort ein - aber das ist kein anständiges und fängt mit SCH an ... Schönes Wochenende und einen vollen Grill zum Arbeiter- und Kampftag danach! Prost!
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Re: Mißtrauen gegen politische Veränderungen

Ungelesener Beitragvon Lillith » 28. Apr 2017, 23:30

Ist mein Mißtrauen überzogen, oder gehören auch radikale Veränderungen zur politischen Entwicklung eines Landes dazu?
Für mich sind überschaubare, nachvollziehbare, gewachsene Strukturen das günstigste was mir Orientierung gibt.
Dem gegenüber radikale Forderungen, deren Folgen ich nicht abschätzen kann.

In wie weit sollte man sich auf Parolen von Parteien einlassen, wenn man mit seinem Leben im Allgemeinen zufrieden ist?
Behindert Mitrauen politische und soziale Veränderungen, oder ist meine jahrzehntelange Erfahrung hier das Maß der Dinge?


Hm....... [überleg] .......

Die Frage ist warum wir ängstlicher werden, wenn wir alt werden.
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Re: Mißtrauen gegen politische Veränderungen

Ungelesener Beitragvon Joe12 » 29. Apr 2017, 03:25

Naja, wenn wir alt werden schwankt nicht nur das gleichgewicht von auf- und abbau von knochen oft ehr in richtung abbau (vor allem bei frauen), der körper tendiert auch dazu geistig abzubauen, das immunsystem verbessert sich auch nicht grade, das kann schnell gehen oder ebend langsam, man stürzt häufiger, wird unsicherer und ängstlicher, betrifft auch die Psyche, änderungen im hormonhaushalt besser bekannt als Wechseljahre tun ebenfalls ihren teil. Man fängt an an strukturen zu hängen, die sich nicht ändern und wird zunehmend starrer in seinen verhaltensweisen. Zumindest der durchschnitt, gibt natürlich immer ausnahmen die noch mit 70 am marathonlauf der region teilnehmen, auch sonst fit sind und gerne mal was neues probieren. Hierbei spielt aber die erziehung eine rolle und ob sie früher schon ähnlich gehandelt haben.
Solange es möglich ist sich zu bereichern oder sich in sonst einer Form besser zu machen als andere und solang der Mensch das Konkurrenzverhalten innerhalb seiner Art nicht ablegt, solange wird es Gier geben und solange es Gier gibt, solange wird es die heutigen krankhaften Auswüchse in Wirtschaft und Politik, sowie Krieg und Leid geben.

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Re: Mißtrauen gegen politische Veränderungen

Ungelesener Beitragvon Jacko » 29. Apr 2017, 07:26

Da fällt mir zur Mentalität doch gleich ein Lied aus 1983 ein:

https://www.youtube.com/watch?v=eNVnJ8t_kaA

Der Mensch ist von Haus aus ein Egoist. Ein Sturkopf ein Weltverbesserer. Sieht man doch schon am Nachwuchs, er glaubt erst, dass die Herdplatte heiss ist, wenn er sich die Finger verbrennt hat. Schlechte Erfahrungen prägen, beeinflussen einen, wenn man aber die eine Erfahrung nicht gemacht hat, dann ist es doch schon viel harmloser, als die Alten sagen... Achh was, die Alten haben doch keine Ahnung, sie übertreiben maßlos und gönnen uns Jungen nicht die Freuden. Hei, Ihr Alten habt damals einen kleinen Fehler gemacht, ja, aber den machen wir nicht!

Aktuelles Beispiel: Die Wahl zum Präsidentialsystem in der Türkei. Wie verschroben denkend müssen wohl die Türken sein, die ihren breiten Ar§ch im deutschen Land in ihren warmen Sessel quetschen und ihren Angehörigen zu Hause in der Türkei den Diktator aufzwingen? Was haben diese Menschen den dabei gedacht, als Sie ihre Stimme abgegeben haben? Ach, das wird ja doch nur dort sein und wir hier in Sicherheit?

Langsame Veränderungen sind oft nicht möglich, weil das Gegensteuern gegen die Bewegung ja ebenfalls langsam machbar ist. Wenn überhaupt, dann geht das immer über einen Ruck.

Meine Meinung:
Es herrscht schon 70 Jahre Frieden, keiner hier in Deutschland und den direkten Nachbarn weiß heute mehr, was Krieg bedeutet. Das, was uns die Medien zeigen, sind einzelne Auszüge und meist so zensiert, dass auch Kinder es sehen können, ohne gleich einen Schaden zu nehmen. Aber Krieg ist was furchtbares! Widerlich, rücksichtslos und ohne Moral und Anstand. Doch wer erinnert unsere Kinder im passenden Alter mit gnadenlosen Bildern daran? Selbst Schulen scheuen sich, die waren Bilder des Krieges zu zeigen.... Verstümmelungen, schreiende Menschen mit zerschossenen Körperteilen, entstellte Gesichter...

Und dennoch würden sie mit geschickter Hand geführt in einen Krieg ziehen. Sie würden dem "Führer" folgen wie vor 85 Jahren. (Siehe "Die Welle")

Aber was macht unsere Kanzlerin eigentlich? Es wird immer über sie gelästert (Ja, ich auch) und man wirft ihr doch Versagen auf vielen Linien vor. Und die Fähigkeit, dann doch ihren Kopf durch zusetzen. Wir zweifeln an Ihrer Entscheidungskraft, weil wir den Einfluß von Lobbyisten kennen. Wir verdammen jede Entscheidung, die uns irgendwelche Nachteile bringt. Aber geht es überhaupt ohne Nachteile? Egal, welche Entscheidung man trifft, es wird immer eine Gruppe geben, die dagegen sein wird und dieses auch begründen kann. Darf man also dann keine Entscheidung treffen? Oder doch zum Wohl der Mehrheit? Wann fängt Mehrheit an? 2/3? 51%? 95%?

Das Unternehmen, in dem ich arbeite, muss eine Produktionslinie eines Produktes von Deutschland nach China verlegen, weil dieses Produkt eigentlich nur dort verkauft wird. Die Kosten einschließlich Transport von hier macht das Bauteil dort fast unrentabel, aber bei der Produktion vor Ort wird es ein Renner werden. Was soll jetzt das Unternehmen machen, wenn dadurch in Deutschland ca. 30 Arbeitsplätze verloren gehen? Den Gewinn des ganzen Unternehmens abschwächen wegen 30 Leuten und eventuell wesentlich mehr Arbeitsplätze gefährden?

Ich möchte nicht in der Haut der Kanzlerin stecken und die Entscheidungen treffen müssen, die sie trifft, Wenn man sowas ohne politisches Wissen macht, kommt sowas wie in den USA raus. "Welt" oder "Staat" funktioniert anders als "Haushalt" oder "Sofa mit Fernseher". Von daher stelle ich mir hin und wieder die Frage: Habe ich überhaupt genügend Fakten auf der Hand, um abwägen zu können, welche Entscheidung die Richtige wäre? Was für Folgen kommen denn da zurück?

Beispiel Energiewandel: Wie laut haben die Gegner der Atomenergie gebrüllt und dann gejubelt, als die Abschaltung beschlossen war. Tja, aber mehr Kohlekraftwerke wollen sie auch nicht, das verpestet ja die Luft! Und überhaupt, wer will denn schon so ein Windrad neben dem Garten? Energiewende ja, aber bitte ohne eine Einschränkung meines begrenzten Horizontes...

Uns geht es sehrt gut in Deutschland. So gut, dass wir im Kapitalismus ganz weit oben als Ölfleck schwimmen. Selbst den Obdachlosen geht es in DL besser als in anderen Ländern. Jede nur erdenkliche Verschlechterung will man nicht. Keine Kompromisse. Aber ich will alles und ich will es jetzt!
"Die Summe der Interligenz auf dem Planeten ist eine Konstante, aber die Bevölkerung wächst"
(Jean-Luc Picard)


Ich schlaf nicht gern auf weichen Daunen;
denn statt des Märchenwaldes Raunen
hör ich im Traume all die kleinen
gerupften Gänslein bitter weinen.
Sie kommen an mein Bett und stöhnen
und klappern frierend mit den Zähnen,
und dieses Klappern klingt so schaurig...
Wenn ich erwache, bin ich traurig.

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Re: Mißtrauen gegen politische Veränderungen

Ungelesener Beitragvon Joe12 » 29. Apr 2017, 11:03

Nein, ohne Nachteile geht es nicht, jedoch ist es auch eine Frage der Verhältnisse von Vorteilen zu Nachteilen. Und wenn es um Mehrheiten geht, sollte die Gruppe der wirklich Benachteiligten doch möglichst klein ausfallen, oder?
Solange es möglich ist sich zu bereichern oder sich in sonst einer Form besser zu machen als andere und solang der Mensch das Konkurrenzverhalten innerhalb seiner Art nicht ablegt, solange wird es Gier geben und solange es Gier gibt, solange wird es die heutigen krankhaften Auswüchse in Wirtschaft und Politik, sowie Krieg und Leid geben.

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Re: Mißtrauen gegen politische Veränderungen

Ungelesener Beitragvon Lillith » 29. Apr 2017, 11:19

Ob jetzt die Union, die Sozialdemokratie, eine Große Koalition, Rot/Grün, Schwarz/Gelb, .... dran ist ist mir nicht mehr so wichtig.
Ich habe ungefähr eine Vorstellung davon wie mein Leben aussieht wenn die die nächsten 4 oder 8 Jahre dran sind.
Egal was die mir jetzt im Wahlkampf versprechen, ich gehe nicht davon aus das sich bei mir wesentlich was ändert.
Mein Niveau ist für mich o.k. so, und es sollte so bleiben.

Ja, wenn man in seiner kleinen heilen Plastikwelt lebt und sich um niemanden sorgen muss, dann kann man schön egomäßig vor sich hinwelken.
Immerhin haben ja andere dafür gesorgt und sich aktiviert, damit es einem so richtig gut geht, da muss man selbst nicht "ins Feld ziehen".

Ist mein Mißtrauen überzogen, oder gehören auch radikale Veränderungen zur politischen Entwicklung eines Landes dazu?

Radikale Veränderungen bedingen immer Misstrauen.
Die Frage ist: was genau ist die radikale Veränderung ?
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Re: Mißtrauen gegen politische Veränderungen

Ungelesener Beitragvon Lillith » 29. Apr 2017, 11:23

Jacko
Und dennoch würden sie mit geschickter Hand geführt in einen Krieg ziehen. Sie würden dem "Führer" folgen wie vor 85 Jahren. (Siehe "Die Welle")


Na ja, kommt doch immer drauf an für WAS man in den Krieg ziehen würde.
Um sich zu verteidigen ?
Also, einen Angriffskrieg würden die Wenigsten unterstützen.


Ich möchte nicht in der Haut der Kanzlerin stecken und die Entscheidungen treffen müssen, die sie trifft, Wenn man sowas ohne politisches Wissen macht, kommt sowas wie in den USA raus.


Nun, unsere Kanzler sind keinesfalls allein, sie haben ihre Berater, das muss man ja jetzt mal so sehen.
Außerdem sind sie freiwillig in dieses Amt gegangen, hat sie niemand gezwungen.
Merkel z. B. tut sich das freiwillig an, sie könnte ja auch abtreten.
Ich hab kein Mitleid mit diesen machtorientierten Pragmaten.
Wer solch ein Amt bekleidet, dem ist sehr wohl klar, dass er nun mal Entscheidungen treffen muss und dafür auch kritisiert wird, zumindest in einer Demokratie.
Das muss derjenige aushalten. Jeder, der innerhalb einer Partei aktiv ist, muss Kritik aushalten können.


......Wenn man sowas ohne politisches Wissen macht, kommt sowas wie in den USA raus.

Dann sehen wir mal der Wahl in Frankreich skeptisch entgegen. Zumindest einer der beiden Kandidaten hat eher wenig politische Erfahrung.
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Re: Mißtrauen gegen politische Veränderungen

Ungelesener Beitragvon Lillith » 29. Apr 2017, 12:06

Ich schrieb
Radikale Veränderungen bedingen immer Misstrauen.
Die Frage ist: was genau ist die radikale Veränderung ?


Die einen halten es für eine radikale Veränderung wenn eine Partei wie die AFD ( hier in Deutschland) in den Bundestag einzieht, billigen ihr nicht mal den Oppositionsstatus zu und setzen sie streckenweise mit der NSDAP gleich, meinen sie hätte ein antiquiertes Frauenbild, wäre homophob und überhaupt rassistisch.
( Um das mal kurz aus meiner persönlichen Sicht zu erörtern: wer die AFD mit der NSDAP gleichsetzt oder meint da Übereinstimmungen zu finden hat in Geschichte nicht aufgepasst und verniedlichst die Verbrechen.
Das Frauenbild erkennt man wohl an den Frauen die sich in der AFD stark machen, vor allem sind sie an der Spitze zu finden: viele studiert, emanzipiert, freidenkend und handelnd und kinderreich.
An der aktuellen Spitze steht Alice Weidel, eine lesbische Frau, die in einer eingeragenen Lebenspartnerschaft lebt und die haben sogar zwei Söhne. So viel zur Homophobie und einem konservativen Familienbild.
Kritik am Islam ist nicht gleich rassistisch, zumal der Islam rassistisch und antisemitisch ist, dazu homophob und Frauenfeindlich, insgesamt menschenfeindlich und religiös intollerant. )

Die anderen halten die etablierten vor allem linken Parteien für die Übeltäter, die Deutschland bzw. ganz Europa in eine radikale Situation versetzt haben.

Je nach Wahrnehmung werden sich die Leute positionieren.
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Re: Mißtrauen gegen politische Veränderungen

Ungelesener Beitragvon Jacko » 29. Apr 2017, 13:33

Mitleid an den Personen der Macht habe ich auch nicht, verlange ich auch nicht. Aber ein wenig Respekt dürfte nicht verkehrt sein. Gerade, weil die es freiwillig machen, gehört da Respekt rein!

Die AfD ist eine Partei, die sich vom Formalismus her zwischen NPD und CDU sieht. Natürlich kann man, wenn man will, beide auf eine Ebene ziehen. Es gibt bestimmt hier und da Punkte, die übereinstimmen. Aber andererseits gibt es, wie von dir geschrieben auch genügend Punkte, in denen sie sich weit unterscheiden. Also so generell über einen Kamm scheren ist einfach nur kurz gedacht.

In der Tat ist hier das Wort "radikal" das Problem. All zu oft wird es mit ganz speziellen Situationen, Personen und Momenten in Verbindung gebracht, was hier durchaus zu Mißverständnissen führt. Sagen wir mal anders herum, wenn die Politik entscheidende Veränderungen herbeiführt, könnte es schwer für manche werden...

@ Joe
Wer entscheidet, wer die Minderheit ist und wer nicht? Die, die direkt betroffen sind, können sich sehr schnell als Mehrheit sehen, wenn mehrere gleichdenkende um sie herum auch so empfinden. Wenn es aber in ganz DL die einzigen sind, ist es eben nicht die Mehrheit.
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und dieses Klappern klingt so schaurig...
Wenn ich erwache, bin ich traurig.

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